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Volume 131 ([954-1005])

Full text: Drucksache (Public Domain) Issue 1946/1948, 101-150 (Public Domain)

354. Mitteilung — zur Kenntnisnahme — über 
Nachlaß Gerhart Hauptmann (Vorlage 
Nr. 16/107 u. 61/413) — Zwischenbericht — 
Wir lütten, zur Kenntnis zu nehmen: 
„Für die Unterbringung des Nachlasses von Gerhart 
Hauptmann war ln der Kheinbabenallee ein passendes Ge 
bäude gefunden worden, bei dem allerdings größere In- 
•itandsetzungsarbeiten auszuführen waren, Da der Ver 
mieter eine Übernahme der Kosten ablehnte und es nicht 
stattliaft ist, in nichtstädtische Grundstücke und Ge 
bäude öffentliche Geldmittel zu verbauen, mußte dieses 
Objekt wieder fallen gelassen werden. Inzwischen wurde 
die Suche nach einem geeigneten Gebäude fortgesetzt, ohne 
daß es bisher möglich gewesen wäre, etwas Passendes zu 
linden. Die Angelegenheit wird weiter verfolgt.“ 
Berlin, den 31. Juli 1948 
Magistrat von Groß-Berlin 
L, Schroeder May 
955, Mitteilung — zur Kenntnisnahme — über 
Anerkennung des Erzieherberufs als 
Mangelberuf (Vorl. Nr. 23/157) — Schluß 
bericht — 
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt davon Kennt 
nis, daß de^ Magistrat von Groß-Berlin zur Durchführung 
des Stadtverordneten-Beschlusses vom 10. April 1947 die 
Alliierte Kommandantur unter dem 24. April 1947 gebeten 
hat, den Erzieherberuf als Mangelberuf anzuerkennen, um 
die Heranziehung von Fachkräften aus Gegenden außer 
halb Berlins zu ermöglichen. o 
Da das Antwortschreiben der Alliierten Kommandan 
tur vom 8. Oktober 1947 nur auf das Personal für Kinder 
gärten und Krippen einging und es ablehnte, den Beruf 
der Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen in die Liste der 
Mangelberufe einzureihen, hat der Magistrat am 29. Okto 
ber 1947 bei der Alliierten Kommandantur nochmals den 
Antrag gestellt, für die erzieherischen Berufe — besonders 
für die Lehrkräfte — eine Anerkennung als Mangelberuf 
auszusprechen. 
Auf diesen zweiten Antrag des Magistrats ist bisher 
eine Antwort nicht eingegangen. Durch Rückfrage der 
Abteilung für Arbeit bei den einzelnen Besatzungsmächten 
mußte jedoch festgestellt werden, daß diese Machte nicht 
bereit sind, den Erzieherberuf als Mangelberuf anzu 
erkennen. Eine Änderung der Zuzugsgenehmigungsbestim 
mungen für diesen Beruf ist demzufolge nicht herbei 
zuführen. 
Wir bitten daher, den Beschluß der Stadtverordneten 
versammlung vom 10. April 1947 als erledigt zu betrachten. 
Berlin, den 5. August 1948 
Magistrat von Groß-Berlin 
U. Schroeder Wald. Schmidt 
956, Mitteilung — zur Kenntnisnahme — über 
Gültigkeit der von anderen deutschen Be 
hörden ausgestellten Ausweise für Schwer 
arbeitsbehinderte und Schwerkriegsbeschä 
digte im Bereich von Groß-Berlin (Vorlage 
Nr. 42/293) — Schlußbericht — 
" ir bitten, zur Kenntnis zu nehmen: 
Um den obigen Beschluß der Stadtverordnetenver- 
' iinmlung vom 12.6.1947 auf der S-Bahn durchzuführen, 
wurde am 14. 7. 1947 mit der Reichsbahndirektion Berlin 
'erhandelt und gleichzeitig ein diesbezüglicher schriftlicher 
Antrag vorgelegt. Der Antrag wurde von der Reichsbahn 
direktion gemäß Schreiben vom 25.7.1947 mit folgender 
Begründung abgelehnt: Im Fernverkehr der Deutschen 
Beichsbahn haben alle von den einzelnen Behörden aus 
gestellten Ausweise gleiche Gültigkeit. — Auf der Berliner 
S-Bahn flagegen, als einem Verkehrsmittel, das vorwiegend 
ertliche Bedeutung hat und in erster Linie dem Berufs 
verkehr der Berliner Bevölkerung dient, werden wegen 
Art und Umfang der dort gewährten Vergünstigungen nur 
die „Ausweise für Schwerarbeitsbehinderte“ der Versiche 
rungsanstalt Berlin anerkannt. 
