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Volume 32 (204)

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 1-50 (Public Domain)

Die Schwund- und Fehlmengen werden vom 
Sachverständigen Künkel wie folgt beurteilt: 
„Bei Aufteilung des gesamten Umsatzes an auf 
die Lagerplätze gelieferten Zements nach Sackzement 
und losem Zement ergibt sich für den Sackzement 
eine Fehlmenge bzw. ein Schwund von 57 t= 1,34 v. H. 
Bei losem Zement in Waggonlieferungen beträgt die 
Fehlmenge bzw. der Schwund 97 t = 4,40 v. H. 
Damit liegt der Schwundsatz für Sackzement 
fast an der oberen Grenze, die im Baustoffhandel bei 
auf Lager genommenem Sackzement kalkulatorisch 
gezogen ist. Nach den erhaltenen Informationen ist 
der größte Teil des angekommenen Zementes in 
Säcken unmittelbar vom Kahn auf die abholenden 
Fuhrwerke der Abnehmer geladen worden, und es 
sollte deshalb eigentlich dep Schwund nicht größer 
sein, als bei Kalklieferungen in Säcken, der nach 
den Feststellungen der Wirtschaftsberatung AG. nur 
0.03 v. H. beträgt. Der Schwundsatz beim losen Ze 
ment in Höhe von 4,40 v. H. liegt dagegen niedriger, 
als er von den meisten Firmen bisher gemeldet 
worden ist, und nur ein klein w'enig höher als die 
Sätze, die dem Unterzeichneten von zwei Firmen 
bekanntgeworden sind, die etwa die gleichen Aus 
ladebedingungen wie die Baustoffbeschaffung GmbH. 
haben 1 ). 
Überraschend hoch ist der Schwund bei dem 
Umschlag der Gipslieferungen. Hier stehen einem 
Solleingang von 180 t 18 t = 10 v. H. Schw und gegen 
über. Die Baustoffbeschaffung GmbH, begründet 
diesen hohen Schwundsatz damit, daß eine ganze 
Gipslieferung in so schlechter Qualität erfolgte, daß 
sie unverkäuflich war. 
Bei Kreide wird durch die Wirtschaftsberatung AG. 
ein Satz von 5,65 v. H. ermittelt, der ebenfalls über 
dem Durchschnitt liegt 2 ). 
Die Fehlmenge von 84 Rollen Dachpappe oder 
2,41 v. H. des Solleinganges wird auf Diebstahl 
zurückgeführt. 
Ungewöhnlich hoch ist die ermittelte Fehlmenge 
beim Schnittholz. Hier stehen einem Solleingang 
von 1871 cbm Ausgänge bzw. Bestände von zu 
sammen 1631 cbm gegenüber, so daß die Fehl 
menge sich auf 240 cbm = 12,83 v. H. des Sollein- 
ganges beläuft. Hier liegen Mängel beim Eingang 
vor, und schon bei der Abnahme des Holzes sollen 
nach Angaben der Geschäftsleitung der Baustoffbe 
schaffung GmbH. Fehlmengen vorhanden gewesen 
sein.“ 
Im einzelnen verwaisen wir auf unsere Erläute 
rungen im Anhang. 
V. Abschluß und Betriebsergebnis für das 
Rumpfgeschäftsjahr 1946 
A. Vermögenslage und Liquidität 
Die Abschlußarbeiten sind noch im Gange. Der 
uns übergebene vorläufige Abschluß für das erste 
Geschäftsjahr (Rumpfgeschäftsjahr 1. 4. bis 31. 12. 
1946), in dem wir alle bisher durchgeführten Nach 
buchungen und die noch vorzunehmenden Abschrei 
bungen bereits berücksichtigten, zeigt folgende Ver 
mögenslage: 
Die Geschäftsführung weist hierzu darauf hin, daß die verspätete 
Erteilung von Verkaufsanweisungen cs in größerem Umfange not 
wendig gemacht habe, eintreffende Sackware nicht unmittelbar auf 
abhofendc Fuhrwerke zu verladen, sondern über Lager zu nehmen. 
Dadurch hat der Lagerbestand nach der Tagesbestandsmeldung vom 
11. 10. 1946 eine Höhe von 736,4 t erreicht. Darüber hinaus seien 
bei Überfüllung des Lagers Mühlenstraße 67 notwendige Umlage 
rungen auf das Lager Mühlenstraße 11 mit zusätzlichen Verlusten 
verbunden gewesen. Einen Vergleich mit Kalk hält die Geschäfts 
führung für abwegig, weil hier nur sehr geringe Mengen als eigener 
Bestand über das Lager genommen worden seien. Die Geschäfts 
