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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

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Krankcnbcfördcrung. 
Ausbildungs-Anstalt hat und bis zum 31. Oktober 1888 im Ganzen 233 Frauen 
ausgebildet hatte, 
o) unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich: der Verein 
„Viktoria-Haus", hervorgegangen aus dem Verein für häusliche Gesundheits 
pflege, welcher letztere die Förderung der Gesundheitspflege in der Familie durch 
Verbreitung richtiger Kenntnisse und praktischer Veranstaltung auf vvlkserziehlichem 
Gebiete sich zum Zwecke gesetzt hat. 
Die Zahl der im Viktoria - Hause für die Krankenpflege ausgebildeten 
Schülerinnen (Schwestern) stieg von 37 (1885) auf 126 am Schlüsse des Jahres 
1890. 
Seit dem 1. Jannar 1886 ist das Viktoria-Haus von dem Verein für häus 
liche Gesundheitspflege abgezweigt worden und hat eine eigene Verwaltung erhalten; 
Verein und Viktoria-Haus blieben aber in steten Beziehungen. 
Die Krankenpflege in der chirurgischen Klinik, Ziegelstraßc 3/5, in der König 
lichen Universitäts-Frauenklinik, Artilleriestraße 14/16, und im städtischen Kranken 
hause am Friedrichshain ist zum großen Theile Viktoriaschwestern überwiesen. 
ck) Endlich sind noch 24 evangelische Hülfsschwestcrn zu erwähnen, 
welche dem Hülfsschwcftern - Verein der Gräfin Rittberg angehören und sämmtlich 
eine gute Vorbildung auf dem Gebiete der Krankenpflege in den verschiedensten 
Anstalten erworben haben. 
Außerdem bestehen noch: 
e) zwei katholische Ordensniederlassunge» zur Krankenpflege und zwar 
mit 38 Borromäerinnen und 24 grauen Schwestern, denen sich im Jahre 
1889 noch eine Niederlassung der Franziskanerinnen angeschlossen hat, welche 
die Pflege in der Privat - Krankenanstalt „Viktoria - Haus", Karlstraße 29, über 
nommen haben. 
f) Ferien-Kolonien. 
Der vorerwähnte Verein für häusliche Gesundheitspflege hat nach Trennung 
von dem Verein „Viktoria - Haus für häusliche Krankenpflege" sich neben seiner 
sonstigen Thätigkeit der Überführung kränklicher Kinder in sogenannte Ferien- 
Kolonien mit besonderer Wärme gewidmet und seine Wirksamkeit und seinen 
Wirkungskreis wesentlich erweitert. 
5. Krankenbeförderung. 
Die Überführung von Kranken in die einzelnen Krankenhäuser oder vom 
Erkrankungsort in die eigene Wohnung ist seit 1886 wesentlicb verändert und in 
mancher Beziehung verbessert worden, läßt indefie» noch sehr viel berechtigte 
Forderungen an eine solche Einrichtung unerfüllt. Derartige Bedenken fanden einen 
beredten Ausdruck in einer Vorstellung des Bczirksvercins „Moabit", welche alle 
jene Mißstände in klarer Weise vortrug und statt der bestehenden eine Eentral- 
Einrichtung in Vorschlag brachte, welche entsprechende Transport-Geräthe jeder 
Zeit gegen billigere Preise als die bisherigen Fuhrunternehmer dem Publikum zur 
Verfügung stellen sollte. 
Das Polizei-Präsidium stellte bei beii Krankenhaus-Verwaltungen zunächst 
Erhebungen an, wie viele Kranke im Jahre ihnen mittels Droschken und ähnlicher 
Wagen und durch Krankenwagen zugeführt würden; es ergab sich, daß von 4 039 
während der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1886 überhaupt eingelieferten 
Kranken 983 an ansteckenden Krankheiten leidende Personen mittels Droschken den 
hiesigen öffentlichen Krankenhäusern zugegangen waren. 
Inzwischen batte das Polizei-Präsidium die Einrichtung von 4 Kranken- 
transportgeschäftcn in verschiedenen Stadtgcgcndcn, statt des einen bestehenden, ins 
Auge gefaßt, mußte sich aber mit einer Dreithcilung der Arbeit genügen lasten.
	        
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