Path:
Volume Einundzwanzigster Abschnitt. Handel und Gewerbe, Verkehr

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

464 
Oinundzwanzigster Abschnitt: 
X. Kahrmarken. 
8 so. 
Oie Ohrmarken müssen nach Maßgabe der im Polizeibureau ausliegenden Probe an- 
gefertigt sein und außer der Söhe des Kahrgeldes, cier Nummer cies -bagens. cies Namens unci 
cier Wohnung des Getriebsunternehmers cien Vermerk: „Geschwerden sind beim Amtsvorsteher 
anzubringen, werden aber auch in ciem Polizeibureau unci auf cien Polizeiwachen entgegenge 
nommen". enthalten. Sonstige Vermerke auf cien Kahrmarken sind nicht gestattet. 
§ öl. 
Oer Fahrgast ist nur verpflichtet, cias Kahrgeld gegen Aushändigung einer Kahrmarke 
zu entrichten. 
(Jeder Kutscher ist verpflichtet, dem Kahrgaste nach beendeter Kahrt auf Verlangen Kahr- 
marken in Söhe des erhobenen Fahrgeldes auszuhändigen; unterläßt er dies, so macht er sich 
strafbar und hat auch keinen Anspruch auf Lahlung des Kahrgeldes. 
XI. Haltestellen. 
8 sr. 
Oie Polizeibehörde bezeichnet durch öffentliche Bekanntmachung und durch aufgestellte 
Dasein die Kialteplähe für die Droschken und die höchste Lahl derselben, die gleichzeitig auf einem 
S alteplatze halten dürfen. Ist diese Söchstzahl erreicht, so darf keine Droschke mehr dort anfahren; 
die nachträglich ankommenden Droschken müssen vielmehr nach dem nächsten Salteplatze fahren. 
8 SZ. 
Außer den Droschken dürfen auf den Saltepläken keine anderen wagen anfahren und 
sich dort aufstellen. 
XII. Ausführung der Oroschkenfahrt. 
8 54- 
Oer Droschkenkutscher ist verpflichtet, jede Kahrt anzunehmen und sofort auszuführen, 
wenn das Liel derselben im Semeindebezirk Steglitz oder in den Orten Kriedenau, Schöneberg, 
Dempelhof, Südende, Lankwitz, Mariendorf, Groß-Lichterfelde, Lehlendorf, Villenkolonie Grune- 
wald, Wilmersdorf, Dahlem und Schmargendorf liegt. 
Kerner ist er verpflichtet zu Kahrten nach Gerlin und Oharlottenburg. 
8 ss. 
Kahrten auf ungepflasterten und unchaussierten wegen und Straßen darf der Kutscher ab 
lehnen. Übernimmt er sie dennoch, so braucht er nur mit einer solchen Geschwindigkeit zu fahren, 
als die Seschaffenheit des Weges dies zuläßt. 
8 56. 
Der Kutscher einer Droschke, die zu einer Kahrt vorbestellt ist (§ 26), darf eine andere 
Kahrt nur annehmen, wenn er durch die Ausführung derselben nicht daran verhindert werden 
kann, zu der vorbestellten Kahrt pünktlich zur verabredeten Leit an dem bestimmten Orte anzu 
fahren. Sonst muß er die andere Kahrt ablehnen. 
In der Leit zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags können behufs Umspannens die Kutscher 
der nicht aus den Halteplätzen stehenden Droschken mit ungeraden, und zwischen 3 und 4 Uhr 
nachmittags die Kutscher solcher Droschken mit geraden Nummern die Kahrt ablehnen. 
8 57. 
Nach einer ununterbrochenen Kahrt von iVr Stunden Dauer kann der Kutscher, falls der 
Kahrgast die Droschke noch ferner behalten will, für das Pferd eins Üuhepause von IS Minuten 
auf Rechnung des Kahrgastes verlangen. 
8 ss. 
Wartezeiten vor Geginn der Kahrt und während der Kahrt kommen auf den Kahrpreis 
in Anrechnung.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.