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Volume II. Geschäftsberichte Abtheilung I 17. Die Aufsicht über die Fabriken in Gemäßheit des § 139b der Reichs-Gewerbe-Ordnung vom 17. Juli 1878

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Fabriken-Jnspectio». 
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Es werden hiernach in 76 pCt. aller Fabriken 83,8 pCl. aller Arbeiter nur bis 
zu 10 Stunden täglich beschäftigt, während nur in 24 pCt. aller Fabriken 16,2 pCt. 
aller Arbeiter bis zu 11 Stunden täglich arbeiten muffen. 
Von 509 Besitzern bezw. Inhabern von Fabriken (21 pCt. der Gesammtzahl) 
sind 23 153 Arbeiter (33,5 PCt. der Gesammtzahl) gegen Verlust oder Beeinträch 
tigung ihrer Arbeitskraft aus solchen Unfällen versichert, für welche der Arbeit 
geber haftpflichtig ist. 
Etwa 2 /s aller Arbeiter sind gar nicht versichert, dagegen ist von 299 Fabriken 
(12,4 pCt.) für 12119 Arbeiter (17,5 pCt.) die Versicherung auch auf nicht-haft 
pflichtige Fälle ausgedehnt worden. 
Nach dem abgeänderten § 107 des Neichs-Gewcrbe-Gesetzes vom 17. Juli 1878 
dürfen in Fabriken Arbeiter unter 21 Jahren nur, wenn sic mit einem Arbcits- 
buche nach dem § 110 vorgeschriebenen Formular, und nach § 137 Kinder von 12 
bis 14 Jahren nur dann beschäftigt werden, wenn sie sich im Besitz einer nach dem 
vorgeschriebenen Formular ausgestellten polizeilichen Arbeitskarte befinden und die 
selbe dem Fabrikherrn ausgehändigt haben. 
In Voraussicht der aus der Ausstellung von Arbeitsbüchern und Arbeitskarten 
dem Polizei-Präsidium erwachsenden erheblichen Arbeitslast und zur Bequemlichkeit der 
betheiligten Arbeiter konnte die Ausstellung der Arbeitsbücher rnid Karten nicht an 
einer Stelle, also nicht von der II. Abtheilung des Polizei-Präsidiums allein bewirkt 
werden, es mußte diese Arbeit vielmehr den Revier-Vorständen übertragen ivcrdcn. 
Von diesen sind im Jahre 1879 zusammen 47 948 Arbeitsbücher und 251 Arbeits 
karten und im Jahre 1880 weitere 11 551 Arbeitsbücher und 163 Arbeitskarten aus 
gefertigt worden. 
Im Jahre 1880 waren in Berlin 15 019 Arbeiterinnen in Fabriken be 
schäftigt und zwar: 
0,4 pCt. in den Porzellan-Fabriken, 
5.8 - bei der Metallverarbeitung, 
1.7 - - - Fabrikation von Maschinen, 
0,2 - in - chemischen Industrie, 
1.9 - bei - Fabrikation von Leuchtstoffen, 
22,5 - in - Textil-Jndustrie, 
19,2 - .bei - Fabrikation von Papier und Lederwaaren, 
4,4 - - - Fabrikation von Holz- und Schnitzstoffcn, 
3.7 - - - - - Nahrungsmitteln, 
33,8 - - - - - Bekleidungs-Gegenständen, 
7 - bei den polygraphischen Gewerben. 
Unter sämmtlichen Arbeitern des Jahres 1875 und bezw. 1880 waren weibliche 
über 16 Jahr 19 bezw. 21,8 pCt. 
unter 16 - 1,4 - 1,6 - 
Die Art der Beschäftigung der Arbeiterinnen kann i>n Allgemeinen als eine schwere 
und ihrer Gesundheit nachthcilige nicht bezeichnet werden und hat dieselbe bisher zu 
Bedenken keinen Anlaß gegeben. Eine besonders leichte ist sic in der Industrie der 
Papier- und Lederwaaren und der Bekleidungs-Gegenstände, .Wäsche, Blumen re., welche 
allein über die Hälfte der weiblichen Arbeiterinnen in Anspruch nehmen. 
Die Zahl der in den Fabriken Berlins beschäftigten jugendlichen Arbeiter 
ergiebt sich aus nachstehender Uebersicht:
	        
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