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Volume Achter Abschnitt. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

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Achter Abschnitt: 
mindern fassen, was eine Ersparnis von 1500 Mk. pro Jahr für die 
Gemeinde bedeuten würde. Die Werke bieten der Gemeinde ferner 
das für das Stadtbad erforderliche und ]um Ladebetrieb brauchbare 
Wasser [in beliebiger Menge für den preis von l pf. pro Kubikmeter 
an, was allerdings beim jetzigen Verbrauche von nur 100 000 Kubik- 
meter pro Jahr 1000 Mk. Unkosten der Gemeinde verursachen würde. 
Diesen Vorteilen stehen folgende Nachteile gegenüber: 
1. Zunächst liegen Gedenken gegen eine betriebstechnische Verbindung 
des Stadtbades und der Elektrizitätswerke in dem etwaigen Verlangen 
derselben, ihnen Kessel, pumpen und Brunnen des Stadtbades ?ur 
Genutzung zu überlassen, und der dadurch bedingten unverhältnismäßig 
großen Abnutzung der ftpparate, ftuch ist die vollkommene Verschieden 
artigkeit bei den technischen Unternehmungen zu berücksichtigen, die 
unabhängig voneinander gebaut sind, und die vor allen Dingen, von 
verschiedenen Persönlichkeiten geleitet, auf Grund verschiedener Prin 
zipien verwaltet werden müssen. 
2. Würde der Vertrag verlängert, so bliebe im Zentrum von Steglitz ein 
großes industrielles Werk bestehen, das daselbst ständig vergrößert 
werden müßte. Der Hintere ttaum nach dem Lahngelände zu reicht 
für die ftufstellung von Kühltürmen in absehbarer Zeit nicht mehr aus, 
und es müßten daher später, da das Gebäude in der ftchsenrichtung 
verlängert werden muß, an der Ecke Körner- und Lergstraße, die stets 
häßlich wirkenden Kühltürme aufgestellt werden. Schon der ftnblick 
der Schornsteine, die im kaufe der Zeit notwendigerweise noch ver 
mehrt werden müssen, auch ohne stauch, dürfte genügen, um Steglitz 
steuerkräftige Levölkerung, wenigstens in der Umgebung der Werke, 
zu entziehen oder deren Zuzug zu verhindern. 
2. Ferner sprechen noch gegen die Verlängerung des Vertrages die ver 
schiedenen Stromarten. 3n dem nicht allzu großen Gemeindegebiet von 
Steglitz wird sowohl Gleichstrom wie Drehstrom abgegeben, hierdurch 
werden z. G. die ftbnehmer dadurch geschädigt, daß sie bei Verzügen 
sich in bezug auf ihre Maschinen den neuen örtlichen Verhältnissen an- 
passen müssen, ftuch die Gemeinde hat Nachteile, denn es würde ihr 
nicht möglich fein, Leleuchtungskörper im großen, d. h. für alle Ge 
bäude zusammen, einzukaufen. 
4. Gehen die berliner Vororts - Elektrizitätswerke nicht darauf ein, der 
Gemeinde für die Dauer des Vertrages den für den Letrieb von 
Lahnen — jeder ftrt — erforderlichen Strom für. „den jetzigen preis 
von 9,5 pf. pro Kilowattstunde abzugeben, so könnte der Fall eintreten.
	        
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