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Volume Zweiter Teil. Verkehrsverwaltung

Full text: Verwaltungsbericht (Public Domain) Issue 1912/1920 (Public Domain)

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Welche Bedeutung dem Omnibus in Groß Berlin in der Vorkriegszeit als 
Verkehrsmittel zufiel, geht schon daraus hervor, daß der Omnibusbetrieb in 
Groß Berlin 42 Linien umfaßte. Hiervon entfielen allein auf die Allgemeine 
Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft 36 Linien mit 653 Wagen, von denen 
14 Linien mit 235 Kraftwagen betrieben wurden. Die anderen Omnibusunter 
nehmen nahmen dagegen nur eine untergeordnete Stellung ein,- z. B. unterhielt 
die Omnibus-Compagnie Berlin nur zwei Nachtlinien und die Hochbahn- 
Omnibusgesellschaft zwei Zubringerlinien für ihr Schnellbahnnetz. Die beiden 
Omnibusunternehmen in Wilmersdorf und Steglitz sowie die übrigen betrieben 
nur je eine Linie. Bei einer Beförderungsziffer von rund 170 Millionen Fahr 
gästen im letzten vollen Friedensjahr 1913 nahm der Omnibusverkehr mit rund 
13% am gesamten Nahverkehr von Groß Berlin teil (vgl. die Abb. 4 und 5 
Seite 39). Der Verkehr der Omnibusse übertraf damals den der Hochbahnen 
um mehr als das Doppelte. 
Bei keinem Verkehrsunternehmen haben aber der Krieg und seine Folgen 
so verheerend gewirkt wie bei den Omnibusunternehmen. Mit Ausnahme der 
Allgemeinen Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft haben die sonstigen Omnibus- 
unternehmen in Groß Berlin alsbald nach Kriegsausbruch den Betrieb eingestellt. 
Aber auch die Allgemeine Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft hat durch 
den Krieg aufs schwerste gelitten. 
Die nachstehende Gegenüberstellung zeigt, welche Bedeutung das Unternehmen 
vor dem Kriege hatte und aus welchen Tiefstand es gesunken ist. 
Es waren 
im Betriebe 
Anzahl der 
Betriebs- 
am 
Schluß 
des 
Jahres 
Kraft 
wagen 
linien 
Pferd e- 
linien 
in Betrieb 
befindliche 
Wagen 
zahl 
gefahrenen 
Wagen 
kilometer 
Mill. 
be 
förderten 
Personen 
Mill. 
Ein 
nahmen 
Mill. 
Aus 
gaben 
Mill. 
1912 
102) 
24 
583 
27,7 
157,6 
12,29 
9,67 
1913 
132) 
22 
620 
31,2 
168,4 
13,84 
10,89 
1914 
72) 
21 
489 
27,7 
147,8 
12,19 
9,94 
1915 
1 
19 
320 
15,0 
94,6 
6,58 
7,33 
1916 
1 
16 
240 
10,5 
72,2 
5,18 
6,31 
1917 
1 
2 
24 
5,1 
33,2 
3,48») 
4,55») 
1918 
1 
1 
34 
1,0 
7,8 
2,72») 
2,64») 
1919 
22) 
2 
41 
1,9 
10,8 
5,70») 
5,76») 
1920*) 
12) 
1 
17 
0,5 
3,0 
2,40 
— 
Zur Hebung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens nahm die Gesellschaft 
im Jahre 1917 die Güterbeförderung — Lohnfuhrbetrieb — auf, dem sich 
dann später außerfahrplanmäßige Bahnhofsverbindungen und der Nacht 
wage nverkehr mit erhöhten Tarifen anschlossen. Diese Neuerungen erwiesen sich 
als zweckmäßig. Sie ermöglichten der Gesellschaft, wenn auch mit Verlust 
i) Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai. In den Monaten Januar und Februar waren noch 
2 Kraftwagen- und 2 Pferdelinien im Betriebe. Am 23. Juni wurde der Betrieb auf die eine Eillinie Unter 
den Linden —Halensee eingeschränkt. 
*) einschließlich Eillinie Unter den Linden—Halensee. 
3 ) einschließlich Güter- und Sonderwagenbetrieb.
	        
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