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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Schutzmannschast. 
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lucht zugelassen, auch nicht zu Kriminalschutzmännern gemacht. Ist auch der Erfolg 
des Unterrichts nicht bei allen Teilnehmern gleich groß, so ist er immerhin im 
Durchschnitt ein recht erfreulicher. 
Unter Zustimmung des Polizei-Präsidenten non Berlin werden hier solche 
junge Leute, welche späterhin, beim Polizei-Präsidium als Anwärter für den 
höheren Exekutiodienst eintreten wollen, beschäftigt. Dieselben werden den ver 
schiedensten Bureaus, den Polizeirevieren und dem Kriminalkommissariat zur Be 
schäftigung zugewiesen und möglichst zu allen Dienstverrichtungen herangezogen. 
Bekleidung. 
Für die Überwachung der Bekleidung und Ausrüstung besteht eine Be 
kleidungskommission, welche aus dem Führer der Exekutive, einem Polizcileutnant 
und dem Abteilungswachtmeister besteht. Die Lieferung der Bekleidung erfolgt 
durch dieselben Lieferanten, welche die Berliner Schutzmannschast hat. Die 
Kommission prüft alle gelieferten Sachen und nimmt dieselben ab, in streitigen 
Fällen wird ein Sachverständiger hinzugezogen. Ausbesserungen an Kleidern und 
Ausrüstungsstücken werden von hiesigen Handwerkern ausgefiihrt. 
Fourage. 
Die Fourage für die Dieustpferde liefert derselbe Lieferant, welcher die 
Fourage für die Berliner Schutzmannschast liefert. Die Abnahme erfolgt durch die 
Fouragekommission, welche aus dem Polizeihauptmann, dem Abteiluugswachtmeister 
und dem ältesten Berittenen besteht. 
Krankenkasse. 
Die Wachtmeister und Schutzmänner haben mit einem praktischen Arzt ein 
Abkommen getroffen, wonach dieser den einzelnen Beainten für jährlich fünf Mark, 
und die ganze Familie des Beamten für jährlich zehn Mark behandelt. Es wird 
zwar auf die einzelnen Beamten eingewirkt, daß sie dieser Kasse beitreten, ein 
Zwang wird jedoch nicht ausgeübt. Zur Zeit gehören sämtliche Beamte mit 
Ausnahme zweier, welche sich bereits in anderen Krankenkassen befanden, der Kasse 
an. Medikamente beziehen die Beamten aus den Apotheken, von welchen die 
Ermäßigung wie den übrigen Krankenkassen gewährt wird. 
Nachtwachtwesen. 
Durch das Polizeikostengesetz vom 20. April 1892 ging vom 1. April 1893 
ab der Nachtdienst ganz auf die Polizeidireklion über. Die Nachtwächter wurden 
am 1. April 1894 entlassen, und der Nachtdienst wurde von diesem Tage ab von 
der Schutzmannschaft mit versehen. Zu diesem Zwecke ivurde die Schutzmannschast 
nicht unwesentlich verstärkt. Wenn trotzdem die Anzahl der Beamten, welche jetzt 
des Nachts auf der Straße im Dienst sind, geringer ist als früher, so hat doch 
die Ordnung und Sicherheit auf den Straßen zugenommen, weil die Schutzmänner 
nicht, wie früher die Nachtwächter, durch das Schließen der Häuser in Anspruch 
genommen sind und deshalb ihre ganze Aufmerksamkeit nur dem Verkehr auf den 
Straßen zuwenden können. Nicht ohne Einfluß ist es auch, daß die Schutzleute 
nicht so lange Patrouillenzeiten haben, wie sie früher die Nachüvächter hatten, und 
daß sie deshalb frischer und aufmerksamer im Dienst sind, auch Beim Publikum in 
einem anderen Ansehen wie die früheren Wächter stehen. Die Kontrollen des 
Nachtdienstes werden außer durch die Reviervorstäude und die Revierwachtmeister 
auch noch durch zwei ambulante Offiziere und vier besondere Wachtmeister des 
Nachtdienstes ausgeübt. 
Mit dem Eingehen des städtischen Nachtwachtdienstes stellte sich hier das Be 
dürfnis heraus, die Häuser weiter durch Wächter schließen zu lassen, und es ent 
standen deshalb zugleich zwei Privatinstitute, welche auf Antrag der Hauswirte
	        
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