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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

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Charlottenburg. Abteilung. III. 
befinden können. Zwecks Verhütung solches Mißstandes ist die Aufhebung dieser 
Bestimmung in der Polizeiverordnnng bei der Gemeindevertretung in Antrag 
gebracht worden, die Erklärung darüber steht jedoch noch aus. 
Ebenso ist zwecks Ermöglichung noch eingehenderer Kontrollen die Errichtung 
eines allgemeinen Schlachthauses bei der Gemeindevertretung angeregt worden. 
Es schweben deswegen zur Zeit noch Beratungen bei den städtischen Behörden. 
4. Kirchliche Kongregationen. 
Der Aufsicht der Polizeidirektion in kirchenpolitischer Beziehung unterliegen 
drei Niederlassungen, nämlich 
1. die Kongregationen der „Grauen Schwestern zur heiligen Elisabeth" aus 
dem Mutterhause zu Neisse, 
2. die Kongregation der „Franziskanerinnen" aus deni Mntterhause 
St. Mauritz bei Münster, 
3. die Kongregation der Frauen „Zum Guten Hirten". 
Die ersteren haben sich hier in dem Jahre 1889 niedergelassen, und zwar 
befinden sich zur Zeit hier fünf Schwestern. Dieselben sind in der ambulanten 
Krankenpflege thätig. 
Die „Franziskanerinnen", die sich erst anfangs Dezember des Jahres 1900 
hier niedergelassen haben, sind als Krankenpflegerinnen in einem neu errichteten 
größeren Sanatorium (Dr. Kaute) thätig und dürfen, ebenso wie die „Grauen 
Schwestern", eine andere Thätigkeit nicht ausüben. 
Die Frauen der Kongregation „Zum Guten Hirten" stehen hier einer Anstalt 
gleichen Namens vor, die Niederlassung besteht Hierselbst schon seit dem Jahre 
1858. Der Umfang ihrer Thätigkeit ist ständig erweitert worden. 
Die ursprünglich für Schulzwecke bestimmten Räumlichkeiten dieser Anstalt sind 
mit Allerhöchster Genehmigung im Jahre 1858 zur Aufnahme gefallener und sittlich 
verdorbener katholischer Mädchen verwendet worden. Ferner ist im Jahre 1891 
bestimmt worden, daß die Mitglieder der Genossenschaft der Frauen vom Gilten 
Hirten ihre Thätigkeit auch auf die Übernahme der Pflege und Leitung in einer 
Rettnngs- und Schutzanstalt für sittlich gefährdete und körperlich oder geistig 
unfähige weibliche Personen katholischer Konfession ausdehnen dürfen. Es sind 
auch durch landespolizeiliche Verfügungen der Anstalt schon einzelne Personell zur 
Zwangserziehung zugewiesen worden. Mit der Erweiterung der Thäügkeit ist auch 
der Umfang der Allstalt ausgedehnter, sowie die Anzahl der darin untergebrachten 
Ordensschwestern und Pfleglinge erheblich größer geworden. Zur Zeit der Er 
öffnung der Niederlassung waren nur vorhanden 6 Ordensschwestern und 
15 Büßerinnen bezw. Pfleglinge; ini Jahre 1862 waren schon 32 Büßerinnen 
darin untergebracht. Eineil Überblick über die Zunahme der Anzahl der Ordens- 
schivestern, Ausgehschwestern und Pfleglinge giebt folgende Zusammenstellung: 
Es befanden sich in der Anstalt: 
1894 . . 46 Ordensschwestern, 
21 Ausgehschwestern, 280 Pfleglinge 
1895 . 
. 46 
- 
19 
289 
1896 . 
. 48 
22 
293 
1897 . 
. 48 
- 
22 
297 
1898 . 
. 47 
- 
22 
305 
1899 . 
. 48 
- 
23 
310 
1900 . 
. 48 
S 
24 
317 - . 
Die Beschäftigung der Pfleglinge erstreckt sich auf Handarbeiten und die Aus 
führung voll Verrichtungen, die für die Aufrechterhaltung des großen Wirtschafts- 
betl'icbes erforderlich sind. So werden Pfleglinge neben allen vorkommenden 
Weißnäharbeiten auch in dem Waschanstalts- und Plättanstaltsbetriebe beschäftigt,
	        
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