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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Verkehrspolizei. 
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lichen Personen das längst ersehnte Recht einräumte, auch die Verdeckplätzc der 
Omnibusse einzunehmen, vorausgesetzt, daß zu dem Verdeck eine mit Trittstufen, 
Setzstufen und Geländer versehene Treppe führt. Von dem ihnen hierdurch ein 
geräumten Recht wird im Sommer auch ausgiebiger Gebrauch gemacht. 
Durch Polizeiverordnung vom 1. August >899 ist auch die Frage der An 
bringung von Reklameinschriften an Omnibussen endgültig geregelt. Besagte Ver 
ordnung verbietet, an den Außenseiten der Omnibusfuhrwerke, sowie an den 
Fenstern, Reklameinschriften oder Bilder anzubringen. Das Beibehalten derselben 
ist nur noch so lange gestattet, als die mit den einzelnen Unternehmern ab 
geschlossenen Verträge dauern. 
Mit Bezug auf den § 36 des Omnibusreglements, welcher die Mitnahme 
von Hunden in die Omnibusse verbietet, hat das Polizeipräsidium mittels besonderer 
Verfügung im Jahre 1900 nachgelassen, daß kleine Hunde, ivelche auf dem Schoß 
gehalten werden und die Mitfahrenden in keiner Weise belästigen, in den Omni 
bussen befördert werden dürfen. 
Das Pferdematerial der Omnibusgesellschaften bestndet sich durchweg in 
einem befriedigenden Zustande. Auch bei der Neuen Berliner Omnibns-Aktien- 
Gesellschaft, ivelche früher nach dieser Richtung mehrfach zu Klagen Veranlassung 
gegeben, ist in letzter Zeit eine erfreuliche Wendung zum besseren eingetreten. Im 
Sommer 1899 traten bei der letztgenannten Gesellschaft hinsichtlich des Pferde 
bestandes sehr ungünstige Verhältnisse ein: die außerordentliche Hitze und eine 
unsachgemäße Fütterung hatte die Mehrzahl der Pferde derartig mitgenommen, 
daß ein großer Teil den Dienst versagte und der schlechte Zustand derselben zu 
unliebsamen Straßenauftritten und die Gesellschaft arg mitnehmenden Zeitungs 
artikeln führte. Das Kommissariat für öffentliches Fuhrwesen nahni sich der 
Angelegenheit in nachdrücklicher Weise an. Gegen 140 Pferde wurden wegen 
reglementswidrigen Zustandes außer Betrieb gesetzt. Auch fanden scharfe Kon 
trollen an den Depots und an den llnispannstellen statt, und wurden wiederholt 
Pferde ihres schlechten Zustandes wegen zur Anspannung garnicht zugelassen. 
Der Zu- und Abgang im Omnibus-Personal war auch während der letzten 
Jahre ein recht umfangreicher und reger. Er wird veranschaulicht durch nach 
stehende Zusammenstellung. 
Im Jahre 
Neue Fahrscheine wurden 
erteilt: 
a) für Omnibus-Schaffner . 
b) für Omnibus-Kutscher 
Am Schlüsse des Jahres 
waren legitimiert: 
a) Omnibus-Schaffner. 
Davon waren im Dienst 
Mithin waren außer 
Dienst 
b) Omnibus-Kutscher . 
Davon waren im Dienst 
Mithin waren außer 
Dienst 
1891 i 1892 | 1898 
1 1 
1894 1895 
1896 | 1897 
114 79j 104 
78 54 
200 136 
96 50 96 
72 86 
197 105 
1637 1694 1660 
1721 1777 
2094 2243 
300 309 334 
354 391 
514 552 
1337 1385 1326 
1367jl386 
15801691 
I56l|l576 1814 
19481991 
2276 2384 
307 304 ! 325 
348 345 
528 ! 489 
125412721489 
i 1 
16001646 
17481895 
1898 , 1899 
1900 
179 
184 
191421631805 
501 582; 614 
141315814191 
1836 2081 2345
	        
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