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Volume Zwölfter Abschnitt. Armen- und Waisenpflege, Fürsorgeerziehung

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

304 
Zwölfter Abschnitt: 
Auszahlung der Unterstützungen. 
§ 30. 
Für die Auszahlung der baren Unterstützungen gilt folgendes: 
Oie Auszahlung der monatlichen Unterstützungen hat stets in der Wohnung der Armen, 
unter Benutzung eines von der Armendirektion zu liefernden Quittungsbuches, zu erfolgen. 
Lei jeder Auszahlung haben die Armenpfleger unter eigener Verantwortlichkeit die 
Legitimation der Empfänger zu prüfen und sich namentlich zu vergewissern, ob in der Wohnung und 
in den sonstigen Verhältnissen eine Änderung eingetreten ist svergl. 8 32). staben Änderungen 
irgend welcher Art stattgefunden, welche die Auszahlung der Unterstützung nicht mehr notwendig 
erscheinen lassen, so ist sie, auch wenn sie auf mehrere Monate bewilligt war. einzubehalten und 
der Grund in der Liste zu vermerken. Om Falle des Ablebens und des Verzuges des ftilfs- 
bedürftigen nach außerhalb sind Abhörbogen und Zahlungsbuch der Armendirektion einzureichen. 
Verzug der Unterstützten. 
8 »0. 
An Personen, die nicht mehr im Lezirke der Kommission wohnen, dürfen Unterstützungen 
nicht mehr ausgezahlt werden. 
(Jede wohnungsveränderung hat der laufend Unterstützte, was ihm nach erfolgter Lewilli- 
gung der Unterstützung von dem zuständigen Armenpfleger ausdrücklich zu eröffnen ist. dem 
Armenpfleger seines bisherigen Kommissionsbezirkes umgehend zu melden. 
Verzieht ein laufend Unterstützter in einen anderen Kommissionsbezirk, so hat die für die 
neue Wohnung zuständige Lezirkskommission über die Wsitergewährung erneut zu beschließen; 
zu diesem Zweck hat der Vorsteher des bisherigen Lezirks den Abhörbogen nebst Zahlungsbuch 
und den etwa noch sonst in seinen ständen befindlichen Unterlagen an den Vorsteher des neuen 
Lezirks abzugeben, der dann das Entsprechende veranlaßt. 
Lei Umzügen zu Geginn eines Monats steht dem nichts entgegen, wenn möglich, die 
bewilligte laufende Unterstützung noch im Lezirke der bisherigen Kommission auszuzahlen, weil 
sonst der Unterstützte unter Umständen in dem neuen Lezirk zunächst ohne hülfe bleiben konnte. 
Auszahlung der Pflegegelder. 
8 41. 
Auf die Auszahlung der Pflegegelder finden die Lestimmungen über die Auszahlung der 
laufenden Unterstützungen sinngemäß Anwendung, jedoch hat die Zahlung selbst monatlich nach 
her zu erfolgen. 
Inkrafttreten der Seschäftsanweisung. 
8 42. 
Diese Seschäftsanweisung tritt mit dem l. (Januar 1910 in Kraft. 
Steglitz, den I. Dezember 1909. 
Der Gemeinde-Vorstand. 
Luhrow. Fabarius. 
II. Waisenpflege. 
Durch die Vormundschaftsordnung vom 5. Juli 1875 werden die politischen 
Gemeinden aufgefordert, in bc^ug auf die Auswahl von solchen Personen, die als 
Vormund geeignet erscheinen, und die Beaufsichtigung der TDündel sowie der 
Vormünder die erforderlichen Anordnungen }u treffen. Die Verwaltung der 
Waisenratsangelegenheiten wurde einem ?u diesem Zweck gebildeten Gemeinde - 
Waisenrat übertragen. Vorsitzender war von 1675—1681 Kan^Ieirat Böttcher. von 
1881—1802 Kan^Ieirat Liehm.
	        
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