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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

750 Charlottenbnrg. Das Dezernat des Führers der Schutzmannschaft. 
gelegenen Schützenhause noch jährlich im Frühjahr und im Herbst je ein Volks 
fest abgehalten worden. Die Konzession hierzu wurde dem Schützenwirt unter 
besonderen Bedingungen schriftlich erteilt. In früheren Jahren wurde in den ans 
dein Schützenplatz zugelassenen Schankbuden weibliche Bedienung gehalten, und es 
traten darin auch die bekannten Bänkelsängcrinnen ans. Da sich hierdurch Unzu- 
träglichkeiten ergaben, werden seit dem Jahre 1893 für diese Schankbuden Kellne 
rinnen nicht mehr zugelassen, es dürfen darin anet, Sängerinnen nicht mehr ans- 
treten. Zu dem Platz werden nur solche Gewerbetreibende zugelassen, welche hier 
ihr Gewerbe angemeldet haben oder aber, wenn sie außerhalb wohnen, im Besitz 
des Wandergewerbescheines sind. Schankbuden werden nur hier konzessionierten 
Schankwirten genehmigt. Die Genehmigung ist erteilt ivorden für acht Tage; die 
Geschäfte mußten abends um IOV2 Uhr geschlossen sein. 
Besondere Aufmerksamkeit wird den Würfelbuden zugewendet, damit unter 
keinen Umständen dort den Gewinnern Geld gezahlt wird. 
Öffentliche Schaustellungen, Musikanten, Sänger, Drehorgelspieler. 
Schaubuden werden außer bei den öffentlichen Volksfesten nur in seltenen 
Fällen genehmigt; es wird dabei geprüft, ob der Betreffende im Besitz des Wander 
gewerbescheines ist, und ob ans der Aufstellung der Bude sich keine Unzuträglich 
keiten ergeben können. 
Cirkusvorstcllungen in Buden sind schon seit Jahren nicht mehr genehmigt 
worden, eine Ausnahme hiervon ist nur im vergangenen Jahre mit der Gesellschaft 
Barnum & Bailey gemacht worden. 
Herumziehenden Musikanten, Sängern und Drehorgelspielern, welche hier nicht 
ihren dauernden Wohnsitz haben, ist schon seit einer Reihe non Jahren die Ge- 
nehmigung zum Musizieren aus öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und Höfen 
nicht mehr erteilt worden, selbst wenn sie sich im Besitz des Wandergewerbescheines 
befanden. Auch an hiesige Einwohner werden solche Genehmigungen grundsätzlich 
nicht mehr neu erteilt, weil diese Art des Musikmachens schließlich doch nur auf 
Bettelei hinausläuft. Beschwerden gegen derartige abweisende Bescheide sind bis 
her immer abgewiesen worden. 
Luftschiffer. 
Luftschiffcr sind bisher nur in der Flora aufgestiegen und in jedem Falle zu 
gelassen worden, nachdem der Wirt der Polizeidirektion gegenüber sich schriftlich 
verpflichtet hatte, für jeden durch den Luftballon verursachten Schaden aufzukommen 
und die über die Höhe dieses Schadens getroffene Entscheidung der Polizeidirektion 
als für ihn rechtsverbindlich anzuerkennen. Für die Beschaffenheit des Ballons sind 
nach Anhörung der Luftschifferabteilnng besondere Bedingungen gestellt worden. Die 
Erfüllung derselben wird vor jedem Aufstieg durch diesseitige Beamte kontrolliert. 
Bolzenschießstände, Schaukeln und Karussells. 
Diejenigen Personen, welche Bolzenschießstände, Schaukeln, Karussells in öffent 
lichen Lokalen oder auf eigens zu diesem Zwecke gepachteten Grundstücken zur Be 
nutzung für das Publikum gegen Entgelt aufstellen wollen, bedürfen nach den 
§§ 42 und 59 der Gewerbeordnung einer ortspolizeilichen Erlaubnis. Diese Er 
laubnis wird auf dem vorgeschriebenen Lnstbarkeits-Stempelbogen zu 1,5» Mark 
und nur für solche Personen ausgefertigt, welche entweder hier ihren dauernden 
Wohnsitz haben oder im Besitz eines Wandergewerbescheines sind. Die Erlaubnis 
wird immer nur auf ein Jahr und für ein bestimmtes Grundstück erteilt. Versagt 
wird die Erlaubnis nur, wenn ans der Persönlichkeit des Veranstalters der Ge 
nehmigung Hindernisse entgegenstehen, oder wenn der Ort oder die Räumlichkeit, 
wo diese Belustigung stattfinden soll, für den beabsichtigten Zweck nicht geeignet 
ist. Den bezüglichen Gewerbetreibenden werden dabei bestimmte Bedingungen 
vorgeschrieben, welche den Zweck haben, Unglücksfälle zu verhüten.
	        
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