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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

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Abteilung I. 
Anlagen 
Arbeiter 
Gruppe VII: Chemische Industrie 
105 
3 047 
- YIiI: Industrie der Leuchtstoffe, Seifen rc. . . . 
123 
5 421 
- IX: Textilindustrie 
287 
10 653 
- X: Papierindustrie 
370 
15 068 
- XI; Lederindustrie 
205 
5 289 
- XII: Holzindustrie 
899 
22169 
- XIII; Nahrungsmittelindustrie 
2 326 
17 527 
- XIV: Betleidungs- und Rcinigungsgewerbc . . 
2 951 
35 006 
- XV: Baugewerbe 
23 
526 
- XVI: Polygraphische Gewerbe 
569 
18 521 
Verschiedenes 
90 
920 
9 774 
229 108. 
Unter Gruppe XIII sind 1 769 Bäckereien mit 4 872 Arbeitern und unter 
Gruppe XIV 2 380 Konfektionswerkstättcn mit 13 253 Arbeitern einbegriffen, 
ivährend im übrigen meist nur fabrikartige Anlagen aufgenommen wurden. Ein 
gehendere Tabellen sind unter Abschnitt 1) mitgeteilt. 
Die Ausführung der Gewerbe Ordnungs-Novelle nom 1. Juni 1891 machte 
natürlich im Anfang, als man sich auf seiten der Behörde, wie der Arbeitgeber 
und Arbeitnehmer erst in den Geist der rieuen Bestimmungen einleben mußte, 
viel Arbeit. Namentlich war cs im Anfang schrvicrig, die Prüfung der Arbeits 
ordnungen, von denen mehrere tausend innerhalb kurzer Zeit eingingen, zu be 
wältigen. Der Kreis der einen besonderen Schutz genießenden Arbeiter wurde 
allein durch den § 137 der Gewerbe-Ordnung, der die Arbeitszeit sämtlicher 
Arbeiterinnen begrenzt, um etwa 40000 Personen vermehrt. Die Wirkung der 
Novelle vom 1. Juni 1891 und, der Vermehrung der Gewerbcaufsicht ist eine 
außerordentliche gewesen. Neben der Unfallverhütung ist dadurch namentlich die 
Gewerbehygiene in kaum zu erwartender Weise gefördert worden. 
Eine weitere Ausgestaltung der Arbeiterschutzbestim,nungen ist durch die vom 
Bundesrat auf Grund des § 120e der Gewerbeordnung für einzelne Gciverbe 
erlassenen Schntzordnungen eingetreten. Von diesen Schutzordnungen waren für 
Berlin von wesentlicher Bedeutung: 
die Verordnung vom 8. Juli 1893, betreffend die Zigarrenarbeiter, welche 
an die Stelle der früheren Verordnung vom Jahre 1888 trat; 
die Verordnung vom 4. März 1896, betreffend den Betrieb der Bäckereien 
und Konditoreien, welche der Überwachung durch die Gewerbeaufsichts 
beamten etwa 1500 solcher Anlagen mit 4200 Arbeitern zuführte; 
die Verordnung vom 31. Juli 1897 über den Betrieb der Buchdruckereien 
und Schriftgießereien; 
die Verordnung vom 11. Mai 1898, betreffend den Betrieb in den Accumu- 
latorcnsabriken; und 
die Verordnung vom 28. Januar 1897 über den Betrieb der Roßhaar 
spinnereien, Bürsten- und Pinselsabriken, deren Durchführung besondere 
Schwierigkeiten machte. 
Die vom Bundesrat auf Grund des § 139a erlassenen Verordnungen hatten 
für den Aufsichtsbezirk Berlin weniger Bedeutung, weil sie sich auf Fabrikbetriebe 
bezogen, welche hier gar nicht oder nur in geringer Zahl vorkommen (Glashütten, 
Cichorien-, Konserocnfabrilen u. s. w.). 
Von großer Wichtigkeit war dagegen die Kaiserliche Verordnung vom 31. Mai 
1897, welche die Geltung der §§ 135 — 139 und 139 b der Gewerbeordnung auf
	        
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