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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1891/1900 (Public Domain)

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Abteilung I. 
In naher Beziehung zu dem Vorerwähmen steht das am 2. Mai 1900 
(G.S. S. 123) ergangene Gesetz betr. die Hinterziehung und Überhebung von 
Verkehrsabgaben, welches in anderem Zusammenhange bereits im Abschnitt I an 
geführt worden ist. Die Bedeutung dieses Gesetzes liegt hauptsächlich darin, daß 
es deni von der bisherigen Gesetzgebung in weitem Umfange verwirklichten Grund 
satz des Strafschutzes gegen Hinterziehung öffentlicher Abgaben auf das Gebiet 
der Verkehrsabgaben ausdehnt. Gleichzeitig soll durch Androhung von Strafen 
und sonstigen Nachteilen für den Fall der unbefugten Erhebung den Abgabe 
pflichtigen Schutz gegen Ausschreitungen der Erheber gewährt werden Das Gesetz 
bezweckt ferner die Herstellung eines einheitlichen Rechtszustandes unter Beseitigung 
der verschiedenartigen Bestimmungen, welche bisher in einzelnen Landesteilen und 
für einzelne Gruppen von Verkehrsabgaben galten. Es verzichtet indessen ans die 
Zusammenfassung aller Rechtsvorschriften, welche für die Hinterziehung und Über 
hebung von Verkehrsabgaben in Betracht kommen. 
Ul. Einzelne Verwaltungsmatznahmen. 
An Lösch- und Ladestellen sind hier insgesamt 1373 vorhanden, und zwar 
663 staatliche und 710 private. Eine Vermehrung der Ein- und Ausladestellen 
hat namentlich im Innern der Stadt nicht stattgefunden, eher war das Gegenteil 
der Fall, und dürfte bei fortschreitender Bebauung der an den Ufern noch vor 
handenen Stätteplätze eine weitere Verminderung zu erwarten sein. Auch der 
Urbanhafen kann nur als ein Ersatz für die an dem unteren Landwehrkanal ein 
gegangenen Lösch- und Ladestellen angesehen werden. Der Hafen, in dem etwa 
70 kanalmäßigc Kähne gleichzeitig Platz finden, ist für den südlichen Stadtteil, 
sowie für Rixdorf und Schöneberg besonders wegen der Zufuhr von Bau- und 
Brennmaterialien und and) von Steinkohlen für Gasanstalten von großer Be 
deutung. 
Der Güterverkehr an den hiesigen Lösch- und Ladestellen ist ein ganz ge 
waltiger. Hauptsächlich kommen hierbei Steine, Erde, Sand, Eisen, Kohlen, 
Brennholz, Kalk, Getreide, Petroleum, Mühlenfabrikate, Öle u. s. w. in Betracht. 
Wie früher bei den meisten Gütern, so erfolgt auch jetzt uoch bei Bau- und 
Brennmaterialien das Entladen aus den Kähnen durch Karren. 
Zu Ansaug der achtziger Jahre wurden zwar seitens der Firma Bachslein 
& Co. eine Anzahl Dampfkrähne am Humboldt-, Nord- und Potsdainer Hasen 
aufgestellt mit dem ausgesprochenen Zweck, gerade das Löschen der Bau- und 
Brennniaterialien zu beschleunigen, doch hatte das Unternehmen, trotz wohlwollen 
den Entgegenkonimens der Behörden, keinen Erfolg. Zwei von den Krähneu 
stehen seit Jahren unbenutzt, die übrigen werden nur zeitweise in Gebrauch ge 
nommen. Die Schiffer machten von den Krähnen keinen Gebrauch, weil ihnen 
der aus dem Auskarren der Ladung bisher zufließende Verdienst verloren ging, 
und auch den Empfängern lag nichts an einer so beschleunigten Entladung, weil 
sie häufig die ganze Ladung nicht gleich unterbringen konnten. Sand, Mörtel und 
Getreide werden meist durch Elevatoren entladen, die übrigen Güter mittels Krähnen 
oder Winden, für welchen Zweck an den hiesigen Wasserläufen 
3 Dampf- 
3 elektrische 
21 hydraulische 
26 Hand- 
vorhandeu sind, die teils staatlich, teils im Privatbesitz sind. Das hier in großen 
Kastenschiffen ankommende Petroleum wird mittels Rohrleitungen in Sammel- 
bassins gepumpt oder gedrückt. 
Zwecks Beschleunigung der Schneeabfuhr wurde im Jahre 1896 der 
städtischen Deputation für Straßenreinigungsweseu Seitens der Strombchörden 
Krähne
	        
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