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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Baupolizei. 
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a>oi4jaubcujeiu von Slnlctgen, welche bic Beivegungsfreihcit bei - Feuerivehr — 
speziell bei ber Rettung von Menschenleben - zu hemmen ober zu erschweren 
geeignet waren und welche ,n zahlreichen Fallen zur Beseitigung ober Abänderung 
von Zäunen, Gittern u. s. w. sowie zu anderweitiger Anordnung von Fernsprech- 
brühten führten, eine Revision ber freistehenben Branbmauern ans vorschriftswidrige 
Offttuugen, sowie b,e Revisionen ber Bäckereien auf bic Beschaffenheit ber Schlaf- 
uilb Arbeitsräume. 
Eine Revision ber feuergefährlichen gewerblichen Betriebsstätten, sowie der 
Warenhäuser unter Zuziehung bes Geiverbe-Aufsichtsbeamten unb ber Feuerwehr 
würbe an, Schlüsse ber Berichtsperiobe in Angriff genommen; derselben sinb vom 
Berliner Polizei-Präsibium für Leibe Kategorien gesonbert ausgearbeitete, betaillierte 
Bestimmungen zu Grunbe gelegt. 
Periodischen Revisionen ivurben unterworfen: 
bie Holzbearbeitnngswerksiätten, 
bic Läden auf bas Vorhandensein vorschriftswibriger Kellernebentreppen, 
sogenannter Falltreppen, unb 
bic Brennmaterialienhandlungen, soweit diese in Gebäuden untergebracht 
sind, in Bezug auf die Feuersicherheit und auf die Belastung der Fuß- 
böden beziv. Kellerbecken. 
Zum Geschäftskreise ber Hochbanpolizei gehört auch die Aufsicht über die An 
legung und Unterhaltung der Vorgärten. Mit der vermehrten Einwohnerzahl 
Charlottenburgs und dem dadurch gehobenen Straßenverkehr trat auch in den 
wenigen Straßen, welche ihrer Lage nach nicht für das Blühen voir Handel und 
Gewerbe, wohl aber für die Besetzung mit vornehmen Wohnhäusern bestimmt 
erschienen und für welche gemäß § 1 Absatz 4 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 
daher besondere, von den Straßenfluchtlinicn abivcichende Baufluchtlinien — also 
definitive Vorgärten — festgesetzt ivorden waren, das Bestrebeil hervor, mit den 
Neubauten zugleich Geschäftsläden zu säiaffcn und in bereits vorhandenen Gebäuden 
solche nachträglich anzulegen. 
Im besonderen Maße gilt dies von dem Kinffürstendamm, soweit er im dies 
seitigen Polizeibezirk belegen ist. 
Den Inhabern dieser Läden waren die bestehenden, ziemlich tiefen Vorgärten 
für ihre Zwecke natürlich wenig dienlich, und es mehrten sich die Fälle, daß die 
gärtnerischen Anlagen der Vorgärten gleichsam über Nacht verschwanden, Kiesplätze 
zurücklassend, auf welchen die Labeninhaber ihre Vcrkaufsartikel dem Publikum in 
einladendster Form zur Ansicht brachten, auf diese Art die Entfernung vom Bürger 
steig zum Schaufenster ausgleichend. 
Wiewohl in den betreffenden Baukonsensen die gärtnerische Anlegung und 
dauernde Unterhaltung der Vorgärten zur Bedingung gestellt ist, diese Bedingung 
also die Grundlage weiterer Verfügungen bilden kamt, machten die geschilderten 
Verhältnisse doch eine bezügliche Verordnung zum Bedürfnis, tim den gegenteiligen 
Bestrebuitgen der Hauseigentümer nicht in jedem Falle im Wege der Einzel 
verfügung entgegentretenzu müssen. Es wurde deshalb unter dem ,. Febritar 
1900 eine Polizeiverordming, betreffend die Anlegung und Unterhaltung von 
Vorgärten, erlassen. 
Die Verordnung enchält zugleich Bestimmungen über Material, Höhe und 
Anordnung der Einfriedigung und erstreckt sich auch auf die sogenannten provi 
sorischen Vorgärten, ivelche in Charlottenburg in ganz erheblicher Zahl vorhanden 
sind, deren Beschaffenheit aber nicht eben immer deni Straßenbilde zu der durch 
sie beabsichtigten Verschönerung gereicht. 
Auf Grund der durch Ministerialerlaß vom 27. März 1896 eingerührten 
Baupolizeigebühren-Ordnung für die Stadtkreise Berlin und Char 
lottenburg werden in Charlottenburg nach den gleichen Grundsätzen wie für 
Berlin Banpolizeigebühren erhoben.
	        
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