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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

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Geschichte der Organisation. 
die Besoldimgskosteil, soweit es sich um die Remunerieruug für die Revisionen 
der animalischen Nahrungsmittel handelte, auf die Staatskasse übernommen, wo 
gegen die Kosten für die veterinärpolizeiliche Überwachung der Viehmärkte nach ivie 
vor von der Stadtgemeinde getragen werden. 
o) Bauinspektoren. 
1. Der Umfang der baupolizeilichen Geschäfte der Behörde hatte sich bereits 
in den sechziger Jahren infolge der starken Zunahme der Bauthätigkeit und der 
gesteigerten Anforderungen an die Kontrolle der Privatbauten dermaßen gesteigert, 
daß eine Erweiterung des für die Handhabung der Baupolizei vorhandenen in 
der Abteilung III zusammengefaßten Beamtenorganismus erforderlich wurde. Es 
wurde daher im Jahre 1865 der Polizeibezirk Berlin in drei Baukreise geteilt, 
für deren jeden ein Bauinspektor mit besonderem Bureau eingesetzt wurde; schon 
im Jahre 1867 wurde ein vierter Baukreis gebildet. 
Mit dem iveiteren Aufschwünge der Bauthätigkeit nach den Feldzügen wurde 
die Zahl der Baukreise im Jahre 1873 auf acht erhöht. Eine Verminderung der 
Baukreise auf sieben trat im Jahre 1879 ein als eine Folge der Übertragung 
der Straßenbaupolizei aus die Stadtgemeinde, sowie mit Rücksicht auf die ver 
änderten Zuständigkeitsvorschrifteu der neueren Verwaltungsgesetzgebung. Im 
Jahre 1889 erfolgte dann wieder eine Vermehrung der Baukreise auf zehn und 
im Jahre 1897 auf elf. 
2. Die Ausstattung der Bauinspektionen mit Hülfskräften ist seit dem Jahre 
1898 in der Weise geregelt, daß jedem Bauinspektor ein staatlich besoldeter Re- 
gierungsbaumeister, welcher ihn in Behinderungsfällen zu vertreten hat, und ein 
gleichfalls staatlich besoldeter Bausekretär zur Hülfeleistung beigegeben ist; abgesehen 
hiervon hat jeder Bauinspektor aus seiner Dienstaufwandsentschädigung einen 
technisch vorgebildeten Privatgehülfen zu halten. Vordem bestanden feste Vor 
schriften über die Besetzung der Bauinspektionen nicht. 
Die Aufgaben der Bauinspektoren bestehen der Hauptsache nach in der Vor 
prüfung und Begutachtung der zur baupolizeilichen Genehniigung eingereichten 
Bauprojekte, der Leitung der Rohbauabnahme und der Vornahme der Gebrauchs 
abnahmeprüfungen, der Überwachung der Bauausführungen imd Abbrüche und 
der Ausführung der ihnen voni Polizei-Präsidium aufgetragenen Untersuchungen 
in baupolizeilichen Angelegenheiten. Seit dem Jahre 1896 ist den Bauinspektoren 
zur Beschleunigung des Verfahrens und zur Entlastung der Bauabteilung, sowie 
um ihnen eine selbständigere Stellung zu verschaffen, die selbständige Erledigung 
einzelner Geschäfte, auch die Erteilung von Genehmigungen für geringfügigere 
Bauausführungen übertragen worden. 
6) Gewerbeinspektoren. 
1. Bereits in den fünfziger Jahren war auf Grund des Gesetzes vom 
16. Mai 1853 (G.-S. S. 225) eine Dienststelle bei dem Polizei-Präsidium ein 
gerichtet gewesen für die Beaufsichtigung der Beschäftigung jugendlicher Arbeiter 
in Fabriken. Diese Dienststelle hatte damals den Charakter einer Fachhauptmann 
schaft getragen; sie gelangte gleichzeitig mit den meisten anderen Fachhauptmann 
schaften infolge der im Jahre 1860 stattgehabten allgemeinen Geschäftsrevision zur 
Aufhebung. 
2. Mit dem 1. Januar 1874 wurde die Stellung eines Königlichen Fabrik 
inspektors neu eingerichtet, mit der Aufgabe, darüber zu wachen, daß die über die 
Beschäftigung jugendlicher Arbeiter ergangenen Bestimmungen genau allseitig be 
achtet würden, bei der Ausführung der Anordnungen zum Schutze der Arbeiter 
in gewerblichen Anlagen mitzuwirken und eine fortlaufende Kontrolle des konzessions 
mäßigen Bestandes und Betriebes der im § 16 der Gewerbeordnung bezeichneten
	        
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