Die Durchführung’ des Beschlusses auf allen städti 
schen Verkehrsmitteln (BVG) und auf der S-Bahn wurde, 
unter Berücksichtigung der vorstehenden Stellungnahme 
der Reichsbaiindirektion Berlin, dadurch beschränkt er 
reicht, daß die VAB sich bereit erklärte, ab 1.10.1947 
auch die Schwerbeschädigtenausweise an außerhalb von 
Groß-Berlin wohnende Beschädigte auszugeben, wenn sie 
in Groß-Berlin berufstätig und infolgedessen bei der VAB 
sozialversichert sind. Durch diese Regelung wird der Mehr 
zahl der aus der Umgebung nach Berlin kommenden und 
die Verkehrsmittel der BVG und S-Bahn benutzenden Be 
schädigten, dem obigen Beschluß entsprechend, die Fahr- 
preisvergünstigungen in vollem Umfange gewährt. Die 
Zahl der sonst noch gelegentlich nach Berlin fahrenden 
Beschädigten ist relativ gering. Für diese Reisenden würde 
die Anerkennung der von anderen deutschen Behörden 
ausgestellten Ausweise für Schwerbeschädigte im Bereich 
von Groß-Berlin nötig werden; das würde Jedoch dazu 
führen, daß die Vielzahl der bereits bestehenden Ausweise 
(s. Anlage), die zur Freifahrt bzw. Fahrpreisermäßigung 
berechtigen, sich bedeutend vergrößert und den Verkehrs 
bediensteten eine auch nur annähernd ordnungsmäßige Ab 
fertigung bzw. Kontrolle unmöglich macht. 
Der Zeitpunkt für die Gesamtdurchführung des obigen 
Beschlusses dürfte danach erst gegeben sein, wenn die 
Schwerbeschädigtenausweise aller deutschen Behörden 
einheitlich sind. 
Die nachstehende Zusammenstellung gibt einen Über 
blick über die zur Zeit gültigen Ausweise, die jeder Ver 
kehrsbedienstete der BVG kennen muß, um eine ordnungs 
gemäße Abfertigung der Fahrgäste durchzuführen. Wir 
bitten, den Beschluß Vorlage Nr. 42/293 für die Stadtver 
ordnetenversammlung als erledigt anzusehen. 
Berlin, den 5. August 1948 
Magistral von Groß-Berlin 
L. Schroeder Reuter 
Zusammenstellung 
der zur Zeit gültigen Ausweise, die jeder Verkehrs 
bedienstete der BVG kennen muß, um eine ordnungs 
gemäße Abfertigung der Fahrgäste durchzutühren. 
1. Ausweis für Schwerbeschädigte 
mit Fahrpreisermäßigung 
2. Ausweis für Schwerbeschädigte 
nur mit Fahrpreisermäßigung im S-Bahnverkehr 
3. Ausweis für Schwerbeschädigte* 
mit ständigem Begleiter und Fahrpreisermäßigung 
4. Ausweis für Schwerbeschädigte 
mit ständigem Begleiter, Fahrpreisermäßigung 
nur im S-Bahnverkehr 
5. Ausweis für Schwerbeschädigte 
mit keinerlei Fahrpreisermäßigung 
6. Ausweis für'Schwerbeschädigte 
mit ständigem Begleiter, keinerlei Fahrpreis 
ermäßigung 
7. Ausweis für Schwerbeschädigte 
mit ständigem Begleiter (Blinde) 
8. Ausweis für Leichtbeschädigte 
9. Schülermonatskarte für Schüler und Lehrlinge bis 
zum 18, Lebensjahr 
10. Schülermonatskarte für Schüler, Lehrlinge und Stu 
denten über 18 Jahre 
11. Wochenkarte U-Bahn 
12. Wochenkarte Straßenbahn bzw. Omnibus und U-Bahn 
13. Wochenkarte Straßenbahn 
14. Monatskarte Straßenbahn bzw. Omnibus und U-Bahn 
15. Monatskarte U-Bahn 
16. Monatskarte Straßenbahn und Omnibus 
17. befristeter Freifahrtausweis 
Straßenbahn, Omnibus und U-Bahn 
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