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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Die Schutzmamischast. 
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3 U * 5en , Aufgaben der Schutzmannschaft gehören außer dem regelmäßigen 
Dienst der m den Polizeirevieren stationierten Beamten uuo dem besonderen 
Straßenaufsichtsdienst bei außergewöhnlichen Anlässen noch: 
1. Die Überwachung öffentlicher Versammlungen und Lustbarkeiten. 
Zur Überwachung der Versammlungen werden je nach deren Wichtigkeit die 
Polizeiofsiziere, die Wachtmeister oder die hierzu besonders ausgewählten Schutz 
männer durch den Führer der Schutzmannschaft kommandiert. 
Die Überwachung größerer öffentlicher Lustbarkeiten geschieht grundsätzlich 
durch das für das betreffende Vergnügungslokal zuständige Revier, welches dabei 
im Bedarfsfälle durch Mannschaften eines oder mehrerer unbeteiligter Reviere 
unterstützt wird. 
2. Die Marktpolizei. 
Besondere Beamte für diesen Dienstzweig sind nicht vorhanden. 
Die Beaufsichtigung des einzigen in Rixdors abgehaltenen täglichen Früh 
marktes am Maybachufer uud in der Schinkestraße, einschließlich der Notierung 
der Marktpreise, liegt bis jetzt dem örtlich zuständigen zweiten Revier ob. 
Die Kontrolle der Nahrungs- und Genußmittcl auf Grund des Gesetzes vom 
14. Mai 1879 und die Notierung der Lebensmittelpreise in den offenen Verkaufs 
stellen in Gemäßheit des Ministerialerlasses vom 27. September 1893 — 
I A 8466 — geschieht durch die zweiten Revier-Kriminalschutzmänner. 
3. Die Kontrolle des öffentlichen Fuhrwesens. 
Auch hierfür sind besondere Beamte nicht vorhanden. Ebensowenig sind 
bisher besondere Ortspolizeiverordnungen auf Grund des § 37 der Gewerbeordnung 
erlassen worden, weil die hier verkehrenden Droschken, Omnibusse u. s. w. ohne 
Ausnahme ihren Betrieb nicht auf den Stadtkreis Rixdors beschränken, sondern 
auch in Berlin verkehren und deshalb alle dem Kommissariat für das öffentliche 
Fuhrwesen in Berlin vorgestellt und von diesem abgenommen werden. 
Die Thätigkeit der Revierpolizei in der Kontrolle der öffentlichen Fuhrwerke 
beschränkt sich daher auf die Handhabung der für Berlin erlassenen bezüglichen 
Reglements, soweit dieselben in Rixdors anwendbar und in Kraft gesetzt sind. 
4. Der Akten- und Gefangenentransport. 
Zum täglichen Transport der Akten von der Direktion nach den einzelnen 
Dienststellen und umgekehrt, sowie zum Transport von Gefangenen dient ein 
Wagen, welcher nach dem Muster der in Berlin gebräuchlichen sogenannten „grünen 
Wagen" von der Firma Kühlstein in Charlottenbnrg für den Preis von 
1400 Mark gebaut ist. Er enthalt im Innern eine Einrichtung zur Aufnahme der 
Aktenmappen und bietet Raum für einen Transporteur und 11 Gefangene, von 
denen zwei in Isolierzellen untergebracht werden können. 
Die Bespannung, Bedienung und Unterstellung dieses Wagens ist einem 
hiesigen Fuhrherrn kontraktlich übertragen, welcher für die regelmäßige täglich zwei 
malige Umfahrt zu allen Dienststellen behufs Austeilens und Einsammelns der 
.Akten ein jährliches Pauschquantum von 1300 Mark erhält. 
Transporte von Personen oder Sachen, welche bei Gelegenheit dieser regel 
mäßigen Umfahrten bewirkt werden, werden nicht besonders vergütet. Dagegen 
werden außerordentliche Transporte von Personen oder Sachen je nach der Zahl 
der Personen oder der auf etwaige Sachentrausporte verwandten Zeit von dem 
Fuhrherrn nach vereinbarten Sätzen besonders in Rechnung gestellt und bezahlt.
	        
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