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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

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Gewerbebetrieb im Umherziehen. 
Während der Berichtsperiode sind an Geschäftsinhaber und Handlungsreisende 
ertheilt worden: 
a) Legitimations sch eine, welche 
nur zum Gewerbebetrieb im Deutschen 
Reiche berechtigen, an deren Stelle seit 
dem 1.Januar 1884 dieLegitimations- 
karten getreten sind: 
im Jabre 1881 
.... 3 204 
- - 
1882 
. . . . 3 345 
- - 
1883 
.... 3 282 
- - 
1884 
. . . . 2 840 
- - 
1885 
.... 2 798 
; ; 
1886 
. . . . 2 660 
; ; 
1887 
.... 2 749 
S 5 
1888 
.... 3123 
- - 
1889 
.... 3 079 
- - 
1890 
.... 3101 
d) Gew erbe l c gi tim atio ns karten, 
welche auch zur steuerfreien Ausübung 
des Gewerbes in Luxemburg, in der 
Schweiz und in Oesterreich berechtigen: 
531 
673 
973 
1 791 
2 047 
2 249 
2 358 
2 677 
2 365 
2 814 
B. Gewerbebetrieb im Umherziehen. 
Die Vorschriften in Betreff des Gewerbebetriebs im Umherziehen haben durch 
die Novelle zur Gewerbe-Ordnung vom 1. Juli 1883 verschiedene nicht unwesent 
liche Veränderungen erfahren. Während nach der alten Gewerbe-Ordnung diejenigen 
Personen, welche außerhalb ihres Wohnorts ohne Begründung einer gewerblichen 
Niederlassung und ohne vorgängige Bestellung ein Gewerbe im Umherziehen betreiben 
wollten, gleich den Handlungsreisenden einen Legitimativnsschein erhielte», 
bedürfe» dieselben nunmehr nach 8 55 der neuen Gewerbe-Ordnung eines Wander - 
gewcrbescheins. Je nach der Art des Gewerbebetriebes ist die Form und Farbe 
der Wandergewerbescheine verschieden und zwar sind zwei Kategorien aufgestellt worden: 
a) inländische Gewerbetreibende, welche im § 55 der Gewerbe-Ordnung 
vom 1. Juli 1883 von Ziffer I bis 3 aufgeführt sind, welche also Waare» 
feilbieten, WaarenbesteUungen aufsuchen, oder Waaren bei anderen Personen 
als bei Kaufleuten, oder an anderen Orten als in offenen Verkaufsstellen 
zum Wiederverkauf ankaufen, oder endlich gewerbliche Leistungen anbieten, 
erhalten aus grauem Papier gedruckte Wandergeiverbcscheine, welche 
immer für das Deutsche Reich und für das ganze Kalenderjahr 
Gültigkeit haben; 
1>) Inländer, welche im Umherziehen Musikaufführungen, Schaustellungen 
und andere Lustbarkeiten, ohne daß ein höheres Jntercffe der Kunst oder 
Wiffenschaft obwaltet, darbieten wollen, erhalten aus gelbem Papier 
gedruckte Wandergewerbescheine, welche nur für einen bestimmten 
Verwaltungsbezirk Gültigkeit haben und gewöhnlich zwar auch für 
das ganze Kalenderjahr ausgestellt werden, jedoch auch auf eine kürzere 
Zeitdauer beschränkt werden können. 
Ausländer, welche eines der unter a aufgeführten Gewerbe in Berlin be 
treiben wollen, erhalten auf rothem Papier ausgestellte Wandergewerbescheine, 
welche nur für den diesseitigen Verwaltungsbezirk und meist auch nur für 
eine beschränkte Zeitdauer Gültigkeit haben, jedoch auch auf das ganze Kalenderjahr 
ausgedehnt werden können. Wollen Ausländer jedoch eines der unter d ausgeführten 
Gewerbe betreiben, so erhalte» sic ebenfalls auf gelbem Papier gedruckte Wander 
gewerbescheine und werden ebenso wie die unter b aufgeführten Inländer behandelt. 
Die Versagung von Wandergetverbescheinen erfolgt auf Grund des § 57 der 
neuen Gewerbe-Ordnung und zwar ist der § 57 der alten Gewerbe-Ordnung voll
	        
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