Path:
Volume Einundzwanzigster Abschnitt. Handel und Gewerbe, Verkehr

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

Rcmdcl und Gewerbe, Verkehr. 
457 
I. Zulassung }um Droschkenfuhrgewerbe. 
§ 
Wer auf öffentlichen Straßen oder Plätzen Droschken-Fuhrwerke zu jedermanns Gebrauch 
in Detrieb fetzen will, bedarf hierzu einer auf feine Person lautenden Letriebserlaubnis der 
Polizeibehörde. 
Die Erlaubnis wird versagt, wenn der Nachsuchende die zu dem Gewerbebetriebe er- 
forderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. 
Oie erteilte Erlaubnis erlischt, wenn der Inhaber nach ihrem Empfang drei Monate ver 
streichen läßt, ohne von ihr Gebrauch zu machen, oder wenn er den Gewerbebetrieb während 
eines Zeitraumes von sechs Monaten eingestellt hat, ohne eine Fristung nachgesucht und erhalten 
zu haben. Die Nusfertigung der Erlaubnis ist in diesen Fällen innerhalb 24 Stunden an die 
Polizeibehörde zurückzugeben. 
8 2. 
Nutzer dieser Erlaubnis (§ 1) bedarf der Droschkenfuhrherr für jede Droschke zu ihrer 
Einstellung in den öffentlichen Droschkenfuhrbetrieb eines von der Polizeibehörde ausgestellten 
Erlaubnisscheines; der Erlaubnisschein enthält die Nummer, welche die Droschke zu führen hat 
und die Röchstzahl der gleichzeitig zu befördernden Personen. 
Vor Erteilung des Scheines für eine Kraftdroschke (§ 10) hat der Nachsuchende außer- 
dem die Sescheinigung eines polizeilich anerkannten Sachverständigen darüber beizubringen, daß 
sich die Kraftdroschke in allen ihren Deilen in vollkommen betriebssicherem Zustande befindet. 
Die Erteilung des Scheines für Kraftdroschken kann von der Verwendung einer be 
stimmten Detriebskraft und von der Erfüllung anderer besonderer Erfordernisse, welche mit Rück 
sicht auf die Verwendung von Kraftfahrzeugen im öffentlichen Droschkenfuhrbetriebe an ihre 
Leschaffenheit und Nusrüstung zu stellen sind, abhängig gemacht werden. 
II. Beschaffenheit der Betriebsmittel. 
8 3. 
A. Droschken und Schlitten. 
Nlle Droschken müssen dauerhaft, bequem, reinlich und von gefälligem Nutzern sein. 
Nn jeder Droschke mutz sich eine sicher wirkende Lremse befinden. 
8 ‘ t - 
Oer Fußboden jeder Droschke muß mit einer sauberen, dauerhaften Decke belegt 
sein von derartiger Beschaffenheit, daß sie abgewaschen werden kann. Diese ist nach Sedarf 
zu reinigen. 
Im Winter müssen die Nuftritte der Droschken mit einem die Glätte beseitigenden Stoff 
versehen sein. 
8 s- 
Im Innern jeder Droschke muß sich in einer Dasche eine nach Vorschrift der Polizeibe 
hörde angefertigte, mit der Nummer der jDroschke (§ 2) versehene Dasei mit der amtlich be 
glaubigten Fahrpreisordnung befinden. Diese Dasei muß stets in reinlichem und leserlichem 
Zustande erhalten sein. Die Dasche ist für die Fahrgäste deutlich sichtbar und leicht erreichbar 
anzubringen. 
In geschlossenen Droschken muß zur Verständigung zwischen Fahrgast und Kutscher eine 
zweckentsprechende Vorrichtung (z. D. Signalpfeife) vorhanden sein. 
8 s. 
Jede Droschke mutz mit zwei helleuchtenden Laternen versehen sein, die an beiden 
Seiten des Kutscherbockes anzubringen sind. 
Die Scheiben der Laternen müssen im Richten 14 cm hoch und 13 cm breit sein. 
In den Seitenscheiben der Laternen muß die der Droschke zugeteilte Nummer Sem hoch 
deutlich und sauber ohne Verzierungen eingebrannt sein. 
Die dem Wagen zugeteilte Nummer ist außerdem am Hinteren Dell des Wagenkastens 
und zu beiden Seiten des Dockes sowie im Innern des Wagens in einer von der Polizeibehörde 
zu bestimmenden Farbe und in einer Röhe von ö cm anzubringen. 
58
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.