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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

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Feuerwehr. 
im Lause des Jahres 1891 im Druck erscheinen. Seit fast 2 Jahren arbeitet die 
Feuerwehr aber bereits nach demselben. 
Durch sorgfältige Erziehung jedes einzelnen Mannes wird neben den oben 
erwähnten Maßregeln dahin gestrebt, die Beschädigungen durch Wasser möglichst zu 
verringern. Als äußere Hülfsmittel dienen hierzu noch die erwähnten Rauchhelme, 
ivclche eine größere Annäherung an das Feuer und damit ein schnelleres und 
sicheres Löschen gestatten, und die grundsätzliche unmittelbare Verwendung der 
Wasserleitung, soweit möglich zum Angriff, regelmäßig zum Rach- und Ablöschen. 
Tic Mundrohre sind mit Absperrhähnen versehen worden und ist es dadurch 
möglich, stets ökonomisch mit dem Wasser umzugehen. 
Außerdem wird stets, sobald die Situation es irgend erlaubt, mit dem Auf 
nehmen des bereits verwendeten Wassers begonnen. 
Dieses ganze, hier kurz entwickelte System der Thätigkeit der Feuerwehr hat 
als Ziel, die größtmögliche Sicherheit zu schaffen und dabei nicht zu kostspielig zu 
werden, damit die erreichbaren Erfolge mit den Aufwendungen im Einklänge bleiben. 
Welche Resultate mit diesem zielbewußten Arbeiten erreicht worden sind, ergiebt 
sich aus den am Schluffe gegebenen Zusammenstellungen. 
Alis Seite 470 ist nachgewiesen, daß die Ausgabe für die Feuerwehr auf den 
Kopf der Civil-Bevölkerung von 1 251 Mark in 1880/81 auf 0 916 Mark in 
1889 90, in den 10 Jahren also um etwa 27 Prozent zurückgegangen ist. 
Nach dem Etat für 1890/91 und dem Ergebniß der Volkszählung vom 
1. Dezember 1890 betrügt die Ausgabe sogar nur 0,69 Mark für den Kopf der 
(Eivil-) Bevölkerung, ist also auf noch nicht die Hälfte der Ausgabe von 1880 81 
zurückgegangen. 
Am Schluffe der Seite 471 ist nachgewiesen, daß trotz der Vermehrung der 
Brände um mehr als das Doppelte (von 1692 in 1881 auf 3 968 in 1890) in 
den letzten Jahren die Entschädigung für jeden Brand erheblich hinter dem zehnjährigen 
Durchschnitt zurückgeblieben ist. 
In der auf Seite 472 folgenden Zusammenstellung der Kosten für jeden Brand, 
zu deffen Bewältigung die Hülfe der Feuerwehr in Anspruch geuonnneu worden, ist 
nachgewiesen, daß, trotz der anscheinend hohen Unterhaltungskosten der Feuerwehr, bei 
der stattgehabten Verdoppelung der Feuer (von 587 in 1881 auf 1 071 in 1890) 
die Gesammt-Kosten für jeden Fall der Löschhülfc doch ganz erheblich geringere 
geworden und in den letzten 5 Jahren bedeutend gegen den zehnjährigen Durch- 
schnitt zurückgeblieben sind. 
In der Zusammenstellung am Schluffe der Seite 473 ist endlich nachgewiesen, 
wie dementsprechend auch die Ausgaben der städtischen Feuersozietät allmählich zurück 
gegangen sind. Trotzdem dieselbe einen erheblichen Theil der Kosten für die 
Erhaltung der Feuerwehr aufzubringen hat lind ihre eigenen Unkosten hier mit ein 
gerechnet sind, bleiben die Beiträge für dieses Institut seit Jahren unter einer 
halben Mark auf das Tausend der Versicherungssumme, sie sind also erheblich 
geringer, als sie von irgend einer Versicherungs-Gesellschaft erhoben 
werden. 
Durch alle diese Nachweise dürfte ein vollgültiger Beweis erbracht sein, 
daß die durch die Feuerwehr erreichten finanziellen Ergebnisse einen sehr wichtigen 
Faktor zur Erhaltung des 'Nationalvermögens und in dem wirthschaftlichcn Leben 
der Bürger Berlins bilden und daß die Thätigkeit der Feuerwehr eine sehr ersprießliche 
und segensreiche ist.
	        
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