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Volume II. Geschäftsberichte Das Einwohner-Meldeamt

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

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Einwohnermeldeamt. 
Jas Kinwohner-Weldeamt 
trat in seiner jetzigen Einrichtung mit dein 1. Juli 1836 in Wirksamkeit und wird, 
ganz der damaligen Grundidee entsprechend und mit nur kleinen Abänderungen seit 
dem fortgeführt. 
Bei der Neugestaltung desselben ging man davon aus, daß die bis dahin zur 
Anwendung gekommene Form der Eintragung der Einwohner in Listen, bezw. Bücher, 
in ivelchen sie, nach den Anfangsbuchstaben der Rainen geordnet, nach der Zeitfolge 
eingetragen wurden, nicht zlveckmäßig sei, iveil das Auffinden gesuchter Namen einen 
bedeutenden Aufwand von Zeit erforderte, mit vielen Schwierigkeiten verknüpft ivar 
uitd bei dem schnellen Wachsen der Bevölkerung und der Vergrößcruiig der Stadt 
überhaupt mit der Zeit gar nicht mehr durchführbar gewesen sein würde. Alan ließ 
deshalb fortan nur ein Register und zwar in losen Blättern bestehen, von denen 
jedes Blatt Zu- und Vornamen, Stand, Alter, Geburtsort und Wohnung je eines Ein- 
wohners, bezlv. seiner Familienglieder enthält. Diese Blätter werden nach der Reihen 
folge der Buchstaben nach Art der Wörterbücher und bei Personen mit gleichen 
Namen nach dem Stande und bei gleichem Stande nach dem Geburtsorte geordnet 
und in besonders dazu eingerichteten Kästen aufbewahrt, deren das Einwohnerregister 
jetzt 9 074, das Strafregister 580 hat. 
Als einer besonderen Eigenthümlichkeit, deren Anwendung die Erfahrung gelehrt 
hat, ist hierbei zu erwähne», daß bei der Einordnung der Registerblätter ziemlich 
gleichlautende Namen unter Umstünden nicht lexikalisch, sondern nach dem Wort 
klan ge zusammengelegt werden, ohne auf die kleinen Abweichungen in der Schreibweise der 
ähnlich klingenden Namen Rücksicht zu nehmen. Es werden deshalb Namen wie Meyer, 
Meier, Maier und Mayer, Schulz und Schultz, Aigner und Eigner, Jung und Ioung, 
Jorck und Aork rc. als gleiche Namen betrachtet tind deren Registerblätter unter dem 
selben Buchstaben zusammengelegt. 
Diese Einrichtung hat den Ziveck, das Alisfinden von Personen zu erleichtern, 
lvelche entweder einen sehr verbreiteten Namen führen oder deren Name in bcn Mel 
dungen oft nicht ganz richtig, zuweilen nlir nach dem Wortklanqc geschrieben ist oder 
unrichtig ausgesprochen lvird. 
Auf diese Weise führt das Mcldeaint ein alphabetisches Verzcichiliß sämmtlicher 
Einwohner der Stadt. Nicht aufgenommen werden darin die nur durchreisenden 
Fremden, die den fremden Gesandtschaften beigegebenen und die dem stehenden Heere 
ungehörigen Personen, so lange die letzteren unverheirathet sind und keinen eigenen 
Hausstand bilden. 
Die Aufbewahrling der Blätter geschieht in Pappkästen, die so eingerichtet sind, 
daß zwei an einandersioßendc Seitenwände beweglich sind und heruntergeklappt lverden 
können, damit aus der Masse der darin befindlichen tosen Blätter, deren Kopf 
sämmtlich nach der kurzen beiveglichen Seite zu liegt, jedes einzelne gesuchte mit 
Bequeinlichkeit herausgefuitdeit, bezw. herausgenoimnen und wieder eingeschaltet 
lverden kann. 
Die Kästen selbst sind an der Vorderseite mit Aufschriften versehen, aus denen 
ersichtlich ist, lvelchen Bestandtheil des Gesainmt-Registers jeder einzelrie Kasten enthält.
	        
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