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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

Gefängnißwesen. 
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Diese Gefängnisse sollten hauptsächlich folgenden Zwecken genügen: 
Die Stadlvoigtei sollte männliche Untersuchungsgefangene, 
das Hülfsgefängniß männliche Strafgefangene (Gefängnißgesangene und Haft 
gefangene) 
und das Frauengefängniß weibliche Untersuchungsgefangene und weibliche 
Strafgefangene (Gefängnißgefangene und Haftgefangene) aufnehmen. 
Die Belegung dieser drei Gefängnisse war im Jahre 1881 so erheblich 
niedriger, als im vorhergehenden Jahre, daß das zum Hülfsgefängniß gehörige 
Miethshaus Perlebergerstraße Nr. 39 nicht mehr benutzt und als entbehrlich am 
1. September 1881 an die Justiz-Verwaltung abgetreten wurde. 
Eine Entlastung der Stadtvoigtei-Gefängnisse trat dann ein, als das neue 
Untersuchungs-Gefängniß, Alt-Moabit 12 a, fertig gestellt und in Benutzung genommen 
war. Es wurden von hier im Anfange des Monats September 1881 alle männlichen 
und weiblichen, wegen Vergehen oder Verbrechen in Untersuchungshaft befindlichen 
Gefangenen dorthin abgegeben; die hierdurch erzielte Verminderung des Gefangenen- 
bestaudes betrug etwa 800 Köpfe. 
Vom Zeitpunkt der Benutzung des neuen Untersuchungsgefängnisses in Moabit 
trat ein abgeänderter, nachfolgend angegebener Belegungsplan für die Stadtvoigtei- 
Gefängnisse in Kraft.' Nach diesem sollte aufnehmen: 
a) die Stadtvoigtei: 
1. die vom Amtsgericht I in Berlin ivegen Übertretungen zur Untersuchungs 
haft eingelieferten männlichen Gefangenen; 
2. diejenigen männlichen Haftgesangenen, die im Anschluß au die Untersuchungs 
haft Haftstrafe zu verbüßen haben; 
3. die männlichen Civil-Gefangenen aus dem Bezirk der Landgerichte I und II 
und der Amtsgerichte I und II zu Berlin; 
4. männliche und weibliche von der Polizei vorläufig festgenommene Personen; 
5. männliche und lveibliche Transportaten; 
b) das Hülfsgefängniß: 
1. männliche Untersuchungs-Gefangene derselben Gattung, wie bei der Stadt 
voigtei angegeben, bei eintretendem Erforderniß; 
2. männliche Haftgefangene, die vom Amtsgericht I in Berlin, oder vom Polizei- 
Präsidium, oder von Militär-Behörden erkannte Haftstrafen zu verbüßen haben; 
c) das Frauengefängniß: 
1. diejenigen weiblichen Untersuchungs-Gefangenen, die vom Amtsgericht I in 
Berlin eingeliefert und nur wegen Übertretung angeklagt werden; 
2. die weiblichen Haftgefangenen, die vom Amtsgericht I in Berlin, oder vom 
Polizei-Präsidium erkannte Haftstrafen zu verbüßen haben; 
3. weibliche Gefängniß-Gefangene und zwar solche mit weniger als 1 Jahr 
Strafe aus den Bezirken der Landgerichte I und II und der Amtsgerichte I und II 
in Berlin, sowie solche mit Strafen von 3 Monaten bis 1 Jahr ausschließlich aus 
dem Bezirk der Amtsgerichte in Alt-Landsberg, Bernau, Charlottenburg, Köpenick, 
Königs-Wusterhausen,' Liebenwalde, Mittenwalde, Nauen, Oranienburg, Rixdorf, 
Spandau, Straußbcrg und Zossen; und 
4. weibliche Civil-Gefangene aus dem Bezirk der Landgerichte I und II und 
der Amtsgerichte I und II zu Berlin. 
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