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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Örtliche Gewerbepolizei. 
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Auch die Erhebung des Standgeldes auf den Krammärkten, für welches ein 
Tarif vom 4. Januar 1875, der jedoch nicht veröffentlicht wurde, maßgebend ist, 
ist vom Magistrat verpachtet. Die Pacht ist in den unter A aufgeführten Pacht 
summen mit enthalten. 
0. Pferdemärkte. 
Bis zum Jahre 1898 fanden acht Pferdemärkte in Charlotlenburg statt, die 
auf einem dafür besonders eingerichteten Marktplätze auf Westend abgehalten 
wurden. Die Beaufsichtigung der Märkte wurde von dem Führer der Exekutive 
angeordnet. 
Pferde wurden aufgetrieben: 
1891 
1892 (zwei Märkte fielen wegen 
der Cholera aus) . . . . 
1893 
1894 
1895 
1896 
1897 
1898 
12 864, 
10 913, 
13 960, 
11 184, 
12 496, 
13 144, 
14 472, 
11 240. 
Vom Jahre 1899 ab haben keine Pferdemärkte mehr stattgefunden, da das 
Terrain zu dem Bau eines Krankenhauses verwendet werden soll und ein zur 
Abhaltung der Pferdemärkte geeignetes Grundstück vom Magistrat bisher nicht 
ermittelt werden konnte. 
Für die Erhebung des Stättcgeldes, welches bis zum 1. Juni 1860 vom 
Magistrat erhoben, nach dem jedoch verpachtet wurde, ist ein Tarif vom Jahre 
1856, welcher am 4. Januar 1875 in Marlrechnung umgeändert wurde, maß 
gebend. 
Für die zum Verkauf gestellten Wagen, wie auch für die Verkaufsstände der 
Sattler, Riemer, Wursthändler u. s. w. waren besondere Plätze vorhanden. 
Au jedem Markttage wurden die aufgetriebeneu Pferde von einem Tierarzt 
untersucht. 
1) Kontrolle der Maße, Waagen und Gewichte sowie der Schankgefäße. 
Die auf Grund der Eichordnung für das Deutsche Reich vom 27. Dezember 
1884 erforderlichen Revisionen der Maße, Waagen und Gefäße finden in Char 
lottenburg unter Aufsicht des Polizeihauptmanus durch Beamte der Schutzmann 
schaft statt und wurden früher derartig vorgenommen, daß jeder Gewerbetreibende 
etwa jährlich einmal revidiert wurde. Seit dem Jahre 1898 sind die Revisionen 
jedoch vermehrt, so daß seit dem alljährlich jeder Gewerbetreibende zweimal revidiert 
wird. Außer diesen polizeilichen Revisionen werden jedes Jahr einmal Nach 
revisionen unter Zuziehung eines Eichmeisters dergestalt vorgenommen, daß all 
jährlich etwa die Hälfte der hiesigen Gewerbetreibenden revidiert wird. 
Während die selbständigen Revisionen durch die Polizeibeamten unvermutet 
vorgenommen werden, werden die unter Zuziehung eines Eichmeisters stattfindenden 
Nachrevisionen etwa vier Wochen vor ihrem Beginn öffentlich angekündigt. Die 
betreffenden Gewerbetreibenden werden außerdem durch Revierbeamte auf die 
bevorstehenden Revisionen ausdrücklich aufmerksam gemacht. Die Revisionen haben 
sich auch darauf zu erstrecken, daß die Maß- und Gewichtsordnuug vom 11. Juli 
1884 Beachtung findet. Für die Vornahme der Revisionen ist die technische An 
leitung zur Ausführung der polizeilichen Maß- und Gewichtsrevisiouen des Ministers 
für Handel und Gewerbe vom 12. Juni 1886 maßgebend.
	        
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