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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

746 Charlottenburg. Das Dezernat des Führers der Schutzmannschaft. 
Die Charlottenburger Droschkenfuhrherren drängen jetzt darauf hin, nach und 
nach die hiesigen Halteplätze allein zu befahren und die Berliner Droschken auf 
Berlin zu beschränken. Es sind deshalb auch bereits einige Halteplätze, welche 
früher von Berliner Droschken befahren wurden, als Halteplätze für Charlotten 
burger Droschken eingerichtet worden. Aber ganz können die Berliner Droschken 
hier noch nicht entbehrt werden, da die Zahl der Charlottenburger Droschken dem 
Bedürfnis noch lange nicht entspricht. Es waren deshalb am 1. Januar d. Js. 
hier für Berliner Droschken noch Halteplätze vorhanden: 
Für Taxameter-Droschken 41 Haltestellen, für Droschken I. Klasse 4 Halte 
stellen, für Droschken II. Klasse 9 Haltestellen. Drei Halteplätze sind versuchsweise 
zugleich für Charlottenburger und Berliner Droschken eingerichtet. Sollten die 
Charlottenburger Droschken sich, wie es den Anschein hat, noch weiter so vennehren, 
so wird es nottvendig werden, entsprechend der Vermehrung nach und nach die 
hiesigen Halteplätze den Berliner Droschken zu entziehen. 
Kremser. 
Der Betrieb der Kremser und Thorwagcn ist durch die Polizeiverordnung 
vom 20. Juni 1869, welche vom Polizeipräsidium zu Berlin für den Polizeibezirk 
Berlin und Charlottenburg erlassen wurde, geregelt. Die Polizeiverordnung ist 
zwar fiir Berlin durch eine neue Polizeiverordnuug vom 10. Dezember 1881 ersetzt 
und aufgehoben, für Charlvttenburg jedoch nicht ausdrücklich aufgehoben und mit 
hin noch in Giltigkeit. Ein Bedürfnis, den in Rede stehenden Gewerbebetrieb 
für Charlottenburg besonders zu regeln, hat sich nicht ergeben. Ein bestimmter 
Tarif ist durch die Polizeiverordnung vom „20. Juni 1869 nicht festgesetzt, vielmehr 
ist der Fahrpreis Gegeitstand der freien Übereinkunft. Es ist seitens der König- 
lichen Polizeidirektion gemäß § 11 der Polizeiverordnung darauf gehalten worden, 
daß der Fahrpreis den nach bestimmten Orten vom Uitternehmer festgesetzteti Preis, 
der im Jtiuerit des Kremsers angebracht und polizeilich abgestempelt sein muß, 
nicht übersteigt. 
Thorwagen giebt es seit etiva 1885 nicht mehr. 
Regelmäßige Fahrten zwischen Charlottenburg und den benachbarten Orten 
durch Kremser finden nicht mehr statt, auch sind für die Kremser keine besonderen 
Standplätze eingerichtet. Für die öffentliche Personenbeförderung haben Kremser 
fast gar keine Bedeutung mehr. An den Tagen, au deueit Trabrenneit auf Westend 
stattfinden, fahren sie dorthin; die Unternehmer haben an solchen Tagen auch guten 
Verdienst. Sonst werden Kremser nur auf vorherige Bestellung bei Ausflügen 
benutzt. Ein Aufschwung dieser Gattuitg öffentlichen Lohnfuhrtverks ist wohl nicht 
mehr zu erwarten, da die Charlvttenburg mit den Vororten verbindenden Straßen 
bahnen sich von Jahr zu Jahr vermehren und für den Verkehr in ausreichender 
Weise sorgen. 
Im Jahre 1879 waren 45 polizeilich abgenommene Kreniser im Betriebe, 
diese Zahl sank im Jahre 1892 auf 6 und stieg bis zum Jahre 1900 wieder 
auf 23. 
Omnibusse. 
Es ist bis jetzt nur eine einzige Omnibuslinie hier vorhanden, und zwar die 
Linie Zoologischer Garten—Dönhoffs-Platz, welche im Jahre 1894 von der All 
gemeinen Berliner Omnibus-Aktien-Gesellschaft eröffitet worden ist. Nach Angabe 
der Gesellschaft wurden auf dieser Litiic befördert: 
im Jahre 1894. . . 549668 im Jahre 1898. . . 1377240 
- - 1895. . . 1295577 - - 1899. . . 1663087 
- - 1896. . . 1439644 - - 1900. . 1645592 
- - 1897. . . 1175356 
Personen.
	        
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