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Volume Zwölfter Abschnitt. Armen- und Waisenpflege, Fürsorgeerziehung

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

firmen- und Waisenpflege, Fürsorgeerziehung. 
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5. General- und Berufs Vormundschaft. 
Über die durch den Ortsarmen verband im Wege der öffentlichen Armen 
pflege unterstützten Kinder ist seit dem l. Oktober 1902 die Seneralvormundschatt 
und am 1. Oktober 190ö die Berufsvormundschaft über die in Steglitz unehelich 
geborenen Kinder eingeführt. 
Lum Generalvormund wurden die Obersekretäre Kaufmann und Kloppe 
ernannt. 
Ortsstatut für die Gemeinde Steglitz, betreffend die Einführung einer General 
vormundschaft im Gemeindebezirk Steglitz. 
?ür den Gemeindebezirk Steglitz im Kreise Oeltow wird hierdurch nach Maßgabe des 
Seschlusses der Gemeindevertretung vom 12. (Juni d. 3. auf Grund des Artikels 78, 8 4 des 
Preußischen Ausführungsgesetzes zum Lürgerlichen Gesetzbuchs vom 20. September 1899 nach 
stehendes Ortsstatut erlassen. 
8 . 
Für diejenigen Minderjährigen, welche seitens des Armenverbandes Steglitz im Wege der 
öffentlichen Armenpflege unterstützt werden, wird die Seneralvormundschaft eingeführt. 
8 2. 
Oer Gemeindevorsteher ernennt die Generalvormünder aus den Leamten der Gemeinde- 
Verwaltung. 
8 3. 
Die ernannten Generalvormünder haben alle Flechte und Pflichten eines Vormundes Über 
die im 8 > bezeichneten, ihnen zugewiesenen Minderjährigen. 
Gei Auswahl der Pflegestelle für diese Minderjährigen sAnstalt oder Familie), bei Leauf- 
sichtigung der Lrziehung und Verpflegung derselben in diesen Pflegestellen, sowie bei Ausübung 
der Aufsicht über die in der mütterlichen Familie erzogenen oder verpflegten unehelichen Kinder 
haben die Armenbezirksvorsteher, Armenpfleger, Pezirks-Waisenräte und Aufsichtsdamen mitzuwirken. 
8 4. 
Sobald bezüglich eines Minderjährigen die Voraussetzungen des 8 > dieses Statuts ein- 
getreten sind, ist dies durch den Gemeindevorsteher unter Angabe des ernannten Generalvormundes 
dem Vormundschaftsgericht mitzuteilen. 
8 S. 
Oie Generalvormundschaft für jedes Mündel endigt für gewöhnlich mit dem vollendeten 
18. Lebensjahre. 
Dieselbe ist früher einzustellen. 
s) wenn die Unterstützung des Mündels aus öffentlichen Armenmitteln dauernd in 
Wegfall kommt, 
b) wenn Umstände eintreten, welche eine dauernde Aufsicht über das Mündel wesent 
lich erschweren, namentlich also, wenn das Mündel nach beendeter Schulpflicht 
feinen Aufenthalt außerhalb Steglitz nimmt. 
In solchen Fällen hat der Generalvormund die Bestellung eines besonderen Vormundes 
bei dem Vormundschaftsgericht zu beantragen. 
8 s. 
Oie Befugnis des Generalvormundes zur vormundschaftlichen Vertretung eines Mündels 
auf Grund dieses Statuts wird durch eine gemäß 8 8« Nr. 7 der Üandgemeinde-Ordnung vom 
3. (Juli 1891 ausgestellte Urkunde gültig nachgewiesen.
	        
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