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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

Krankenanstalten. 
181 
B. privat - Krankenanstalten. 
Die auf Grund des § 30 der Reichs - Gewerbeordnung in der Fassung vom 
15. Juni 1883 concessionirtcn Privat-Krankenanstalten haben sich seit 1880 sehr 
vermehrt. Bei der Prüfung der Anträge ist von Jahr zu Jahr strenger verfahren 
worden, sowohl was die Zuverlässigkeit der Unternehmer, als auch was die sanitären 
Verhältnisse der für Krankenzwecke in Aussicht genommenen Räume anbetrifft. 
Eine besondere Verschärfung der Prüfung trat gegen Ende des Jahres 1890 
ein, als die Robert Koch'schc Veröffentlichung über ein Heilmittel gegen Tuberkulose 
eilte große Anzahl von Schwindsüchtigen nach Berlin zog und dadurch die Zahl 
der Gesuche um Errichtung von Privat-Krankenanstalten bedeutend vermehrte. 
Jit allen Fällen, in welchen die für die Aufnahme derartiger Kränkelt in 
Aussicht geiiommenen Räume durch ihre Lage oder Beschaffenheit die Mitbewohner 
des Hauses, in welchem sic belegen waren, der Gefahr der Ansteckung aussetzten, 
wurde die Genehmigung versagt, außerdem aber nur unter den nachstehend auf- 
geführten Bedingungen ertheilt: 
1. Die Treppen bis zum Eingang in die Privat-Krankenanstalt dürfen nicht 
anders als mit Linoleum oder Kamptulicon belegt werden. 
2. Die Treppen-Aufgänge, -Absätze und -Flure müssen täglich einmal mit heißem 
Waffer ausgewaschen werden. 
3. In den-Kraltkenziinmern dürfen weder Polstcrmvbel (atlßer einem Sessel 
und Sopha) noch Teppiche und Vorlagen :c. (außer von Linoleum oder 
Kamptulicon), noch Vorhänge, Portieren rc. atls nicht waschbaren Stoffen 
beitutzt werden. 
4. Das Klopfen der Betten und Polster, soweit diese zu 3 zugelassen sind, 
darf nicht in einem Hofe stattfinden, an welchem menschliche Wohnungen 
liegen. 
5. In den Zimmern, auf den Fluren und Treppenabsätzen sind Spucknäpfe 
mit lvenig Wasser aufzustellen, deren Inhalt täglich in die Closets zu ent 
leeren ist. 
0. Die Kranken müssen den Auswurf in den Zimmern in mit Wasser gefüllte 
Speigläser oder Spucknäpfe, außerhalb der Zimmer in Dettweiler'sche 
Flaschen entleeren; der Inhalt dieser Gefäße muß ebenfalls in die Closets 
gegossen werde,:. 
7. Die für die Kranken maßgebenden Vorschriften müssen gedruckt in jedem 
Krankenzimmer an deutlich sichtbarer Stelle aufgehängt werden. 
anstalten betrug im Jahre 1890: 
Davon gestorben 
Bestand 
a m Jahresschluß 
D i c 
Mortalität betrug 
demnach 
männlich 
weiblich 
zus. 
männlich 
weiblich 
zus. 
1890 
% 
1889 
"/. 
1888 
% 
1887 
-7° 
1886 
% 
1 117 
801 
1 918 
884 
763 
1 647 
8,5 
9,6 
9,8 
9,9 
9,6 
872 
639 
1 511 
313 
251 
564 
17,5 
16,3 
15,6 
18,6 
19,5 
604 
399 
1003 
505 
190 
695 
16,n 
15,7 
13,9 
19,0 
20,i 
248 
172 
420 
165 
138 
303 
14,7 
14,6 
14,0 
14,8 
15,8 
— 
— 
257 
— 
— 
165 
12,8 
12,6 
13,5 
11,9 
12,2 
131 
151 
282 
70 
77 
147 
14,5 
14,7 
16,5 
16,0 
17,8 
— 
— 
319 
1 
— 
136 
16,6 
16,0 
16,2 
17,8 
19,7 
274 
147 
421 
244 
254 
498 
8,4 
8,1 
8,9 
10,6 
10,2 
— 
— 
158 
— 
— 
140 
12,5 
10,2 
9,5 
11,1 
9,8 
24 
30 
54 
35 
40 
75 
15,2 
10,6 
14,5 
15,1 
16,8
	        
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