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Volume II. Geschäftsberichte Abtheilung IV 2. Allgemeine Sicherheitspolizei

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Polizei Aufsicht. Zwangserziehung. 
483 
Die Anzahl dieser Sachen betrug im Jahre 
1872 
1 438 
1877 
2 851 
1873 
2 660 
1878 
2 945 
1874 
1 541 
1879 
3 590 
1875 
1 542 
1880 
3 728 
1876 
2 506 
8. Die Requisitionssachen säinintlicher hiesigen und auswärtigen Gerichte, 
Verwaltungsbehörden und Privatpersonen um Ermittelung des Aufenthalts, der 
Familien- und anderer Verhältnisse von in Untersuchung befindlichen oder sonst ge 
suchten und hier vermutheten Personen. 
9. Die Festnahme, Sicherstellung geisteskranker Personen und ihre 
Unterbringung, insbesondere die Ueberweisung derselben an die hiesige Charit«? 
bcziv. die städtische Jrren-Verpflegungs-Anstalt zu Dalldorf. 
10. Die Ueberweisung obdachloser Personen an das hiesige Friedrich- 
Wilhelms-Hospital in der Pallisadcnstraßc 66/67, sowie hülfloscr und ausgesetzter 
Kinder an das Große Friedrichs-Waisenhaus. 
Ueber die Zahl der zu 8—10 erwähnten Geschäftszweige können ebenfalls aus 
dem zu 1 angeführten Grunde genaue Nachweise nicht beigebracht werden. 
11. Die Beaufsichtigung der unter Polizei-Aufsicht gestellten Per 
sonen und der auf Grund des § 23 des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich 
vorläufig entlassenen Strafgefangenen. 
Es wurde die Polizei-Aufsicht verhängt und war dieselbe noch in Kraft 
1877 über 1 174 ' ' 1879 über 1 667 
1878 - 1 419 1880 - 1 607 Personen. 
Vorläufig entlassen aus den Strafanstalten waren: 
1877 13 1879 22 
1878 23 1880 14 Personen. 
12. Die Anordnung der Zwangserziehung derjenigen Kinder, welche 
sich nach vollendetem 6. und vor beendetem 12. Lebensjahre strafbarer Handlungen 
schuldig gemacht haben, sofern ihre und ihrer Eltern oder Erzieher persönlichen 
Verhältnisse und moralische Führung deren völlige Verwahrlosung befürchten 
lassen. Diese Fürsorge ist auf Grund des Gesetzes vom 13. März 1878 seit den: 
1. Oktober 1878 neu hinzugetreten. Im Jahre 1879 ist über diesen Geschäftszweig kein 
besonderes Journal geführt worden und demgemäß ein genauer Nachweis der bear 
beiteten Sachen dieser Art nicht möglich. Im Laufe des Jahres 1880 sind 236 An 
zeigen über strafbare Handlungen von Personen unter 12 Jahren eingegangen, bei 
denen 271 solcher Kinder betheiligt waren. Bei 140 Kindern hielten die Vorstände 
der Polizei-Reviere die Zwangs-Erziehung für geboten; es wurden jedoch nur 134 An 
träge auf Einleitung des Zivangscrziehungs-Verfahrens beim Vormundschafts-Gericht 
gestellt; in 9 Fällen wurde der Antrag zurückgezogen, so daß 125 Anträge verblieben. 
Von diesen hat der Vormundschafts-Richter in 54 Fällen die Zwangs-Erziehung ein 
geleitet, in 22 dieselbe abgelehnt und in 7 Fällen davon Abstand genommen, die 
Kinder aber anderweit zur Erziehung untergebracht, so daß am Schluß des Jahres 
noch 42 Anträge zu erledigen blieben. 
Als eine günstige Folge des genannten Gesetzes dürste vielleicht die Thatsache 
anzusehen sein, daß schon im Laufe des Jahres 1880 nur 829 Kinder unter 12 Jahren 
wegen Bettelns sistirt worden sind, während 1879 deren 1 724 aufgegriffen wurden. 
13. Die Einziehung der Haftkosten der Gefängniß- und Haftsträflinge und 
14. Die vorläufige Erstattung und die Wiedereinzichung der durch'den 
Transport kranker oder verunglückter Personen nach dem Polizei-Präsidium, 
bezw. den betreffenden Heilanstalten entstandenen Kosten. Ueber die Zahl der zu l 3 
(ii*
	        
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