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Volume Abschnitt III. Die einzelnen Abteilungen Abteilung III III. Weiterbildung des Baupolizeirechts; Verwaltungsmaßnahmen von allgemeiner Bedeutung

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Weiterbildung des Baupolizeirechts! Verwaltungsmaßnahmen rc. 
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baulicher Anlagen, wie offene Glasdächer bis zu 2 qm Größe, Be 
dachungen von Fahrstühlen, Freitreppen mit einer Grundfläche bis zu 
3 qm und vor allem massiver Grenzmauern, wenn ihre Höhe das Maß 
von 2 m nicht überschreitet und die Stärke sich innerhalb der durch die 
Zweckbestimmung bedingten Grenzen hält, die bisher sämtlich als bebaute 
Fläche in Rechnung gestellt werden mußten, 
e) Eine erheblich weitere Ausnutzung der Grundstücke als die unter b und ck 
besprochene kann erzielt werden, wenn die Durchschnittshöhe der hinter 
der 32 rn-Linie zu errichtenden Gebäude das Maß von 10 m nicht über 
schreitet und der zweite Streifen thatsächlich höchstens nur zu 7 /,o bebaut 
wird. In diesem Falle können alle bisher zu drei Vierteln bebaubaren 
Grundstücke bis zu einer Tiefe von 35 m auf einer größeren Fläche und 
alle lieferen auf einer nur um weniges kleineren Fläche als bisher bebaut 
werden, während Grundstücke, die bisher nur zu zwei Dritteln bebaubar 
waren, bis fast auf 200 m Tiefe auf einer größeren Fläche als bisher 
bebaubar werden. 
1) Daß bei 15 m und weniger tiefen Grundstücken nicht mehr volle Be 
bauung zulässig ist, erscheint einerseits den Grundstücken von nur wenig 
größerer Tiefe gegenüber als eine Art ausgleichender Gerechtigkeit, anderer 
seits für jene Grundstücke selbst als keine nennenswerte Verschärfung, da 
erfahrungsmäßig die volle Ausnutzung im Interesse der erforderlichen 
Luft- und Lichtzuführung zu den einzelnen Räumen meistens doch nicht 
möglich war, und infolgedessen von der Vergünstigung, ohne Hof bauen 
zu dürfen, thatsächlich nur in einigen wenigen Fällen Gebrauch gemacht 
worden ist, in denen überdies auch nach den nunmehrigen Bestimmungen 
kein Hof oder höchstens ein Nebenhof verlangt wird. 
2. Die Bestimmungen über die Hofgröße und die Verteilung der unbebaut 
zu lasseuden Fläche auf Haupt- uud Nebenhöfe. 
Gefordert wird ein Hof von 80 qm (bisher 60 qm) Größe bei 6 m kleinster 
Abmessung. Ist die unbebaubareFläche kleiner als 80 qm, so wird auch das erforderliche 
Hofmaß entsprechend verringert, unter Umständen bis auf 40 qm bei 6 m geringster 
Äbmessung, ja selbst bis auf einen Nebenhof von 25 qm. Bei Grundstücken von 
6 m und geringerer Tiefe bedarf es überhaupt keines Hofes. Räume, welche nicht 
zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, dürfen auch an Neben 
höfen angelegt werden, deren Fläche, sofern sie mindestens 25 qm bei 4 m kleinster 
Abmessung beträgt, als unbebaut in Rechnung gestellt ivird. Die, gleiche Ver 
günstigung genießen sogar Neben- oder Lichthöfe von nur 10 qm Grundfläche bei 
Grundstücken mit einer nicht bebaubaren Fläche von weniger als 80 qm. 
3. Die Zulassung umfangreicher Glasüberdachungen auf den Haupt 
höfen solcher Grundstücke, welche lediglich Geschäftszwecken dienen, ohne An 
rechnung der überdachten Hofteile als bebaute Fläche. 
Mit der Entwickelung des Berliner Geschäftslebens entstehen namentlich in 
den älteren Stadtteilen Berlins immer mehr Gebäude, welche ausschließlich 
Geschäftszwecken dienen, und in denen höchstens einige Wohnungen für das Auf 
sichtspersonal vorgesehen zu werden pflegen. In diesen Fällen hat sich das 
dringende Bedürfnis fühlbar gemacht, einen Teil des Hofes mit Glas zu über 
decken, um in Straßen- oder Erdgeschoßhöhe hohe, luftige und ausgedehnte Räume 
für das verkehrende Publikum zu schaffen; insbesondere ist dies der Fall bei 
großen Bankinstituten. In Paris und London werden Glasüberdachnngen zu dem 
angegebenen Zwecke ebenfalls zugelassen. 
4. Zulassung einer die Höhe der Straßenfront überschreitenden Hohe der 
Hinterfront des Vorderhauses. 
Grundsätzlich soll sich die Hinterfront des Vorderhauses nach der Hohe der 
Vorderfront desselben richten, d. h. wiederum nach der Breite der vorliegenden 
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