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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

Strom- und Schiffahrtspolizei. 
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Bachsteül & Co. zwischen hier (Marschallbrücke) und Pichelsdorf ins Leben gerufene 
Kettcnschleppschiffahrt im Jahre 1894 eingestellt, doch geschah dies nur deshalb, 
weil die Kettendampfer für die hiesigen Wasserstraßen der schwachen Strömung 
wegen zu schwer waren, ihre große Kraft hier nicht zur Geltung bringen konnten, 
auch wegen der Kette nicht beweglich genug und deshalb von den Schiffern nicht 
genügend begehrt waren. 
Der Güterdanipferverkehr hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Es 
bestehen zur Zeit folgende Dampferlinien (sogenannte Eildampser) mit regelmäßigen 
Abfahrtszeiten: 
—Magdeburg, 
— Stettin, 
— Neu-Strelitz i/M., 
— Zehdenick, 
—Neu-Ruppin, 
—Beeskow, 
—Storkow. 
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Die Persouendampfschiffahrt hat eine Erweiterung nicht erfahren. Es erklärt 
sich dies wohl daraus, daß Personendampfer als Verkehrsmittel nach den um 
liegenden oder weiter entfernteren Ortschaften mit den Eisenbahnen, Straßenbahnen, 
Omnibussen u. s. w. nicht konkurrieren können. Dies zeigte sich vornehmlich bei der 
Gewerbeausstellung 1896. Während Eisenbahn und Straßenbahn den Verkehr 
kaum bewältigen konnten, blieben die Dampfer zum Teil unbenutzt, und der 
Verkehr auf dem Wasser erfüllte die gehegten Erwartungen keineswegs. Die 
Dampfer werden eben hauptsächlich nur zu Vergnügungswasserfahrren benutzt, 
besonders seitens der Vereine und Gesellschaften. Neuerdings (1900) hat die 
gutsituierte Berliner Krahn-Gesellschaft ihre bis dahin betriebene Personen-Dampf- 
schiffahrt zwischen hier, Spandau und Potsdam der geringen Frequenz wegen 
gänzlich eingestellt. 
Es verkehren gegenwärtig auf der Oberspree ca. 40 und auf der Unterspree 
einschließlich Spandauer Kanal ca. 12 Personendampfer, welche sich auf zehn 
Unternehmer verteilen. Von diesen Fahrzeugen entfallen auf die Spree-Havel- 
Dampfschisfahrts-Gesellschaft „Stern", welche fast allein bei der fahrplanmäßigen 
Personenbeförderung in Betracht kommt, mehr als ein Drittel der gesamten 
Dampfer. Wiederholte Gesuche um Zulassung elektrischer Motorboote auf der 
Unterspree zur Bewältigung des Stadt-Personenverkehrs zwischen Weidendammer 
Brücke und Bellevue sind bisher grundsätzlich zurückgewiesen, weil das Interesse 
des ungehinderten Frachtschiffahrtsverkehrs für überwiegend erachtet wurde. 
Was die gewerbsmäßige Verleihung kleiner Personenboote (Handkähne) anlangt, 
so ist die durch die Strom- und Schiffahrts-Polizeiverordnung vom 15. Oktober 
1899 zur größeren Sicherheit des Boote fahrenden Publikums vorgeschriebene 
Mindestgröße der Fahrzeuge von 3,75 m Länge und 1,25 m Breite mit Rücksicht 
auf die ungünstige Geschäftslage der meisten Bootsverleiher bisher noch nicht 
völlig durchgeführt. Zur Zeit bestehen hier 10 Bootsverleihgeschäftc mit 
zusammen 228 Fahrzeugen. Eine Vermehrung der Mietsboote hat seit Jahren 
nicht stattgefunden, ist auch im Sicherheits- und Schisfahrtsverkehrsinteressc nicht 
erwünscht. 
Der Floßholzverkehr hat infolge des Eingehens von Sägemühlen an den 
Wasserläufen Berlins fast ganz aufgehört. Es wurden in den letzten Jahren 
durchschnittlich jährlich nur etwa 5000 Tonnen Floßhölzer eingeführt. 
Eine Übersicht über den Schiffs- und Güterverkehr, sowie über den Umfang 
der Personenbeförderung gewähren die folgenden Nachitzeisnngen.
	        
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