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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Verkehrspolizei. 
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Empfangnahme des Fahrgeldes Fahrmarken auszuhändigen. Auch erschien die Be 
seitigung der Vorschrift des § 40 Abs. 6 a. a. 0., nach welcher der eine Droschke 
Bestellende aus Wunsch unentgeltlich nach dem Anfangspunkt der Fahrt mitzunehmen 
ist, erforderlich, um die Wirksamkeit der oben bezeichneten Kontrollthätigkeit der 
Anssichtsbeanlten nicht in Frage zu stellen. 
Jni Tarif wurden drei Taxen vorgesehen. Bei der einfachen Taxe, welche 
bei 1 bis 2 Personen niit Gepäck bis zu -25 kg Gesamtgewicht und nur zur 
Tageszeit zur Anwendung kam, wurde für die Grnndtaxe von 50 Pfennig von 
der Droschke I. Klaffe eine Strecke von 800 w, von der Droschke II. Klasse eine 
Strecke von 2000 m zurückgelegt. Für je 10 Pfennig konnten dann weitere 400 m 
Wegstrecken zurückgelegt werden. Die erhöhte Taxe galt bei 3 bis 5 Personen 
mit Gepäck bis zu 25 kg, gleichfalls nur am Tage. Bei ihr wurde für die 
Grundtaxe eine Strecke von 600 beziv. 1500 m und für je 10 Pfennig weitere 
300 m zurückgelegt. Die doppelte Taxe endlich kam zur Anivendung bei 1 bis 
5 Personen mit Gepäck von mehr als 25 kg Gesamtgewicht oder zur Nachtzeit, 
bei Fahrten von den Bahnhöfen oder außerhalb des Droschken-Polizeibezirks. 
Hierbei wurden für die Grundtaxe 400 in bezw. 1000 m Wegstrecke und für je 
10 Pfennig weitere 200 in zurückgelegt. Als Naäitzeit wurde für das Sommer- 
halbjahr die Zeit von 12 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens, und im Winterhalb 
jahr bis 7 Uhr morgens bestimint. Ein Zuschlag für die Droschken-Blechmarke 
wurde nicht erhoben. Der Droschken-Polizeibezirk Berlin umfaßte für die Fahr 
preisanzeiger-Droschken außer dem Weichbilde Berlins die Stadt Charlottcnburg 
und die Nachbarorte Reinickendorf, Pankow, Heinersdorf, Weißenfee und Neu- 
Weißenfee, Hohen-Schönhaufen, Lichtenberg, Wilhelmsberg, Stralau, Rummels- 
burg, Rixdvrs, Tempelhof, Schöneberg und Deutsch-Wilmersdorf. 
Die Fahrpreisanzeiger-Droschken, welche sich sehr bald beim Publikum einer 
großen Beliebtheit erfreuten und zweifellos die allgcnieine Fahrlnst ivesentlich hoben, 
wurden indessen auf den Bahnhöfen wenig oder garnicht eingestellt, obwohl gerade 
die ankommenden Fremden ein Interesse daran haben, solche Fuhrwerke zu be 
nutzen, welche durch ihre Einrichtung Ilbeiworteilungen und Irrtümer bei der 
Fahrpreisberichtigung ausschließen. Der Grund hierfür lag in der Tarisbestimmung, 
daß bei Bahnhofsfahrten, ivenn die Drosäiken durch Blechmarken erlangt wurden, 
ohne Rücksicht auf das Gepäck, die Anzahl der Personen und die Tages- oder 
Nachtzeit gleichmäßig Taxe III zur Anwendung kommen mußte. Nachtfahrten 
mehrerer Personen mit Gepäck gestaltete,, fiel, infolgedessen unverhältnismäßig 
billig, während andererseits Tagesfahrten einer einzelnen Person ohne Gepäck 
übermäßig teuer waren. 
Zur Beseiügung dieser Übelständc wurde daher durch die Polizeiverordnung 
vom 28. April 1896 angeordnet, daß sämtlick,e Fahrpreisanzeiger-Apparate mit 
einer Vorrichtung zum Markieren von Zuschlägen für Beförderung von Gepäck, für 
Mitnahme von Hunden, für Auf- und Abbauen der Droschke, für Fahrten von 
den Bahnhöfen u. s. w. versehen werden mußten, ivobei gleichzeitig der Tarif ge 
ändert wurde. Nach dem neuen Tarif kommen nunmehr bei Bahnhofsfahrten 
ebenso wie bei anderen Fahrten bei Tage die Taxe I, des Nachts die Taxe III 
zur Anwendung, wodurch mit einen, Schlage der Fahrpreisanzeiger-Droschke ans 
den Bahnhöfen Eingang verschafft wurde. Es hatte ferner zu Ünznträglichkeiten 
geführt, daß bei dem Verlassen des Droschken-Polizeibezirks Berlin von Taxe I 
unmittelbar auf Taxe III eingestellt wurde, Nach dem neuen Tarif ist in einem 
solchen Falle nur Taxe II in Anwendung zu nehmen, während als Äquivalent 
hierfür die Ausdehnung des Droschken-Polizeibezirks eine Einschränkring dahin er 
fuhr, daß er mit dem für die Nicht-Taxameterdroschken in dem amtlichen Wege- 
messcr festgesetzten Bezirk gleichgestellt wurde. Ferner hatte die in dem Tarif für 
Fahrpreisanzeiger-Droschken I I. Klasse festgesetzt gewesene bedeutende Länge der für 
die Grundtaxe und die jeweilige Erhöhung derselben i:: Anwendung kommenden
	        
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