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Volume 145 ([1086-1120])

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 101-150 (Public Domain)

14 
§ 2 
Die Hochschule hat das Recht der Selbstverwaltung 
und besitzt eigene Wirtschaftsführung im Rahmen des von 
den städtischen Körperschaften genehmigten Haushalts- 
. planes. Die allgemeine Dienstaufsicht führt die Abteilung 
Volksbildung des Magistrats. 
Die Mitglieder des Lehrkörpers und das Verwaltungs 
und technische Personal stehen im öffentlichen Dienste 
von Groß-Berlin. Für die Vertragsverhältnisse sind die 
allgemeinen Anstellungsbedingungen des Magistrats maß 
gebend. 
II. Aufgabe und Gliederung 
8 3 
Die Hochschule für Musik Berlin dient einer höheren 
Ausbildung auf sämtlichen Gebieten der Musik und hat die 
Bestimmung, künstlerisch begabte Jugend aller Bevölke 
rungsschichten in Können und Geist zu bilden und zu ver 
antwortungsvollen Künstlern und Musikpädagogen zu er 
ziehen. Humanität und künstlerische Freiheit sind 
oberstes Gesetz. 
Zur Erfüllung dieser Aufgabe bilden Lehrkörper, 
Studentenschaft und Verwaltung in gegenseitiger Ver 
pflichtung eine Hochschulgemeinschaft der Zusammen 
arbeit im Geiste demokratischen Wesens. 
i 4 
Die Hochschule gliedert sich ln 8 Abteilungen: 
1. Komposition und Tonsatz 
2. Dirigieren 
3. Gesang und Opernschule 
4. Tasteninstrumente (Klavier, Orgel und Cembalo) 
5. Streichinstrumente 
6. Blas- und Orchesterinstrumente (einschl. Orchester- 
schulel 
7. Musikerziehung (Schulmusik und Musikseminar) 
8. Kirchenmusik. 
Der Lehrplan und der Unterricht der Hochschule 
gliedert sich nach diesen 8 Abteilungen. Das einzelne 
Studium umfaßt jeweils ein Hauptfach und die zugehöri 
gen Nebenfächer. 
III. Organe der Hochschule 
§ 5 
Die Organe der Hochschule sind: 
a) der Direktor 
b) die Abteilungsleiter 
c) der Senat. 
Ihnen obliegt die Erfüllung der Aufgaben der Hoch 
schule nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. 
a) Der Direktor 
8 6 
Der Direktor der Hochschule wird vom Magistrat 
berufen. Er soll ein Künstler von hervorragender Bedeu 
tung sein. Vor der Berufung ist der Senat zu hören. 
Die Amtsdauer des Direktors Ist mehrjährig, die 
näheren Bestimmungen unterliegen einer Sonderregelung 
außerhalb dieser Satzung. 
I 7 
Der Direktor ist der Leiter der Hochschule und trägt 
die Verantwortung für Ihre künstlerische und pädagogische 
Tätigkeit. Ihm ist die Verwaltung unterstellt. Er ver 
tritt die Hochschule nach innen und außen. 
I 8 
Der Direkor ist befugt, im Einvernehmen mit dem 
Senat zu seiner Entlastung einen der acht Abteilungsleiter 
mit seiner Stellvertretung zu betrauen. Der stellvertretende 
Direktor bedarf der Bestätigung. 
b) Die Abteilungsleiter 
§ 9 
Die 8 Abteilungen der Hochschule unterstehen je 
einem Abteilungsleiter, der ein ordentlicher Professor der 
jeweiligen Abteilung sein muß. 
Die Abteilungsleiter werden auf Vorschlag des Direk 
tors durch den Magistrat für die Amtsdauer von 3 Jahren 
berufen. 
§ 10 
Die Abteilungsleiter haben den Unterricht ihrer Ab 
teilung künstlerisch und pädagogisch zu gestalten, die 
Lehrpläne aufzustellen und die Prüfungen (vgl. § 19) in 
ihrer Abteilung durchzuführen. Sie sind an die Be 
schlüsse des Senats gebunden. 
c)DerSenat 
§ 11 
Der Senat wird gebildet von 
dem Direktor als seinem Vorsitzenden, 
den 8 Abteilungsleitern 
und 2 Vertretern der Studentenschaft in den die 
Studentenschaft betreffenden Angelegenheiten. 
Der Senat gibt sich eine Geschäftsordnung, die der 
Bestätigung bedarf. 
§ 12 
Der Senat hat den Direktor in der künstlerischen und 
pädagogischen Leitung der Hochschule zu unterstützen und 
bei der Entscheidung aller die Hochschule ln ihrer Ge 
samtheit betreffenden wesentlichen Fragen laufend mit 
zuwirken. Er hat sich insbesondere zu den Anträgen auf 
Berufung von Mitgliedern des Lehrkörpers (vgl. § 14) 
gutachtlich zu äußern. 
IV. Der Lehrkörper 
§ 13 
Mitglieder des Lehrkörpers Sind 
a) die Vertreter der Hauptfächer, 
b) die Vertreter der Nebenfächer, 
und zwar sowohl die hauptamtlichen wie auch die neben 
amtlichen Lehrkräfte. 
Die Mitglieder des Lehrkörpers sind ordentliche Pro 
fessoren, außerordentliche Professoren oder Lehrbeauf 
tragte entsprechend der Bedeutung des Faches und je nach 
dem künstlerischen oder wissenschaftlichen Rang der 
Lehrkraft. 
§ 14 
Die Berufung der ordentlichen Professoren und außer 
ordentlichen Professoren und die Erteilung von Lehr 
aufträgen erfolgt auf gemeinsamen Vorschlag des Direk 
tors und des zuständigen Abteilungsleiters nach Beratung 
im Senat durch den Magistrat. Doch Ist der Magistrat an 
Vorschläge der Hochschule nicht gebunden. Die An 
stellung der übrigen Mitglieder des Lehrkörpers durch die 
Hochschule bedarf der vorherigen Genehmigung. 
Die ordentlichen Professoren können auf Lebenszeit 
angestellt werden. 
Mitgliedern des Lehrkörpers von besonderem Rang, 
die keine hauptamtliche Lehrtätigkeit ausüben, kann auf 
Vorschlag von Direktor und Senat der Titel Professor 
vom Magistrat verliehen werden. 
§ 15 
Als Voraussetzung für die Erfüllung ihres Lehrauf 
trages sollen die Lehrkräfte eine eigene freie künstlerische 
oder wissenschaftliche Tätigkeit ausüben. ' 
§ 16 
Der Pflege der Gemeinschaft und der Beratung ge 
meinsamer Angelegenheiten dient die Versammlung aller 
Mitglieder des Lehrkörpers (Dozentenversammlung). Sie 
wird von dem Direktor einberufen und geleitet.
	        
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