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Volume 131 ([954-1005])

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 101-150 (Public Domain)

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Dip haus Wirtschaft liehen Beratungsstellen des Magi 
strats wurden laufend beraten. 
Gemeinsam mit anderen Stellen wurden Merkblätter 
für die gewerbliche und häusliche Herstellung von 
Kräutertee und für die Selbstherstellung von Tabak 
ersatz herausgegeben. 
Auf Anregung des OMGÜS wurde der Verarbeitung 
von Mals und Maisprodukten im Haushalt besondere Be 
achtung geschenkt. 
111. Gutachtliche Anhörung bei Planung auf dem 
Gebiete der Ernährung 
Das Institut wird vom Magistrat tiei der Ausgabe 
von Lebensmitteln an die Bevölkerung gehört. Auf Fehler- 
tiuellen bei der Berechnung unserer augenblicklichen 
Kalorienmengeu (23) wurde auch die Öffentlichkeit hin 
gewiesen. 
IV. Veranstaltung von Vorträgen. Lehrgängen und Aus 
stellungen, sowie Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse 
durch Presse und Rundfunk 
Es werden laufend Kurse zur Ausbildung von Köchen 
für die Gemeinschaftsverpflegung und, seit 1946, einem 
Wunsche des OMGUS entsprechend, Lehrgänge für Groß 
küchenpersonal veranstaltet. Für KontrollbeaWe der 
früheren Deutschen Verwaltung für Handel und Versor 
gung fanden 5, auf Anregung des Magistrats, für Schul- 
siieisungen 6, sowie ein Lehrgang für die zuständigen 
Bearbeiter bei den Bezirksämtern statt. 
Rundfunk und Tagespresse werden laufend infor 
miert und zu den Tagesereignissen wird kurz Stellung ge 
nommen. 
Die praktischen Ergebnisse der verpflegungstech 
nischen Abteilung werden in populären Schriften und 
Zcilschriftenartikeln dem breiten Publikum zugänglich 
gemacht. 
Vom Sommer 1947 an wird ein Uezeptdienst unmittel 
bar an Großküchen sowie an die Besucher der Lehrgänge 
verteilt. 
Bericht' 
über Arbeitsweise und Ergebnisse des Pilanzenschutz- 
amtes und Institutes für biologische Untersuchungen 
vom August 1947 bis Jnni 1948 
Nach dem Beschluß Nr. 106 des Hauptauschusses der 
Stadtverordnetenversammlung hat das Pflanzenschutzamt 
und Institut für biologische Untersuchungen bis zum 
15. August 1948 einen Bericht über seine Arbeitsweise und 
Ergebnisse vorzulegen. Dieser Bericht wird hiermit er 
stattet. 
Das Institut bearbeitet folgende Aufgabengebiete: 
1. Vorrats- und Pflanzenschutz 
2. Samenkontrolle 
3. chemische Untersuchungen 
(Boden-, Dünger-, Futtermittel) 
Entsprechend der Entstehung des Institutes gliedert 
die Tätigkeit sich ln die Erledigung praktischer Auf 
gaben. an denen alle Arbeitsgebiet^ teilnehmeö, sowie in 
Forschungsarbeiten, die sich zunächst auf das Gebiet des 
wissenschaftlichen Vorratsschutzes erstreckt haben; doch 
konnten auch im Pflanzenschutz Forschungsarbeiten, wenn 
auch zunächst nur im beschränkten Umfange, aufgenom- 
men werden. 
In der Samenkontrolle und auf dem Gebiete der land 
wirtschaftlichen Chemie ist die Aufnahme von For 
schungsarbeiten gleichfalls vorgesehen, soweit die umfang 
reichen praktischen Tätigkeiten hierfür noch Zeit übrig 
lassen. 
I. Vorrats- und Pflatazensebutz 
Die Arbeit des Institutes als Pflanzenschutzamt für 
die Gebietskörperschaft Groß-Berlin regelt sich in der 
Hauptsache nach den Bestimmungen des „Gesetzes zum 
Schutte der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen vom 
5. März 1937 Abschnitt II, ff 4—6“. Diese Aufgaben be 
stehen ln der Hauptsache in Aufklärung und Bericht 
erstattung über Krankheiten und Schädlinge an Manzen 
kulturen und in lagernden Vorräten, in der Durchführung 
und Überwachung von Bekämpfungsmaßnahmen und in 
der Mitwirkung bei der Prüfung der für die Schädlings 
bekämpfung und dem Pflanzenschutz zur Verfügung 
stellenden Bekämpfungsmittel und Verfahren. An Aus 
künften wurden in der Berichtszeit etwa 750 erteilt. Die 
Auskünfte über Vorrats- und Pflanzenschädlinge und 
Pflanzenkrankheiten haben im laufenden Jahre erheblich 
zugenommen. Es ist anzunehmen, daß die Auskunftstätig 
keit in absehbarer Zeit noch stärker ansteigeu wird, wenn 
