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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Gesundheitspolizei. 
671 
-• der Sarg darf unter keinen Umständen bei der Ausgrabung, Umsetzung 
und Einsenkung geöffnet werden; 
3. die neue Gruft muß vor Ausgrabung des Sarges aus der alten Ruhe 
stätte zur Einsenkung vollständig fertig sein; 
4. sollte sich Herausstellen, daß der Sarg bereits in Fäulnis übergegangen 
und dadurch zu befürchten ist, daß der Transport der Leiche mit Gefahr 
des Zerfallens des Sarges verbunden ist, so hat die Umsetzung der Leiche 
aus der jetzigen in die neue Gruft zu unterbleiben; 
5. nach erfolgter Umsetzung des Sarges in die neue Gruft hat die gehörige 
Beschüttung des Sarges und Behügelung der Gruft sofort zu erfolgen; 
6. in welcher Nacht die Umsetzung des Sarges erfolgen soll, ist der Polizei 
direktion anzuzeigen. 
Die Ausfertigung von Leichenpässen erfolgt durch Ausfüllung der vom 
Polizei-Präsidinm in Berlin überwiesenen Blanketts. Es wurden Leichenpässe 
ausgestellt: 
1891 . . 
29 
1896 
37 
1892 . . 
89 
1897 . 
. . 37 
1893 . . 
38 
1898 . 
. . 60 
1894 . . 
43 
1899 . 
. . 72 
1895 . . 
50 
1900 
. . 76. 
Als Grundbedingung gelten die Beibringung eines Totenscheines, eines 
Physikatsattestes, daß der Ausführung der Leiche sanitätspolizeilich keine Bedenken 
entgegenstehen, einer Bescheinigung des Standesamts über die erfolgte An 
meldung des Todesfalles, Bescheinigung über vorschriftsmäßig erfolgte Einsargung 
der Leiche. 
Mit Genehmigung des Regiemngspräsidenteil zu Potsdam oder des Polizei- 
Präsidenten zu Berlin können auch Leichen nach einer Anzahl von Gemeinden der 
Kreise Teltow imb Nieder-Barnim ohne den vorgeschriebenen Leichenpaß zwecks 
Beisetzmlg ausgeführt werden oder von diesen einzelnen Orten nach Charlotten 
burg überführt werden. Für die Begleiter solcher Leichen werden in diesen 
Fällen von den Polizeibehörden der Sterbeorte Answeisbescheinigungcu erteilt. 
6. Beaufsichtigung des Verkehrs mit Nahrungs- und Gennßmitteln. 
Bei der Wichtigkeit der Materie, möglichst nur einwandsfreie Nahrungs- und 
Genußmittel zum Verkauf gelangen zu lassen, sind die Bestimmungen der darauf 
bezüglichen Gesetze, nämlich: 
1. des Gesetzes vom 5. Juli 1887, betreffend die Verwendung gesundheits 
schädlicher Farben bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Genußmitteln 
und Gebrauchsgegenftänden, 
2. des Gesetzes vom 25. Juni 1887, betreffend den Verkehr mit blei- und 
zinkhaltigen Gegenständen, 
3. des Re'ichsgesetzes vom 14. Mai 1879, betreffend den Verkehr mit 
Nahrungs- und Genußmitteln, 
eingehend beachtet und infolgedessen die zum Verkaufe gelangenden Nahrungs- und 
Genußmittel besonders strenger Kontrolle unterivorfen worden. 
Zwecks nachdrücklicher Handhabung dieser gesetzlichen Vorschriften werden seit 
dem Jahre 1885 in regelmäßigen Zwischenräumen Nahrungsmittel, die besonders 
Verfälschungen ausgesetzt sind, amtlich angekauft und auf ihre Beschaffenheit 
chemisch untersucht. ' Die Anzahl solcher Nahrungsmittel ist entsprechend der Zu 
nahme der hiesigen Bevölkerung auch nach und nach erweitert worden, und beläuft 
sich die Zahl der seit 2 Jahren zuiu Ankauf gelangenden einzelnen Nahrungsmittel- 
proben jetzt schon auf rund 480.
	        
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