leitung bestreitet, daß die Ausladebedingungen auch bei Gleisan 
schluß vergleichbar seien. Die Gesellschaft müsse jede auch stoß 
weise anfallende Menge annehmen, während sich die Handelsfirmen 
darauf beschränken, nur die jeweils aufnahmefähige Menge zu be 
ziehen. 
2 1 Hierzu haben wir im Anhang Ziffer 6 vermerkt: „Der vergleichs 
weise hohe Satz wird damit erklärt, daß die Kreide dreimal um 
geschlagen wird; außerdem treten laut Auskunft im Sommer Ver 
luste durch Austrocknen auf," 
Aktiva 
Anlagevermögen 
rd. RM 
T. H. 
Gebäude und Baukosten 
Betriebsausstattung und Emballagen 
42 600 
23 000 
13,7 
7,4 
65 600 
21,1 
U mlauf vermögen 
Warenbestand 
Forderungen einschl. Abgrenzposten 
Flüssige Mittel 
136700 
15 100 
93 600 
44,0 
4,8 
30,1 
245 400 
78,9 
Insgesamt 
311 000 
100,0 
Passiva 
Eigene Mitte] 
Stammkapital 
Reinverlust 
50 000 
18 500 
16,1 
6,0 
31500 
10,1 
Verbindlichkeiten 
Bankkredit und Darlehen 
Pfandverbindlichkeiten 
Sonstige Verbindlichkeiten ..... 
87 300 
90 800 
101400 
28,1 
29,2 
32,6 
279 500 
89,9 
Insgesamt 
311000 
100,0 
Da die Abschlußprüfung nicht zum Prüfungsauf 
trag gehört, beschränkten wir uns auf eine kritische 
Durchsicht der wesentlichsten Posten, soweit wir 
die zur Beurteilung der Geschäftsführung für not 
wendig hielten. 
Bei den Gebäude- und Baukosten han- 
dell es sich um provisorische Instandsetzungen an 
Baulichkeiten auf gemietetem Grund und Boden, die 
kurzfristig abgeschricben werden sollen (in 3 bzw. 
5 Jahren). Im Berichtsjahr beliefen sich die Ab 
schreibungen auf rd. 18900 RM. 
Unter Betriebsausslattung sind außer 
den Kraftfahrzeugen ein Kran (Anschaffungskosten 
15 000 RM) und weitere Lagergeräte, unter Em 
ballagen Säcke, Fässer und anderes Verpackungs 
material erfaßt. Das Büroinventar hat die Eigen 
tümerin des Verwaltungsgebäudes der Gesellschaft 
mietweise überlassen. 
Die Gesellschaft besitzt zwei Personenkraftwagen 
(BMW und DKW) und ein noch nicht zugelassenes 
Motorrad (DKW), die sämtlich im Oktober 1946 vom 
Bergungsamt für zusammen 1370,— RM erworben 
wurden. Außerdem laufen für die Gesellschaft ein 
Mercedes-Personenwagen und Ariel-Motorrad (dem 
Geschäftsführer gehörend) sowie ein seit Oktober 1946 
in Reparatur befindlicher Opel-Olympia-Personen- 
wagen (1t. Auskunft dem Geschäftsführer gehörend 
und nach Wiederherstellung zum Weiterverkauf be 
stimmt; Papiere 1t. Kraftfahrzeugzulassung vom 
26. 1. 1946 auf den Namen des Magistratsangestellten 
Raddatz lautend). Ob für den BMW- und DKW- 
Personenwagen außer dem Kaufpreis von 1170,— RM 
auch noch Baustoffe geliefert wurden (1t. Mitteilung 
des Herrn Matthee an die Redaktion des Telegraf 
vom 6. Ü1946 je 300 Ztr. Zement), ließ sich an Hand 
der Bücher und Unterlagen nicht feststellen. 
Die Warenbestände — mit Ausnahme von 
Schnittholz — sind zu den Einkaufspreisen bewertet 
worden. Bei dem von einer russischen Einheit ein 
gekauften Holz hat man den der Bewertung zugrunde 
gelegten Preis in der Weise ermittelt, daß man den 
Gesamteinkaufspreis von 102000,— RM nur auf die 
effektive erhaltene geringere Menge umgelegt hat. 
Dadurch erhöhte sich für die Bestandsbewertung der 
cbm-Preis von 102,— RM 1t. Rechnung auf 132,— RM, 
insgesamt um rd. 14 500,— RM. Die Anfuhrkosten 
sind nicht eingerechnet worden. Im übrigen ver 
weisen wir auf den Abschnitt IV und den Anhang 
(Ziffer 4). 
Unter den Forderungen und Abgrenz 
posten erscheint u. a. eine Forderung an den Ge 
schäftsführer in Höhe von 1500,— RM. Wegen des 
teilweisen Gehaltsverzichts vgl. Abschnitt V B.
	        
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