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Volume Achter Abschnitt. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

33autvefen. 
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III. "Ciefbau. 
A. Der Bebauungsplan von Steglitz. 
J. Entwicklung des Bebauungsplanes, 
a) Vorarbeiten. 
Die ersten Vorarbeiten für die Aufstellung des Steglitzer Bebauungsplanes 
Ortsplanes sind schon imIahre 1874 eingeleitet worden. Auf Ersuchen des damaligen 
Gemeinde-Vorstehers Berlinicke wurde bei dem Königlichen Katasteramte Berlin 
eine Ortskarte von Steglitz bestellt und im Jahre 1875 geliefert. Diese im Maßstab 
1:2500 gezeichnete Karte war die Grundlage für die spätere Aufstellung des 
Original-Bebauungsplanes von Steglitz. Der erste Entwurf für den Bebauungsplan 
rührt vom Begierungs- und Baurat a. D. Keil her. Am 18. Mai 1876 war dieser 
erste Entwurf fertiggestellt; er gelangte jedoch nicht zur förmlichen Feststellung. 
Erst im Jahre 1888 wurde ein neuer Entwurf durch den Kegierungs- Baumeister 
Stapf und den Landmesser Busse ausgearbeitet und durch Beschluß der Gemeinde 
vertretung vom 10. $uli 1888 genehmigt. Die förmliche Feststellung erfolgte nach 
Erledigung einiger Einwendungen am IO. August 1889. 
Der Umstand, daß die Bebauung bisher ohne einen in aller ?orm fest 
gesetzten Bebauungsplan erfolgt war, und daß der vorhandene Straßenweg an 
manchen Stellen, durch Linzelwünsche beeinflußt, ohne genügende Berücksichtigung 
des Sesamtinteresses entstanden war, hatte es unmöglich gemacht, daß ein Projekt 
entstand, welches den Ansprüchen auf Schönheit sowohl als auf Zweckmäßigkeit 
vollkommen hätte genügen können. Dunlichste Berücksichtigung der bereits 
vorhandenen Straßen, sowie der jetzigen und künftigen hauptsächlichen Verkehrs 
adern innerhalb des Ortes und der Anschluß an die Bebauungspläne der 
Nachbargemeinde waren die leitenden Gesichtspunkte. 
h) Plätze. 
Dn dem Entwurf war nur ein neuer Platz an der Bergstraße, den Straßen 43, 
44 und 45 aufgenommen, da einerseits weitere Plätze von dem Gemeinde-Vorstand 
nicht in Aussicht genommen wurden, und da andererseits nach Ansicht des Plan- 
verfassers weder für den Verkehr noch für die Gewinnung von lüuft und Uicht 
bei der damals offenen, fast ausnahmslos villenartigen Eharakter tragenden 
Bebauung von Steglitz kaum ein Bedürfnis nach Schaffung weiterer Plätze hervor 
treten dürfte. 
Durch die wiederholte Abänderung der Bauordnung für Berliner Vororte 
und die dadurch geförderte bauliche Entwickelung hat Steglitz sich inzwischen 
jedoch aus einem rein ländlichen in einen Ort städtischen Eharakters verwandelt, 
und der Mangel an größeren Schmuck- und Verkehrsplätzen machte sich in recht 
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