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Volume Achter Abschnitt. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Landgemeinde Steglitz (Public Domain) Issue 1875-1909 (Public Domain)

Gauwesen. 
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derselben bilden Schleifen vom Rerde zum Schornstein. fDit der Kanalheizung 
ist zugleich eine Lirkulationsluftheizung verbunden, indem die Kirchenluft mittels 
einiger Kanäle durch Saugeöffnungen in die die Rerde umgebende ILufthammer 
gebracht wird, wo sie sich erwärmt, um dann unmittelbar nach oben in den Kirchen- 
raum zurückzutreten. Oie Schlote sind im Dachraume zu einem einzigen Schorn- 
stein zusammengezogen, der in der Achse des Ohoranschlußgiebels entwickelt ist. 
ftls durchaus günstig sind die akustischen Verhältnisse der Kirche zu bezeichnen, 
und es darf angenommen werden, daß dieser Umstand besonders durch die stark 
gekrümmten Gewölbe und die Vermeidung runder Grundrißtormen hervorgebracht 
worden ist. 
Gei den vielen Zuwendungen, welche der Gau erfahren hat, war es 
möglich, die sonstige Ausstattung in etwas reicherer Formengebung durchzuführen. 
Die von Sr. Majestät dem Kaiser und König allergnädigst gestifteten Altarfenster, 
bei denen in der Mittelrosette der segnende Lhristus, darunter die beiden Apostel 
Petrus und Paulus und neben diesen in den Seitenfenstern die vier Evangelisten 
dargestellt sind, gaben Veranlassung, auch die übrigen lenster, wie bereits erwähnt, 
in Glasmalerei herzustellen. Dabei sind in den Kosetten des Querschiffes die 
göttliche Dreieinigkeit und die christlichen Dugenden Glaube, Liebe und Roffnung 
zur Darstellung gebracht. Zu dem Altar sind viele Stiftungen beigetragen worden, 
von denen besonders die aus echter Gronze gefertigten Engelsfiguren. der Sand 
steintisch, die Altargeräte und das Antependium aus rotseidenem Kips mit echter 
Goldstickerei zu nennen sind. Geschenkt sind ferner der Daufftein, welcher von 
dem Stifter nach einem Modell Kauchs gefertigt ist. ferner die Kosten für die 
Geschaffung eichener Nieder- und Kriegertafeln sowie für die Geleuchtungsgegen- 
stände, die Deppiche usw., endlich vor allen Dingen die von Dinse in Gerlin 
erbaute vertreffliche Orgel, welche die Kirche dem Opfersinn von W. Maurer in 
Steglitz verdankt. Diesen vielseitigen Zuwendungen ist es besonders zu danken, 
daß das innere der Kirche einen überraschend reichen Eindruck gewährt. 
Die Kosten des Gaues betragen ohne die Geschenke, aber mit den 
Geträgen für die Zentralheizung in runder Summe 307 000 Mark, wovon dem 
Fiskus für Geschaffung der Steine, des Kalkes und Kundholzes ausschließlich 
aller Nebenkosten etwa 140 000 Mark zur Last fallen. Die bebaute Grundfläche 
der Kirche beträgt ohne die Strebepfeiler 895 gm, so daß sich ein Einheitspreis 
für das Quadratmeter von rund 343 Mark ergibt. 
Fast genau zu demselben Ergebnis kommt man, wenn man. wie dies bei 
überschläglichen Ermittelungen häufig geschieht, den Durm mit dem Dreifachen 
seiner Grundfläche, die niedrigen Anbauten aber mit einem Drittel derselben in 
Kechnung stellt. Für das Kubikmeter des Kauminhaltes berechnet sich unter 
durchschnittlicher Annahme der IS m betragenden Röhe von der Oberkante des 
Fundamentmauerwerks bis zum Rauptgesims ein Kostenbeitrag von rund 21.50 Mark. 
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