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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1881/1890 (Public Domain)

Ktraßcnordnung. 
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des Viehtreibens auf den öffentlichen Straßen und Plätzen Berlins und zugleich 
mit der in der Polizei-Verordnung vom 15. November 1877 enthaltenen Beschränkung 
rücksichtlich der Sonn- und Festtage wurden durch die Polizei-Verordnung vom 
18. Februar 1881 für den Antrieb von Schafvieh von den Weiden in der Um 
gebung Berlins nach dem städtischen Viehhof und in umgekehrter Richtung folgende 
Treibewege zugelassen: 
1. die Eldenacrstraße von der Weichbildgrenze an, 
2. die Frankfurter-Allee von der zur Gemeinde Friedrichsberg gehörigen 
Kreutzigcrstraße ab bis zur Proskauerstraßc und diese selbst lns zur 
Eldenaerstraße, 
3. die Greifswalderstraße von der Weichbildgrenze bis zum Einmünden in 
die Danzigcr- und Elbingerstraße, 
4. der Verlorene Weg von der Weichbildgrenze bis zum Einmünden in die 
Elbingerstraße. 
Dagegen wurden die Bestimmungen dieser letztgenannten Polizei-Verordnung, 
welche das Treiben auf der Prenzlauer-Allee von der Weichbildgrenzc bis zur 
Danzigerstraße und weiter gestattete, durch die Verordnung vom 5. November 1888 
abgeändert und der An- und Abtrieb auf dieser Straßenstreckc untersagt. 
Nach Eröffnung der Berliner Stadtbahn pflegten sich vor den Eingängen zu den 
größeren Stadtbahnstationen einzelne Zwischenhändler aufzustellen, um sogenannte 
Bündelbillets d. h. je 10 Billets, welche an den Billetschaltern mit 10 Prozent 
Ermäßigung abgegeben wurden, einzeln zu den tarifmäßigen Sätzen zu verkaufen. 
Da hierdurch nicht nur dem Publikum die ihm zugedachte Preisermäßigung 
entzogen, sondern auch eine Störung des Verkehrs der Bahnhofsbcsucher insofern 
herbeigeführt tvurde, als die erwähnten Verkäufer alle in den Bahnhof Eintretenden 
anzurufen und durch längeres Feilschen in ihrem Wege aufzuhalten pflegten und 
dadurch den Zugang versperrten, so tvurde, um diesen Uebelstand zu beseitigen, 
durch Polizei-Verordnung vom 1. Mai 1882 das Feilhalten, Anbieten und der 
Verkauf von Fahrkarten der Königlichen Stadt- lind Ringbahn auf den öffentlichen 
Straßen und Plätzen, sowie in den Vorräumen, Zugängen und auf den Vorplätzen 
der Bahnhöfe und Haltestellen der Stadt- und Ringbahn verboten. 
Die Bestimmungen der Polizei-Verordnung vom 17. Mai 1879 über die 
Beschaffenheit der Wagen und Transportmittel, die zum Fortschaffen flüssiger 
und leicht verstreubarer Gegenstände dienen, erwiesen sich im Laufe der Zeit 
als unzureichend und es zeigte sich, daß auch auf diesem Wege den vorhandenen 
Uebelständen nicht mit Erfolg abgeholfen werde» konnte. Es wurde daher durch 
die Polizei-Verordnung vom 28. November 1882, beziehungsweise die diese Verord 
nung ergänzende und abändernde Bekanntmachung vom 27. August 1886 bestimmt, 
daß der Transport flüssiger, leicht verstreubarer oder solcher Gegenstände, welche 
leicht abbröckeln oder Staub entwickeln, nur in solchen Behältnissen oder Um 
hüllungen erfolgen darf, welche verhindern, daß von ihrem Inhalt irgend etwas 
aus- oder überfließt, durch- oder herabfällt, verweht oder sonst wie verloren 
wird. Müll, Asche und Schutt, welche in so trockenem Zustande sind, daß sie 
während des Aus- oder Abladens oder während des Transports Staub erzeugen 
können, sind soweit anzufeuchten, daß jede Staub-Entwickelung verhütet wird. 
Die Abfuhr von menschlichen und thierischen Exkrementen, von Küchen- und 
Fleischabfällen, Knochen, Müll, Asche, Schlacken, Abraum, Schutt, Kehricht, Modder 
und anderen ähnlichen, wie von allen übelriechenden Stoffen muß in Wagen 
geschehen, deren Obergestell aus einem undurchlässigen, mit gut schließenden Deckeln 
versehenen Kasten besteht. Bei den zum Transport flüssiger Gegenstände bestimmten 
Wagen muß das Obergestell auf Federn ruhen. 
Die Deckel der Kasten sind jedesmal zu schließen, sobald der Wagen Ladung 
genommen hat, und müssen geschlossen bleiben, bis er die neue Ausladestelle, bezw. 
die Abladestellc erreicht hat.
	        
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