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Volume Abschnitt III. Die einzelnen Abteilungen Abteilung I 10. Medizinal- und Sanitäts-Polizei

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Medizinal- und Sanitäts-Polizei. 215 
kommission, deren Einrichtungen nnd Geschäftsgang sich durchaus bewährt haben, 
fortbestehen zu lassen. 
Die Revier-Sanitätskommissionen wurden entsprechend der inzwischen er 
folgten Vermehrung der Polizeireviere ebenfalls auf 102 vermehrt. Sie entfalteten 
besonders während der Cholerazeit eine lebhafte Thätigkeit, u. a. auch bezüglich 
einer Kontrolle von Wohnungen in seuchcngefährdeten Gegenden. Ihre Thätig 
keit wurde durch die neue, von der großen „Königlichen Sanitäts-Kommission" aus 
gearbeitete „Thätigkeits-Anleitung" vom 16. September 1893 in neuer 
Weise angeregt und in die entsprechenden Bahnen gelenkt. 
3. Einrichtungen zur Gewährung schneller ärztlicher Hülfe bei plötzlichen 
Erkrankungen oder bei Unglücksfälleu. 
Diese Einrichtungen haben sich im Laufe der Berichtszeit in erfreulicher 
Weise vermehrt und entwickelt. Neben den schon früher bestehenden Sanitäts 
wachen sind die Unfallstationen und die Rettungsgesellschaft ins Leben 
getreten. 
a) Sanitätswachen. 
Die Sanitätswachen haben eine Vermehrung an Zahl nicht erfahren, da die 
neu eingerichteten Unfall- und Rettungsgesellschaftsstationen einen Teil der ihnen 
zufallenden Arbeit abnahmen; die vorhandenen 19 Wachen sind über die ganze 
Stadt verteilt; einzelne derselben sind in Verbindung mit Unfallstationen und der 
Rettungsgesellschft getreteti in der Art, daß die vorhandenett Räume Aufnahme 
boten und über den ärztlichen Dienst, welchen die Sanitätswachen nur nachts 
bieten, Vereinbarungen getroffen ivurden. 
Eine Übersicht über die Thätigkeit der gesamten Berliner Sanitätswachen 
gewährt die nachstehende Zusammenstellung: 
Jahr 
Zahl der Hülfeleistungen 
Art der Hülfeleistungen 
die Hülfeleistung 
erfolgte 
auf der 
Wache 
in der 
Wohnung 
des 
Kranken 
Summa 
bei inneren 
.Krank 
heiten 
chirur 
gische 
geburts- 
hülfliche 
gegen 
vollen oder 
teilweisen 
Entgelt 
unentgelt 
lich 
1891 
5413 
2602 
8015 
3002 
4779 
234 
4407 
3608 
1892 
5766 
2710 
8476 
3604 
4687 
185 
4402 
4074 
1893 
5580 
2777 
8357 
3262 
4882 
213 
4214 
4143 
1894 
5055 
2776 
7431 
2687 
4571 
173 
3593 
3838 
1895 
4593 
1994 
6587 
2338 
4107 
142 
3161 
3426 
1896 
4726 
1375 
6601 
2136 
4327 
138 
3397 
3204 
1897 
4637 
1570 
6207 
1867 
4207- 
133 
3156 
3059 
1898 
4829 
1551 
6380 
1994 
4226 
159 
2999 
3381 
1899 
5391 
1801 
7192 
2562 
4459 
171 
2780 
3064 
1900 
5730 
1641 
1731 
2098 
5094 
182 
3792 
3579 
Die absolute Zahl der Hülfeleistungen ist nach dieser Tabelle annähernd 
dieselbe geblieben; dem steigenden Bedürfnisse nach schneller ärztlicher Hülfe be 
gegneten Unfallstationen und Rettungsgesellschaft. Bemerkenswert ist, daß etwa 
50 °/o der Hülfeleistungen unentgeltlich erfolgte; die Mittel zur Unterhaltung der 
Sanitätswachen werden aufgebracht durch Hauskollekten, laufende Beiträge der 
Mitglieder, Honorar für ärztliche Hülfeleistung, freiwillige Zuwendungen, unter 
welchen diejenigen Ihrer Majestät der Kaiserin und der städtischen Behörden besonders 
hervorzuheben sind, uiid Erträge ans Veranstaltungen von Konzerten und dergl.
	        
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