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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

348 
Transport von Verbrechern. 
Zwangs-Erziehung. 
Im 
Jahr 
Gesammt- 
zahl der 
Eingänge 
Zahl der beim Gericht 
gestellten Anträge 
Entscheidungen des ^Gerichts 
auf Ein 
leitung des 
Zwangs 
erziehungs- 
Verfahrens 
desgleichen 
und zu 
gleich auf 
Entziehung 
des Er- 
zichungs- 
rechtes der 
Eltern 
Zwangs- 
Er- 
zichungs- 
Vcrfahren 
eingeleitet 
den Eltern 
das Er- 
zichungs- 
rccht 
entzogen 
Zwangs- 
Er- 
ziehungs- 
Vcrsahren 
abgelehnt 
vorläufig 
ausgesetzt 
Im 
Ganzen 
Ent 
scheidungen 
ergangen 
1881 
633 
234 
54 
92 
67 
50 
6 
215 
1882 
686 
199 
101 
92 
52 
72 
2 
218 
1883 
723 
182 
73 
70 
44 
37 
8 
169 
1884 
775 
205 
64 
109 
75 
38 
4 
226 
1885 
757 
152 
60 
65 
42 
41 
13 
161 
1886 
849 
103 
137 
56 
106 
47 
8 
217 
1887 
868 
116 
105 
67 
69 
18 
19 
173 
1888 
1 207 
121 
67 
61 
63 
24 
13 
161 
1889 
1 298 
137 
41 
49 
25 
31 
27 
132 
1890 
1 421 
164 
40 
67 
24 
32 
25 
148 
Die den Transport von Berbrechcrn, Landstreichern und anderen Personen 
vom Civilstande betreffenden gesetzliche» Vorschriften sind in der Gencral-Transport- 
Jnstruktion vom 16. September 1816 enthalten und werden, soweit dieselbe nicht, 
wie z. B. in Bezug auf die Art der Beförderung, durch die Entwickelung des Eisen 
bahnverkehrs eine Abänderung erfahren haben, noch jetzt beobachtet. 
Das Reskript des Herrn Ministers des Innern vom 28. Februar 1886 be- 
stimint unter Anerkennung der fortdauernden Wirksamkeit der Vorschriften der Trans 
port-Instruktion bezüglich des Transports der Gefangenen auf den Eisenbahnen 
des Staatseisenbahnnetzes, daß, während bisher in einzelnen Landcstheilen und 
namentlich auch in Berlin in Betreff des Sammeltransports von Zuchthäuslern nach 
der Strafanstalt Brandenburg a. H. die Stundung der Fahrpreise und deren spätere 
Liquidirung durch die Bahnverwaltungen stattfand, jetzt die Transporte nach vor 
heriger Zahlung des zur Erhebung koinmenden Fahrgeldes ausgeführt werden, wobei 
für Bemessung des Fahrgeldes nur die Zahl der wirklich beförderten Personen in 
Ansatz gebracht wird. Die Transporte erfolgen in der III. Wagenklasie und sind, 
soweit sie nicht auf bestimmte Tage und Züge beschränkt sind, rechtzeitig beim Sta 
tionsvorstand des Abgangsortes anzumelden. Für Einzeltransporte im Eisenbahn- 
Direktionsbezirk Magdeburg und Erfurt sind besondere Dringlichkeitsbescheinigungen 
vorgeschrieben, welche an den Stationsvorstand abzuliefern sind. Dergleichen Be 
scheinigungen sind indessen von den Transporteuren des Polizei-Präsidiums noch 
niemals verlangt worden. Zur Ausführung der Transporte von Verbrechern werden 
vereidete Civil-Transporteure und nur, soweit solche nicht verfügbar sind, Kriminal- 
Schutzmänner verwendet. Die Transporteure erhalten außer der Erstattung des 
verauslagten Fahrgeldes 3 Mark Diäten für solche Tage, an welchen sie Transporte 
ausgeführt haben. Da diese Vergütung unter den gegenwärtigen Verhältnissen sich 
nicht als ausreichend erweist, ist es schwer, zuverlässige Transporteure erhalten.
	        
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