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Volume Achter Abschnitt. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

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Achter Abschnitt: 
Rierbei macht es keinen Unterschied, ob die Wasserzuführung eine allgemeine ist oder sich 
auf ein einzelnes Grundstück beschränkt. Im letzteren Falle hat sich der betreffende Eigentümer 
einer dauernden Kontrolle nach dieser Kichtung hin zu unterwerfen. 
8 S. 
Einrichtungen der Grundstücks-Entwässerung. 
Für die Einrichtung der Srundstücks-Lntwässerung gelten folgende Vorschriften: 
I. Im allgemeinen. 
a) Aufgehoben durch Polizei-Verordnung vom 29. ssuni 1895. 
b) Alle Abfallrohre in den Gebäuden sind über dem höchsten Einfluß durch Verlängerung 
über das Dach hinaus zu entlüften. 
wagerechte Lntlüftungsleitungen sind unzulässig. 
Die Lntlüftungsrohre müssen als gemauerte Kanäle mindestens 250 qcm Querschnitt 
haben oder sind aus Eisen oder Linkblech Nr. 12 mit mindestens 10 ein Durchmesser 
für Klosett- und mindestens 5 cm Durchmesser für andere Abfallstränge herzustellen. 
Linkblechrohre sind an den der Beschädigung ausgesetzten Stellen zu verkleiden. 
o) (Jeder Ausguß ist mit einem dicht abnehmbaren Kost oder Sieb zu versehen. 
ä) Unter jedem Ausguß, sowie unter dem Wasserklosett sind wasserverschlüsse (Geruch- 
Verschlüsse) anzubringen. Alle Verschlüsse dieser Art müssen zugänglich sein. 
e) (Jedes Wasserklosett muß so eingerichtet sein, daß dessen Spülung durch den Genutzenden 
selbst während und nach jedesmaligem Gebrauch erfolgen kann. 
Die Abflußöffnung des Klosettbeckens darf nicht mehr als 7 cm Durchmesser haben. 
f) Die Anlagen von Gullies auf den Röfen zur Aufnahme von Grunnenwasser und ihr 
Anschluß an die Straßenleitung ist nur dann gestattet, wenn der Sullierost mindestens 
13 cm über der allgemeinen Roffläche liegt. 
g) Donrohre dürfen nur da angewendet werden, wo dieselben wenigstens 80 cm Deckung 
haben; in allen anderen Fällen, insbesondere bei Durchführung durch Mauern. sind 
eiserne Kohre zu verwenden. 
Die Dichtung muß durch Deerstricke und Don, die der eisernen Kohre durch Deer- 
oder weißstricke und Glei, welches vergossen und verstemmt werden muß, erfolgen. 
Senkrechte eiserne Abfallstränge können auch mit Mennigekitt verdichtet werden. Lweig- 
rohre dürfen niemals rechtwinklig in die Rauptrohre bzw. gegen das Gefälle in letztere 
eingeführt werden (schräge Abzweigstücke). 
Lwischen Kohre verschiedener weite sind Übergangsrohre (Daper) einzuschalten. 
h) Die Spülvorrichtung der Klosetts und Pissoirs muß wirksam und so eingerichtet sein, 
daß die ganze Gecken- bzw. Nutzfläche benetzt und gereinigt werden kann. 
t) Sämtliche Wasserhähne müssen zugänglich und frostfrei liegen. 
k) Für jedes anzuschließende Grundstück wird seitens des Amts-Vorstehers eine bestimmte 
Röhe festgesetzt, unterhalb welcher die Anlage von Ausgüssen nicht zulässig ist. Diese 
Festsetzung ist seitens der Lesitzer beim Amtsvorsteher, gleichzeitig mit dem Antrag auf 
Genehmigung des Lntwässerungsprojektes, schriftlich zu beantragen. 
Öffnungen aller Art, wie Klosetts, Ausgüsse usw. in den Rausentwässerungsanlagen, 
welche unter jener Rühe liegen, sind nur dann zulässig, wenn sich der Eigentümer selbst 
gegen den Kückstau der Effluvien in das Gebäude schützt. 
l) In das Rausableitungsrohr muß an geeigneter Stelle ein zugängliches Kevisions- 
zwischenstück mit Kückstauschutzvorrichtung (hängende Klappe) eingeschaltet werden. 
m) wird die Abführung flüssiger Stallabgänge in die Lntwässerungsleitung beabsichtigt, 
so ist im Inneren der Stallräume ein ssauchekasten mit Wasserverschluß und festem Kost 
oder Sieb anzulegen; andernfalls ist die Verwertung dieser Abgänge zu landwirtschaft- 
lichen oder gärtnerischen Lwecken zulässig, soweit nicht allgemeine sanitäre Übelstände 
durch deren Ansammlung entstehen.
	        
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