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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

Schläuche und Schlauchmachcrei. 
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Bedürfniß 511 heizenden Trockenthnrm aufgehängt und in etwa 8 Tagen getrocknet. 
Dann werden sie herabgenonnnen und etwaige Schäden ausgebessert. Kleine, 
Millimeter große Locher werden durch Kupfernicten geschlossen, während größere 
durch Flickstücke unter Verwendung einer besonderen Kittinasie verklebt werden. 
Das frühere Verfahren, diese Flickstücke ans den Schlauch aufzunieten, ist als un 
praktisch aufgegeben worden. Nachdem die Reparaturen ausgeführt sind, wird der 
Schlauch äußerlich mittels scharfer Handbürsten rein gebürstet, sodann in sich 
zusammengerollt und in dem Lagerbcstand der gebrauchsfähigen Schläuche auf 
bewahrt. Die Versuche, welche mit empfohlenen Maschinen zuin Trocknen und 
Reinigen der Schläuche angestellt worden sind, haben befriedigende Resultate nicht 
ergeben. 
Über die Beschaffenheit der Schläuche, jede Arbeit und jede Reparatur an 
denselben und endlich über die Ausrangirung eines jeden Schlauches wird besonders 
Buch geführt. 
Ist ein Schlauch soweit verbraucht, daß er beim Feuer keine Thätigkeit mehr 
aushalten kann, dann wird er zur Ausrüstung der auf den meisten Feuer 
wachen vorhandenen Körting'schen Wasserstrahlpumpen verwendet und dort noch 
längere Zeit dazu benutzt, um z. B. Wasser ans vollgelaufenen Kellern zu entfernen. 
Sind die Schläuche auch hierzu nicht mehr zu verwenden, dann werden sie aus 
geschieden und zu Pferdegeschirren verarbeitet. 
c) Saugeschläuche. 
Die Saugeschläuchc für die großen Handspritzen und die Dampfspritzen sind 
3,g m lang und bestehen aus starken Kupferrohren und beweglichen Enden aus 
genieteten Lcderschlällchcn, welch letztere die Verschraubungen oder Verkuppelungen 
aufnehmen. 
Die Benutzung der Saugeschläuche ist eine verhältnißmäßig geringe, da die 
Spritzen ihr Wasser selten aus Brunnen oder Gewässern entnehmen, vielmehr in den 
meisten Fällen die Wasserleitung benutzen. Dieselben erfordern naturgemäß nur 
geringe Unterhaltungs- und Reparatur-Arbeiten; sie werden nach jedesmaligem 
Gebrauch oder nach dreimonatlicher Unthütigkeit auf Luftdichtigkcit geprüft, gereinigt, 
cingeschmiert und zur neuen Ausgabe im Schlauchlager aufbewahrt, woselbst 
25 Stück zu dcir großen Handspritzcn und 15 Stück zu den Dampfspritzen 
vorhanden waren. 
Unterhaltungskosten haben dieselben außer 0,00 Mark bczw. 1 Mark für das 
Reinigen lind Schmieren nach jedesmaligem Gebrauch k. nicht verursacht. 
Von den vorstehend beschriebenen Saugeschläuchen ist bis jetzt noch kein Schlauch 
auszurangirm gewesen, wohingegen die bis zum Jahre 1881 in einer Länge von 
1,z ni angefertigten Ledersaugcschläuche allmählich aus dem Bestände ausgeschieden 
worden sind. 
Nachdem sich im Laufe der Jahre immer mehr die Nothwendigkeit hcrausgesteUt 
hatte, jedes einzelne Fahrzeug so herzustellen, daß es, unabhängig von einem zweiten, 
auf der Brandstelle sofort verwendbar ist, wurden, nachdem im Jahre 1889 mit 
den hierzu erforderlichen neuen Ausrüstungen der Fahrzeuge begonnen worden war, 
um die Beschaffung der sehr kostspieligen Standrohre zu vermeiden, letztere 
aus Saugeschläuchen hergestellt. Es wurden 30 Saugeschläuche zu sogenannten 
„Saugeschlauchstandrohren" mit wenigen Unkosten eingerichtet, von denen sich, 24 
auf den Spritzen- und Personen-Wagen befinden und 6 als Vorrath zum Um 
wechseln im Lager der Schlauchmacherci untergebracht sind. Diese Saugcschlauch- 
standrohre dienen nun je nach Bedarf als Saugeschläuche oder als Standrohre. 
Die zweifache Benutzungsart ist dadurch ermöglicht, daß eines der beweglichen 
Enden abnehmbar ist und das starke Kupfcrrohr des Saugcschlauchcs an seinem 
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