Path:

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Theater. 
sich seitlich der Flammen in einer geringeren Entfernung als 60 um befindet, 
ist durch Eisenblech in der Art zu schützen, daß zwischen diesem und dem 
Holzwerk die Luft circulircn kann. 
3. Die untersten Flammen der- Couliffenbeleuchtung rnüssen noch mindestens 
l,20 in über dein Podium liegen. 
4. Die Soffitenflammen sind nach allen Seiten vollständig iir der Weise zu schützen, 
daß kein Theil der Schutzhülle durch die ausstrahlende Wärme erhitzt wird. 
6. Außer der gewöhnlichen Gasbeleuchtung ist in sämmtlichen Gängen, auf den 
Treppen, insbesondere bei den Treppeiuvendungen, Fcttölbeleuchtung derart 
anzubringen, daß die für die Zuschauer und das Theaterpcrsoiral bestimmten 
Wege zuni Verlaßen des Gebäudes auch bei einem Versagen der Gas 
beleuchtung mäßig erhellt bleiben. Diese Lampen sind von der Oeffnung 
des Theaters an so lange brennend zu erhalten, bis das Publikum resp. 
das Personal das Theater vollständig verlassen hat. 
6. Es ist streng verboten, mit offenem Licht oder brennenden Kohlen im 
Theatcrgebäude umherzugehen. 
7. Das Anzünden der Flammen resp. Lampen darf nur mittelst verschlosiener 
ungefährlicher Anzünder geschehen; die Verwendung von Zündhölzern oder 
offen brennenden Wachsstöcken re. ist auf das Strengste untersagt. 
8. Die Gasleitung ist so einzurichten, daß das Gas zum Bühncnraum mit den 
zugehörigen Räumen und zum Zuschauerraum je eine gesonderte Zuleitung 
erhält, welche, jede für sich, außerhalb des Theatergebäudes abgesperrt wer 
den kann. 
Alle drei Atonale hat eine Revision der Gasleitungen dadurch stattzu 
finden, daß bei geschloffenen Brcnnerhähncn und offenem Haupthahn der 
Gasverlust pro Stunde in den Rohrleitungen festgestellt wird. 
9. Bei Luftheizungen sind die Ausströmungsöffnungen, in deren Nähe leicht 
brennbare Gegenstände weder zu legen noch zu stellen sind, mit feinmaschigen 
Drathnetzcn zu versehen. 
10. Sofern die Heizung der Werkstätten und Garderoben durch Ocfcn erfolgt, 
dürfen nur Kachelöfen verwendet werden, deren Feucrungsöfstiungcn durch 
eiserne Schutzgitter oder Blechschirine besonders zu schützen sind. 
11. Die Heizung der Magaziirräume ist verboten. Aus denselben sind etwaige 
Abfälle, insbesondere Hobelspähne, täglich nach der Arbeit sorgfältig zu ent 
fernen tmd an einem feuersicheren Ort unterzubringen. 
III. Besondere Bestimmungen für das Bühnenhaus. 
1. Das Bühnenhaus muß von massiven feuersicheren Wänden mit Ausnahme 
der Prosceniums-Oeffnung umschloffen sein. 
2. Die Prvsceniums-Oeffnung muß durch einen Metallvorhang geschlossen wcr- 
den können, tvclcher nur während der Vorstellung und während der Proben 
— soweit es zu diesem Zweck erforderlich — aufgezogen werden darf. 
3. Sämmtliche Thür- oder sonstige Oeffnungen, ivelche das Bühnenhaus mit 
den sonstigen Räumen des Gebäudes verbinden, sind feuersicher zu verschließen. 
Diese Verschlüsse dürfen sich nur nach außen öffnen, und müssen von selbst zufallen. 
4. Die Magazinirung von Theatergegenständen auf der Bühne selbst, unter oder 
über derselben, unter oder über dem Zuschauerrauin ist verboten. 
5. Es dürfen nicht mehr Prospekte, Soffiten re. angehängt fein, als für höchstens 
zwei Vorstellungen nöthig sind. 
6. Die Gegengewichte an den Dekorationen müssen so angebracht sein, daß eine 
Verletzung von Menschen durch ein Herabfallen derselben unmöglich wird. 
7. Verwendung von Feuerwerk, von Raketen rc. ist nur gestattet, wenn nach 
gewiesen ist, daß alles Holzwerk und sämmtliche Dekorationsstücke durch 
feuersicheren Anstrich unentflammbar gemacht worden.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.