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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Die Schutzmannschaft von 1855—1865. 
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gewerblichen Anlagen zu üben. In den Jahren 1875 und 1876 wurde die Zu 
ständigkeit des Fabrikinspektors auch auf die Kreise Nieder-Barnim und Teltow 
und auf die Stadt Charlottenburg ausgedehnt. Nach der durch § 139 b der 
Gewerbeordnungsnovelle vom 17. Juli 1878 bewirkten Erweiterung der Zuständig 
keiten der Geiverbeaufsichtsbeamten erhielt der Fabrikinspektor gemäß der Aller 
höchsten Kabinetsordre vom 14. Mai 1879 den Titel „Gewerberat". 
3. Die Arbeitcrschutzvorschriften der Gewerbeordnungsnovelle vom 1. Juni 
1891 bedingten eine weitere erhebliche Ausdehnung der Geschäfte der Gewerbe 
aufsichtsbeamten. Mit Rücksicht hierauf wurden, entsprechend der damals allgemein 
im ganzen Staatsgebiet erfolgten Umgestaltung dieses Dicnstzweiges, in Berlin 
drei Gewerbe-Jnspektionsbezirke gebildet. Den mit der Verwaltung dieser Inspek 
tionen betrauten Gewerbeinspektoren wurde die amtliche Handhabung der Gewerbe 
aufsicht, sowie die Vornahme der bisher von den Baninspektoren ausgeführten 
Dampfkesselrevisionen übertragen. Die drei Gewerbeinspektionen wurden am 
1. April 1892 mit je einem Gewcrbeinspektor und einem Assistenten besetzt. Nach 
dem vorübergehend zwei Inspektoren je ein zweiter Assistent beigegeben war, sind 
in neuester Zeit fünf Gewerbe-Jnspeküonsbezirke (0, 0, 8, W und N) gebildet und 
mit je einem Inspektor und einem Assistenten besetzt worden. Außerdem wurden 
im Laufe der letzten beiden Jahre zwei weibliche Gewerbe-Jnspektionsbcamte 
angestellt. 
Dem Gewerberat, der seit 1892 den Titel „Regierungs- und Gewerberat" 
führt, verblieb die obere Leitung der Gewerbeinspektionen. Gleichzeitig fungiert 
er als technischer Beirat des Polizei-Präsidenten und Dezernent in Angelegenheiten 
des Arbeiterschutzes und der genehmigungspflichtigen Anlagen. Die frühere Zu 
ständigkeit des Gewerberats für die Kreise Teltow und Niederbarnim ist mit der 
Einführung der Gewerbeinspektionen in Fortfall gekommen. 
Infolge des Anwachsens der Geschäfte mußte vom 1. April 1899 an ein Ge 
werbeinspektor als gewerbetechnischer Hülfsarbeiter beim Polizei-Präsidium und 
ständiger Vertreter des Regicrungs- und Gcwerberats herangezogen werden. 
II. Die Schuhmamischaft. 
a) Von 1855 bis 1865. 
1. In dem Bestände der Schutzmannschaft trat eine erhebliche Veränderung 
ein, nachdem durch Allerhöchste Kabinetsordre voni 28. Januar 1860 die Ein 
gemeindung eines Teiles der zum engeren und weiteren Polizeibezirk gehörigen 
Umgebung Berlins zum 1. Januar 1861 angeordnet worden war. Mit Rücksicht 
hierauf wurde eine Neueinteilung der städtischen Reviere und gleichzeitig deren 
Vermehrung auf insgesamt 40 erforderlich. Andererseits wurden die Landpolizci- 
revierc — die nunmehr aus den Bezirkshauptmannschaften ausschieden — auf 
drei vermindert, indem zwei derselben durch die Eingemeindung gänzlich in Fort 
fall kamen und die beiden auf dem südlichen Spreeufer verbleibenden zu einem 
Reviere vereinigt wurden. Zugleich aber wurde im Anschluß an eine Anregung 
der mit der Revision des Polizei-Präsidiums betrauten Kommissare eine erhebliche 
Herabsetzung des Mannschaftsbestandes der Schutzmannschaft durchgeführt. 
2. Die allgemeine Geschäftsrevision des Jahres 1860 hatte ferner dazu 
geführt, daß die Fachhaupünannschaften, die sich inzwischen um zwei weitere, das 
Straßen- und Erlenchtungskommissariat und die Inspektion für das Fabrikwesen 
vermehrt hatten, mit Ausnahme des Strom- und Schiffahrtspolizeibureaus und 
der Sittenkommission vorübergehend aufgelöst wurden. Durch Verfügung des 
Polizei-Präsidenten vom 5. Januar 1861 wurde die Auflösung angeordnet; gleich 
zeitig wurden die Geschäfte der aufgelösten Fachhauptmannschaften zum größten Teil 
den Bezirkshauptleuten und den Revieren, einzelne auch der Abteilung II übertragen. 
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