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Volume Achter Abschnitt. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

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Achter Abschnitt: 
2. Elektrizität. 
Nach eingehenden Geratungen 6er Sernein6e-Vertretung un6 mehrjährigen 
Vorverhandlungen mit in Frage kommenden Elektrizitäts-Gesellschaften wurde am 
14. Juli 1899 mit den Berliner Vororts-£lehtri^itäts-Werken ein Vertrag, betreffend 
Lieferung elektrischer Kraft zu Beleuchtungs-, Kraftübertragungs-, Koch- und 
sonstigen Zwecken, abgeschlossen. ?^uf Grund desselben übernahm die genannte 
Gesellschaft die Lieferung des elektrischen Stromes für die Beleuchtung öffentlicher 
Straßen und der Gemeinde gehöriger öffentlicher Gebäude mit 22 pf. für die 
Kilowattstunde. Gemäß besonderem Carif wurde für private der preis für Be 
leuchtung mit 50 pf., für Kraftübertragung und Reibung mit 15 pf. berechnet. 
Bei größerem Stromverbrauch (über 250 TDK.) sollten Vergütungen eintreten. 
Die Liochspannungsleitungen von der 1901 erbauten Kraftstation an der 
Ecke der Berg- und Körnerstraße sind ausschließlich, die Niederspannungsleitungen 
für Gleichstrom zum größten 'Ccil als unterirdische Kabel in einer Diese von 0,7 m 
unter der Oberfläche des Bürgersteiges verlegt. Die Lampen — es kamen Gleich- 
strombogenlampen zur Verwendung — sind an gußeisernen Kandelabern aus 
gehängt. haben eine Brennpunkthöhe von 6 m und sind abwechselnd auf beiden 
Seiten der Straßen an den Bordkanten der Bürgersteige aufgestellt. 
Die erste Beleuchtung umfaßte 15 Bogenlampen, von denen 10 auf die 
Schloßstraße (von der Obrangel- bis zur Nhornstraße) kamen, während die übrigen 
5 auf die Albrechtstraße verteilt wurden, und zwar bis zur Schühenstraße in Ab 
ständen von durchschnittlich 70 m. In der Schloßstraße beträgt diese Entfernung 
rund 80 m. Bei einer Stromstärke von 12 Ampere und 220 Volt Spannung ent 
spricht die Lichtstärke einer Bogenlampe der 880 Kerzen, so daß die geringste 
Flächenhelligkeit an der am wenigsten beleuchteten Stelle zwischen zwei Bogen 
lampen 1 TDeterkerze beträgt. 
Nach einer probeweisen elektrischen Beleuchtung der oben angegebenen 
Straßen erfolgte diese dauernd seit dem 1. TDärz 1904. Noch im Laufe desselben 
Jahres wurde das Netz der Beleuchtung auf die ganze Schloßstraße ausgedehnt, 
indem weitere 5 Lampen von der Obrangel- bis Kurfürstenstraße angeordnet 
wurden und eben so viele zwischen der Ahorn- und TDommsenstraße. Um Jahre 
1907 erhielt auch die Schützenstraße elektrisches Licht. 
Da die Grenze der Gemeinden Steglitz und Friedenau auf der Tßitte der 
Schloß- bzw. Icheinstraße liegt, und letzterer Ort ebenfalls die Einführung 
elektrischen Lichtes beabsichtigte, so wurde durch ein Abkommen mit der Ge 
meinde Friedenau die Vereinbarung getroffen, daß die Kosten die Beleuchtung 
jener Straßenteile von beiden Verwaltungen je zur Rälfte getragen werden sollten. 
Obährend der letzten Jahre ist eine wiederholte Ermäßigung des Strom 
preises eingetreten, so daß sich jetzt die Kosten für eine Kilowattstunde bei öffent-
	        
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