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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Gewerbepolizei. 
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gerechtfertigt ist, nunn die Polizeidirektion sich energisch gegen die Errichtung neuer 
Schanklokale ausspricht. Erwähnt zu werden verdient, daß Rixdorf Schanklokale 
mit weiblicher Bedienung nicht besitzt. 
Einwohner 
zahl 
(letzte Volks 
zählung) 
Gastwirtschaften 
Schankwirtschaften 
Branntwein- 
Klein 
handlungen 
Ende 1900 wareit 
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1. 
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7. 
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9. 
10. 
Volkszählung 
1900 
90 360 
8 
t SS 
1 
207 
122 
Davon 
Per 
sonen 
wechsel 
106 
17 
10 
Davon 
Per 
sonen 
wechsel 
2 
50 
35 
Davon 
Per 
sonen 
wechsel 
9 
9 Gastwirtschaften, 
329 Schankwirtschaften 
mitvollemSchank, 
2 desgleichen mit 
halbem Schank, 
85 Kleinhandlungen 
mit Spirituosen, 
2b Schankstätten, in 
denen keine geisti 
gen Getränke ver 
abfolgt tverden, 
sondern nurKaffee, 
Kakao, Thee, Sel 
terswasser u. s. w. 
Bei der nicht unerheblichen Zahl der im letzten Jahre konzessionierten Klein 
handlungen handelt es sich vielfach um bessere Delikatessengeschäfte, denen die Ab 
gabe von feineren Spirituosen in versiegelten und verkapselten Flaschen an ihre 
Ladenkunden zu bestimmten Zeiten des Jahres, wie Fastnacht und Sylvester, ein 
Bedürfnis geworden ist. Diese Kleinhandlungen können mit den gewöhnlichen 
Branntweinschänkeu nicht in Vergleich gestellt werden. 
Von der Befugnis, den stehenden Gewerbebetrieb gemäß § 45 der Gewerbe 
ordnung durch Stellvertreter ausüben zu lassen, ist im Schankbetriebe, soweit 
festgestellt werden konnte, ein Mißbrauch nicht getrieben worden. Die jedesmal 
als Vertreter der Polizeidirektion namhaft gemachten Personen gelangten ohne 
Ausnahme nach ganz kurzer Zeit iu den Besitz der für ihre eigene Person nach 
gesuchten Konzession. 
Die sogenannte Polizeisümde ist nach der Provinzial-Polizeiverordnung vom 
14. Juni 1892 für die Sommermonate (1. April bis 30. Septeniber) auf 11 Uhr, 
für die Wintcrmouate (l. Oktober bis 31. März) auf 10 Uhr abends festgesetzt. 
Ein Offenhalten der Lokale über diese Stunden hinaus ist den auf anständigen 
Verkehr, Ruhe und Ordnung haltenden Schankwirten auf Ersuchen in zahlreichen 
Fällen gestattet worden. Diejenigen Schankwirte dagegen, die nicht auf Ordnung 
in ihren Lokalen halten oder sich sonst Ausschreitungen zu Schulden kommen 
lassen, werden nach erfolgter Verwarnung im Wiederholungsfälle in der Polizei 
stunde beschränkt und mit Strafanzeigen bedacht. 
Eine Untersagung des Kleinhandels mit Bier auf Grund des § 35 der Ge 
werbeordnung hat bisher nicht stattgefunden, wird aber in einigen Fällen dem 
nächst erfolgen. In Frage kommen ' vornehmlich Inhaber von Speisewirtschasten 
und von Laubenkolonien, welche den Gästen mangels einer Schankerlaubnis Bier 
in Flaschen, auch Schnaps zum Genuß auf der Stelle vorsetzen. Zur Vermeidung 
ihrer Bestrafung wegen Steuerhinterziehung melden diese Personen den Handel 
mit Flaschenbier an.
	        
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