die Tätigkeit des Institutes durch Presse und Rundfunk 
erst weiteren Kreisen bekanntgeworden ist. Die Mit 
arbeiter des Institutes haben es sich angelegen sein lassen, 
nicht nur die Fragesteller ausführlich über die Schädlinge 
und Krankheiten zu belehren, sondern sie haben vielfach 
auch in Kleingartenvereinen und auf Tagungen Vorträge 
gehalten. Der Fachpresse wurden Aufsätze und der 
Tagespresse kurze Hinweise auf aktuelle Gefahren über 
sandt. Es ist weiter beabsichtigt, durch Lehrgänge für 
gewerbliche Schädlingsbekämpfer, durch Vorträge auf Be 
zirksversammlungen des Erwerbsgartenbaues, in den 
Kleingärtner- und Siedlervereinen und im Rundfunk auch 
weiterhin belehrend und anregend zu wirken, über beson 
ders wichtige und verheerend auftretende Schädlinge soll 
die Öffentlichkeit durch Verbreitung von Merkblättern auf 
geklärt werden. Als erstes Merkblatt dieser Art wurde ein 
solches über die Kohlfliege von Dr. Zacher und Kühn ver 
faßt. Weitere Merkblätter sollen Kohlgallenrüßler und 
Kohl-Hernie, sowie die Möhrenfliege behandeln. In glei 
cher Weise sollen weitere, besonders stark hervortrelende 
Schädlinge und ihre Bekämpfung behandelt werden. Als 
beachtenswerte Schädlinge, die in der Berichtsperiode 
hervorgetreten sind, sind besonders folgende zu nennen: 
Ameisen, Brotkäfer, Speckkäfer, Reismehlkäfer, Kornkäfer, 
Kohlgallenrüßler, Apfelblütenstecher, Speisebohnenkäfer, 
Erhsenkäfer, Kohlfliegen, Mehlmotfe, Dörrobstmotte, 
Apfelbaumgespinnstmotte, Blattläuse, Spinnmilben. Birn- 
blattpockenmllben, Stachelbeermilben, Wühlmäuse, Wan 
derratten, Slrelfenkrankheiten der Zwiebeln, Brennflecken 
krankheit der Bohnen, Triebspitzendürre der Kirschen. 
Himbeerrutenkrankheit, Kartoffelkkäfer. Der Aufbau und 
die Tätigkeit des Arbeitsgebietes Vorrats- und Pflanzen 
schutz wurde durch verschiedene Umstände gehemmt. Die 
Ausrüstung sowohl hinsichtlich der Räume, des telefo 
nischen Verkehrs, der Instrumente, wie der Literatur, ließ 
noch sehr zu wünschen übrig. Alle Schwierigkeiten konn 
ten aber überwunden werden. 
Das Massenauftreten verschiedener Kohlschädlinge, 
z. B. der Kohlfliege, ist nicht nur eine Folge der abnormen 
Witterung, sondern auch des vermehrten Anbaues von 
Köhl und des dadurch vernachlässigten Fruchtwechsels, 
sowie der Erschöpfung des Bodens durch mangelhafte 
Düngung. Die durch den Kohlgallenrüßler hervorgerufenen 
umfangreichen Schäden werden von der Bevölkerung häu 
fig verkannt und in der Regel der Kohlfliege zur Last 
gelegt. Dadurch entsteht die Gefahr der nutzlosen Ver 
geudung von Bekämpfungsmitteln, da die für die Kohl- 
fliege brauchbaren Mittel keine Wirkung auf den Kohl 
gallenrüßler haben. Schon dieses eine Beispiel zeigt, wie 
außerordentlich wichtig und notwendig es ist, daß das 
Pflanzenschutzamt die Anbauer durch eine umfangreiche 
Aufklärungstätigkeit über die Merkmale für die Er 
kennung der Schädlinge und über deren zweckmäßige Be 
kämpfung unterrichtet. 
Da der Kartoffelkäfer in der Mark Brandenburg 
schnell vorwärts dringt und im vorigen Jahr an einigen 
Stellen die Umgebung von Berlin bereits erreicht hatte, war 
für das Pflanzensehutzamt und Institut für biologische 
Untersuchungen die Abwehr der dadurch für den Kar 
toffelanbau drohenden Gefahr von besonderer Wichtigkeit. 
Es mußten deshalb alle Vorkehrungen getroffen werden, 
um den Kartoffelkäfer im Falle seines Auftretens wirk 
sam bekämpfen zu können. Hierzu wurde in Zusammen 
arbeit mit der Abteilung Ernährung und in Überein 
stimmung mit der Deutschen Zentralverwaltung für Land- 
und Forstwirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone 
Deutschlands am 23.4.1948 eine Anweisung an die Be 
zirksbürgermeister, betreffend Kartoffelkäferbekämpfung, 
herausgegeben. Diese Anweisung enthält genaue Richtlinien 
für das Absuchen der Kartoffelfelder und für die Be 
kämpfungsmaßnahmen, die beim Auftreten dieses Schäd 
lings nötig werden. Im vergangenen Herbst entstand eine
	        
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