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Volume II. Geschäftsberichte Fachhauptmannschaften oder Commissariate

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

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Pferdebahnen. 
Davon waren Ende 1880 ini täglichen Betriebe: Wochentags etwa 270, Sonntags 
280 bis 290, an einzelnen Tagen mehr, z. B. am 2. Pfingstfeiertag 1880 372. 
Die Zahl der mittelst Pferdebahnwagen beförderten Personen betrug: 
1872 
2 517 645 
1877 
28 725 575 
1873 
3 783 130 
1878 
32 544 930 
1874 
8 758 153 
1879 
40 088 006 
1875 
18 319 772 
1880 
51 557 037 
1876 
26 229 799 
Für 1870 und 1871 fehlen die erforderlichen Untersagen zur Berechnung. 
Es ergiebt sich somit für 1880 eine tägliche Beförderung von durchschnittlich 
141 233 Personen 
dazu die täglich durchschnittlich in Omnibus beförderten . 29 452 - 
giebt zusammen für den Tag 170 685 Personen. 
Die höchste Leistung der Pferdebahnen fällt in allen Jahren auf den 2. Pfingst 
feiertag. Im Jahre 1880 beförderten sie an diesem Tage die große Zahl von 
237 892 Personen, die sich vielleicht noch tveit höher gestellt haben würde, wenn an 
diesem Tage nicht ungünstiges Wetter eingetreten wäre. Unter allen 24 Linien tritt 
die Ringbahn, welche mit 13 490 149 Personen für 1880 mehr als den vierten Theil 
aller Fahrgäste beförderte, tveit hervor. Dann folgt die Linie: 
Görlitzcr Bahit—Behrcnstraße mit 3 799 344 Personen 
Kreuzberg—Behrenstraße - 3 212 498 - 
Zoologischer Garten—Krvnenstraßc - 3 194 892 - 
Tegeler Chaussee—Weidendammer Brücke ... - 2 970 424 - 
Treptow—Spittelmarkt - 2 942 732 - 
Charlottenburg—Kupfergraben - 2 761 574 - 
Krcuzberg—Dönhofsplatz - 2 389 083 - 
und dann die anderen init weniger als . . . 2 000 000 - 
Für das Jahr 1881 werden vermuthlich die Linie Spittelmarkt—Schömberg 
unb die am 1. Mai eröffnete Linie Spittclmarkt—Zoologischer Garten die nächstcit 
Stellen hinter der Ringbahn einnehmen. 
In die Zeit der Erbauung aller dieser Linien von Mitte 1873 bis Ende 1880 
fallen nun auch die zahlreichen und oft weitläufigen Verhandlungen, welche vor der 
Inbetriebsetzung einer neuen Linie ztvischen der Behörde und der betr. Pferdebahn 
gesellschaft zu erledigen sind. Für verschiedene Linien waren zwar Allfang und Ende, 
und damit Länge und Richtung von vornherein gegeben. Für andere aber handelte 
cs sich darum, zu erwägen und festzustellen, lvelche Strecken zu einer Linie zu ver 
einigen, wohin ihr Anfangs- und ihr Endpunkt zu legen, ob von einer Stelle 
aus mehrere Linien nach verschiedenen Richtungen zu führen seien lind nach welchen. 
Die sorgfältigste Beachtung der örtlichen, hauptsächlich der Verkehrsverhältnisse, lvar 
dabei nothwendig. Ferner waren die Fahrpläne festzusetzen, und Anfang und Schluß 
der Tagcsfahrtcn unb namentlich die Abfahrtszwischenräume zu regeln. 
Voil Seiten der Behörde ivurde thunlichst darauf hingewirkt, möglichst kurze 
Zwischenräume festzustellen. Auf allen Hauptlinicn der innern Stadt folgen sich die 
Wagen alle 5 Minuten, ans einzelnen Strecken sogar alle 3 oder 2 Minuten. 
Von besonderer Wichtigkeit war dabei die Lösung der Frage, welches Tarif 
system für die neuen Pferdebahnlinien anzunehmen sei. Wesentlich kam cs hierbei 
darauf an, die Pferdebahnen der zahlreichen Jndlistrie- unb Arbeiter-Bevölkerung 
Berlins dienstbar zu machen, welche in den Vorstädten wohnend das Bedürfniß hat, 
dlirch Benutzung einer Fahrgelegenheit schnell nach ihren Arbeitsplätzen zu gelangen. 
Der Fahrpreis nllißte für sic möglichst niebrig bemessen werden. Da ein gleicher 
und niedriger Durchschnittssatz sich nicht auf Linien von bedeutender und oft sehr 
verschiedener Länge anwenden ließ, so wurde von vornherein ein Theilstreckcnsystcm 
mit dem Satz von 10 Pfennigen für jede Strecke angenommen und später auch für
	        
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