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Volume Zweiter Teil. Verkehrsverwaltung

Full text: Verwaltungsbericht (Public Domain) Issue 1912/1920 (Public Domain)

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Tarife und 
wirtschaftliche 
Entwicklung der 
Straßenbahnen. 
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CO - 
Noch eine zweite Neuerung wurde während des Krieges eingeführt- d. i. die 
Außenreklame an den Straßenbahnwagen. In den Einheitsverträgen war 
unter gewissen einschränkenden Bedingungen den damaligen Gesellschaften das 
Recht zugestanden worden, äußert an den Wagen Reklameschilder anzubringen 
und ebenso die Wagenscheiben in beschränktem Umfange zu Reklamezwecken zu 
benutzen. Inzwischen haben bereits mehrere Firmen von dieser recht wirkungs 
vollen Reklame Gebrauch gemacht, die bei 
voller Ausnutzung ansehnliche Einrrahmen 2 ^ 
für das Unternehmen erhoffen läßt. j| | 
Wie alle wirtschaftlichen Verhält 
nisse, so haben auch die Tarife der Ver 
kehrsunternehmen, die die Grundlage 
ihrer ganzen Wirtschastsgebarung bilden, 
vorher nie geahnte Änderungen erfahren. 
Noch im November 1916 konnte die 
Verbandsversammlung eine Abänderung 
des seit 1901 mit einigen Ausnahmen 
gültigen 10-Ps.-Tarifs ablehnen und 
noch im Mai 1918 wurde der Großen 
Berliner Straßenbahn die beanspruchte 
Erhöhung ihres Tarifes aus 15 Ps. 
versagt und nur eine Tariferhöhung um 
25 % auf 12,5 Pf., noch dazu unter recht 
weitgehenden Gegenleistungen seitens 
des Unternehmens, bewilligt und schon 
zwei Jahre später sah sich die Verbands 
versammlung vor die Notwendigkeit ge 
stellt, den Tarif auf 62,5 Ps. für die 
Einzelfahrt festsetzen zu müssen, um 
einigermaßen einen Ausgleich der Ein 
nahmen mit den infolge der Teuerung 
und der Geldentwertung ins Ungemessene 
gestiegenen Ausgaben herbeizuführen. 
Abb. 9 veranschaulicht die Ent 
wicklung der Tarife bei den einzelnen 
Groß Berliner Nahverkehrsmitteln. 
Für die Straßenbahnen sind die 
Tarife der Großen Berliner Straßen 
bahn zur Darstellung gebracht, mit 
denen die Tarife der Bahnen der 
Stadt Berlin im allgemeinen überein 
gestimmt haben. Die geringen Abwei 
chungen der Tarife der übrigen kleineren 
Unternehmen haben keine große Be 
deutung. 
Die Einführung des 12,5-Ps.-Ein- Abb.«. Entwicklung der Tarife auf den Nahverkehrsmitteln. 
heitstarifes ist bereits bei der Erörterung tu^des'Äensthe^den^Tanfes ben EiMhrungs- 
der Einheitsverträqe gewürdigt worden, Der Einheitstarif der Straßenbahn ist mit der 
^ r 1 . ,, ' , 1. Tarifzone der übrigen Nahverkehrsmittel in Vergleich 
ebenso wurde schon auf die Umstande gestellt.
	        
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