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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Theaterangelegei,heile». 
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c) Die nach § 29 letzter Absatz der Polizeiverordnung von 1889 vor 
geschriebenen Meldevorrichtungen sind allgemein dadurch vervollkommnet, 
daß eine zweite Meldestelle an leicht zugänglichen, für den Betrieb 
besonders wichtigen Orten eingerichtet ist. 
d) Auf die Freihaltung des Raumes zwischen der ersten und ziveiten Coulisse 
für den Dienst der Löschmannschaft (§ 34 a. a. O.) in Breite von 
mindestens 60 ern wird streng gehalten. Sollte solche Freihaltung aus 
nahmsweise wegen der Anwendung ganz geschlossener Zimmerdekorationcn 
unmöglich sein, so hat während der Zeit der Schließung des Zwischen 
raumes ein Feuerwehrmann außerhalb der Bühne an einer Stelle, von 
welcher aus er diese gut übersehen und sofort betreten kann (Direktions 
loge u. s. w.), Platz zu nehmen. 
e) Besondere Sorgfalt wurde den Beleuchtungsanlagen zugewendet, was 
um so dringlicher erschien, als die Einführung der elektrischen Beleuchtung 
sich infolge der Möglichkeit eines Kurzschlusses als eine neue Gefahren 
quelle erwiesen hatte. Es wurde besonders darauf geachtet, daß die 
Leitungen für die elektrischen Beleuchtungsanlagen überall den neuesten 
clektro-technischen Sicherheitsvorschriften entsprechend verlegt wurden. Zur 
Sicherung einer wirksamen Kontrolle wurde überall die Anfertigung und 
Einreichung von Beleuchtungsplänen veranlaßt. Die Theater-Direktionen 
haben alljährlich die Beleuchtungsanlagen einer Prüfung zu unterziehen, 
und über das Ergebnis der Prüfung bis zum 1. Oktober Bescheinigungen 
als leistungsfähig und zuverlässig bekannter elektro-technischer Firmen ein 
zureichen, welche ihrer Revision die Vorschriften des Verbandes Deutscher 
Elektrotechniker zu Grunde zu legen haben. In diesen Bescheinigungen 
ist auch der Nachweis zu führen, daß das für die Bedienung und Be 
aufsichtigung der Beleuchtungsanlagen angestellte Personal genügend 
geschult und in ausreichender Zahl stets anwesend ist. Die Stellen, an 
denen die Notbeleuchtungsanlagen angebracht sind, wurden in augen 
fälliger Weise gekennzeichnet. AIs eine neue Art von Notlampen haben 
sich an einer Stelle elektrische Lampen mit abgesonderter Stromleitung gut 
bewährt. 
k) Zur leichteren Ablöschung oder Erstickung kleinerer Brände sind in 
den Theatern in sämtlichen Garderoben Feuereimer mit Löschpinseln 
(Feuerpatzen) aufgestellt, auch Feuerdrücker nach einem von der Ab 
teilung für Feuerwehr gegebenen Muster angeschafft, mit denen namentlich 
brennende Kleidungsstücke behufs Erdrückens der Flammen überdeckt 
werden können. 
g) Der dienstthuende Feuerwehrmann hat sich vor Beginn jeder Vorstellung 
von dem richtigen Funktionieren der Wasserleitung zu überzeugen. Sollte 
dieselbe versagen, so wird durch Aufstellung von Dampfspritzen oder Aus 
legen von Schläuchen u. s. w. von den Straßenhpdranten ans^Vorsorgc 
gegen Feuersgefahr getroffen. 
b) Die Verwendung von unverwahrtem Feuer und Licht, beweglichen Be 
leuchtungskörpern und Feuereffekten ist nur mit besonders einzuholender 
Genehmigung der Abteilung für Feuerwehr gestattet. 
i) In den Zuschauerräumen sind zusammenlegbare Hakenleitern niedergelegt, 
um ini Notfälle die Ränge und Galerien auch vom Parkett des Zu 
schauerraums erreichen zu können. 
k) Endlich ist der Prüfung feuersicher imprägnierter Stoffe von der Abteilung 
für Feuerwehr schon seit längerer Zeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet. 
Neuerdings ist ein Trockenofen beschafft, um die zu prüfenden Stoffe vor 
Ausführung der Prüfung genügend auszutrocknen und in einen Zustand 
zu versetzen, den sie nach längerem Gebrauch auf der Bühne haben
	        
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