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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

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Apotheke». 
Bezeichnung einer Privatperson als Inhaber einer „Klinik für Honiöopathie 
und Massage" kein arztähnlicher Titel gesunden werden, durch welchen der 
Glaube erweckt würde, der Inhaber desselben sei eine geprüfte Medizinal- 
Person." 
Auf Grund der gleichen Rechtsanschauung entschied das Ober-Verwaltungs 
gericht unter dem 6. September 1888, daß der Zahnarbeiter Resek berechtigt sei, 
auf sein Haus- und Wohnungsschild zu schreiben: 
„In Deutschland nicht geprüft 
Louis Resek 
in Amerika geprüfter Zahnarzt" 
nachdem derselbe ein Diplom als voetor of dental surgery auf einer Universität 
in Amerika erworben habe. 
Dagegen wurde Resek strafgerichtlich in letzter Instanz von dem Königlichen 
Kammergericht unter dem 1. August 1890 der Übertretung des § 147 3 der Reichs- 
Gewerbeordnung für schuldig erachtet und demgemäß verurtheilt. Wegen des Gegen 
satzes in den Rechtsanschauungen des Ober-Verwaltungsgerichtes und des Kammer 
gerichtes ist dem Herrn Minister der Medizinal-Angelegenheiten Bericht erstattet 
worden, Weiteres über die Lage der Sache aber bisher nicht bekannt geworden. 
Gegen Personen, welche sich ohne Berechtigung den Doctor-Titel beilegten, hat 
das Polizei-Präsidium auf Grund des § 360 8 des Reichs-Straf-Gesetzbuches das 
Strafverfahren wiederholt mit Erfolg eingeleitet. 
B. HeitniMelwese«. 
Apotheken, Droguen-Kandlungen, Geheimmittcl. 
I. Apotheken. 
Am Schlüsse des Jahres 1880 bestanden in Berlin 69 Apotheken, von denen 
21 privilegirte waren; seit 1877 waren Neuanlagen nicht errichtet worden. Mit 
dem Jahre 1884 begann eine regelmäßige Vermehrung der Apotheken entsprechend 
der Zunahme der Bevölkerung und des Wohlstandes in der Reichs-Hauptstadt. 
Die Polizei-Hauptmannschaften wurden angewiesen, jährlich bis zum 31. Januar 
darüber zu berichten, welche Kundschaft nach der Zahl der Einwohner den in ihren 
Bezirken belegenen Apotbeken schätzungsweise wohl zufiele. Sofern mehrere Haupt- 
mannschaften aus ihren Bezirken Einwohner zu einer Apotheke abgaben, hatten 
dieselben vor dem Berichte mit einander sich über die aus die betreffende Apotheke 
entfallende Einwohnerzahl zu benehmen. Nach diesen ziffermäßigen Ergebnissen und 
je nach dem Wohlstände der in Rede stehenden Stadtgegend wurden dann alljährlich 
Vorschläge zu Neuanlagen von Apotheken zur Entscheidung des Herrn Ober- 
Präsidenten gebracht. 
Bis zum Schluffe des Jahres 1890 ist die Anzahl der Apotheken in Berlin 
auf 124 gestiegen, so daß unter Zugrundelegung des Ergebnisses der Volkszählung 
vom 1. Dezember 1890 zur Zeit im Durchschnitt 12 175 Seelen (im Jahre 1880 
16 266) in Berlin auf eine Apotheke entfallen. In dem Verfahren der Visitation 
der Apotbeken haben wesentliche Änderungen bisher nicht stattgefunden; dieselben 
werden seit 1888 unter Leitung des Regicrungs- und Medizinalrathes eines Theils 
und des demselben als Hülfsarbeiter beigegebenen Medizinal-Assessors andern Theils 
alljährlich ausgeführt. 
Die Seite 298 ff. des ersten Berichtes erwähnte Umwandlung im Geschäfts 
betriebe der Apotheken hat weitere Fortschritte gemacht. 
Zu erwähnen bleibt hier noch, daß mit Rücksicht darauf, daß in einzelnen 
Fällen von Um- oder Neubauten der Apotheken die Besitzer sehr sparsam mit der
	        
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