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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

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Schöneberg. Abteilung II. 
Die bisherigen Revisionen haben Beanstandungen nicht ergeben, so daß weder 
eine Kassenschließung angeordnet zu werden brauchte, noch die Vorstände der 
Kassen zwangsweise zur Erfüllung ihrer Pflichten angehalten werden mußten. 
b) Auf Grund landesrechtlicher Vorschrift errichtete Kassen. 
Von Sterbekassen, welche auf Grund landesrechtlicher Vorschrift errichtet sind, 
kommt für den hiesigen Verwaltungsbezirk nur die Sterbekasse der Schöneberger 
Gemeindebeamten und deren Ehefrauen in Betracht. 
An sonstigen Unterstützungskassen sind dreizehn vorhanden. 
7. Vereine und Versammlungen. 
An Vereinen waren Ende 1900 vorhanden: 
1. Vereine, ivelche Rechtsfähigkeit durch Eintragung in das Vereinsregister 
des zuständigen Amtsgerichts erlangt haben (§ 21 B. G.B.); hierzu ge 
hören der Evangelische Verein der Gustav Adolf-Süftung und der Verein 
für Volksküchen in Schöneberg; 
2. 297 sonstige Vereine; davon ist einer ein sozialdemokratischer (Sozial 
demokratischer Wahlverein für Schönebergs und 16 sind gewerkschaftliche 
Vereine. 
Die übrigen unter Nr. 2 fallenden Vereine haben zum Zweck Vergnügen oder 
Sport jeder Art, Pflege der Geselligkeit, des Gesanges, Förderung von gewerb 
lichen oder wirtschaftlichen Interessen, von Kunst und Wissenschaft u. s. w. An 
Kriegervereinen giebt es in Schöneberg fünf, nämlich: Schöneberger Veteranen- 
und Landivehrverein, Verein ehemaliger Waffengefährten „Prinz Friedrich Karl", 
Kriegerverein „Kameradschaft", Kricgerverein „Generalfeldmarschall Moltke", 
Kriegsveteranenverein von 1864, 1866, 1870/71 zu Schöneberg. 
Das Treiben aller dem Vereinsgesetz unterstehenden Vereine in öffentlichen 
und privaten Versanimlungen wird fortgesetzt seitens der Polizeidirektion kontrolliert. 
1899 wurden erteilt an generellen Bescheinigungen über angemeldete Versamm 
lungen aus § 3 des Vereinsgesetzes vier, 1900 deren 18, während die speziellen 
Bescheinigungen für Versammlungen aus § 1 des erwähnten Gesetzes im ersteren 
Jahre 74, im letzteren 192 betrugen. Versagt wurde die Ausstellung der Be 
scheinigung nur in zwei Fällen, und zwar auf Grund des § 1 des Vereinsgesetzes 
wegen nicht rechtzeitiger Anmeldung der Versammlungen. 
8. Unfall- und InvaliditkHsverfrcherung. 
Betriebsunfälle gelangten zur Annieldung 1262, davon 786 im Jahre 1900. 
Unfalluntersuchungen fanden 303 statt, davon im letzten Jahre 170. Bon den 
während der Zeit vom 1. April 1898 bis dahin 1899 bei dem Polizei-Präsidium 
in Berlin zur Anzeige gelangten 502 Unfällen auf Schöneberger Gebiet sind eine 
große Anzahl nach Einrichtung der Polizeidirektivn von dieser unter Beibehaltung 
der alteil Jonrnalnummer» iveiter bearbeitet worden. 
Was die Invalidenversicherung anlangt, so erfolgte die Ausstellung, Er 
neuerung und der Umtausch der Ouittungskarten durch die Polizeireviere, für 
welche besondere Dienstanivcisungen ergangen sind. Die zum Umtausch gelangten 
Karten werden von den Revieren gesammelt und der Königlichen Polizei-Direktion 
am Schluß eines jeden Monats überreicht. Von der Abteilung U iverden sie so 
dann nochmals genau geprüft und demnächst, soweit sie keinen Mangel ausweisen, 
der Landes-Versicherungsanstalt Brandenburg zu Berlin übersandt, ivährend die 
mit irgend einem Mangel behafteten Karten behufs Beseitigung desselben dem
	        
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