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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Gespanne. 
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Diese bisher für den Fcucrwehrdicnst bestimmten und mitbenutzten 11 Gespanne 
mußten durch Miethspferde des re. Bankroth ersetzt und die bisher bloß für die Nacht 
gestellten Gespanne durch andere Tag und Nacht zur Verfügung stehende Gespanne 
ersetzt werden. 
Durch die Einrichtung von 4 Rescrve-Depot-Wachen mit je einem Personenwagen 
wurden weitere 4 Gespanne nothwendig, welche ebenfalls rc. Bankroth stellte, so daß 
derselbe insgesammt 46 Gespanne zu stellen hatte. 
Am 1. Octobcr 1876 lief der mit dem Fuhrherrn Bankroth geschlossene Vertrag 
ab, nach welchem er für jedes Gespann, einschließlich Beschirrung und Kutscher 
2 085 Mark erhielt. In dem eingeleiteten Submissions-Verfahren stellten sich die 
Angebote, bezw. Forderungen anderer Fuhrunternehmer bedeutend höher, als die des 
ec. Bankroth, welcher fortan 3 600 Mark jährlich für jedes Gespann verlangte. Dem 
Letzteren mußte daher von Neuem die Gestellung von 46 Gespannen auch zu dem 
bedeutend höheren Betrage übertragen werden. Er behielt demnach die Gestellung 
während der Jahre 1876, 1877, 1878 und 1879 bis zum 1. Mai 1880. 
Die bedeutenden Kosten der Methsgespanne, die bei der nächsten Vergebung 
voraussichtlich eher höher als billiger geivorden sein würden, ließen es wünschenswertst 
erscheinen, Mittel und Wege zu finden, um die Beschaffung der Gespanne billiger her 
zustellen. Die Verwaltung der Feuerwehr regte deshalb an, die Gestellung der Ge 
spanne selbst zu übernehmen. Ein Plan zur Beschaffung eines eigenen Pferdeparks 
ivurde aufgestellt und den städtischen Behörden zur Annahme vorgelegt. Die Letzteren 
wollten sich jedoch von den Vortheilen dieser Einrichtung anfänglich nicht überzeugen. 
Wenn der Fnhrherr Bankroth auch seinen Verpflichtungen stets pünktlich nach 
gekommen war, allen an ihn gestellten Forderungen im Allgemeinen entsprochen hatte, 
und erhebliche Unzuträglichkeiten durch die miethsweise gestellte Bespannung nicht ent 
standen waren, so waren doch eben die Kosten ganz bedeutende und hatte außerdem 
die Abtheilung für Feuerwehr schwerwiegende Gründe, um die Beschaffung eines 
eigenen Pfcrdeparks von Neuem in Anregung zu bringen. Hauptsächlich war es die 
Hoffnung auf Erzielung einer größeren Einheitlichkeit der Gesammtvcrwaltung und 
auf die Herstellung einer besseren Disciplin, welche neben der Erlvartung erheblicher 
Ersparnisse immer wieder auf den früheren Plan zurückkommen ließen. 
Die Gestellnng der 46 Gespanne ä 3 600 Mark kostete jährlich 165 600 Mark. 
Nach völliger Durchführung der geplanten Reorganisation würden 54 Gespanne er 
forderlich geworden sein, was einen Mehrkoftcn-Aufwand von noch 28 800 Mark 
ausmachen würde, so daß bei der bisherigen Art der Pferdegcstcllung dieselbe in 
Zukunft eine Ausgabe von 194 400 Mark erfordert haben würde. 
Nach dem aufgestellten Kostenanschläge dagegen ivürde die Unterhaltung von 
54 eigenen Gespannen und einer nothwendigen Reserve nur 106 200 Mark kosten, was 
eine jährliche Ersparniß von 88 200 Mark crgiebt. 
Um die Beschaffung eigener Gespanne möglichst zu erleichtern und nicht gleich 
so große Summen aufs Spiel zu setzen, als die Beschaffung von 58 Gespannen er 
forderte, ivurde dem Magistrat unterm 9. October 1879 ein neuer Vorschlag mit 
Kostenberechnung vorgelegt, nach ivelchein eine allmählige Beschaffung in Aussicht ge 
nommen war; der Vorschlag ging dahin, daß der Magistrat der Feuerwehr aus den 
Ersparnissen des Etats für 1878/79 nur die Summe von 15 000 Mark zum Ankauf 
von Gespannen zur Verfügung stellen und den Betrag der bisherigen Kosten der Pferde 
gestellung von 165 600 Mark für den Zeitraum von 5 Jahren voll belassen solle, um so 
allmählig aus den erzielten Ersparnissen die erforderlichen Pferde beschaffen zu können. 
Nach eingehenden commiffarischen Berathungen fand der Antrag unter dem 
5. April 1880 endlich die Genehmigung der Communal-Behörden, und so wurde am 
1. Mai 1880 mit der Beschaffung eines eigenen Pferdeparks begonnen und zunächst 
9 Gespanne angekauft. Der Unternehmer hatte daher vorn 1. Mai 1880 ab nur 
noch 37 Gespanne zu stellen. 
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